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Frühe Weinlese in Melnik

Trotz der großen Hitze und der Dürre in den zurückliegenden Wochen, erwartet die böhmischen Winzer offensichtlich eine gute Produktion. Gerade in der Gegend um Melnik wachsen Trauben. Mehr zur diesjährigen...

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Trotz der großen Hitze und der Dürre in den zurückliegenden Wochen, erwartet die böhmischen Winzer offensichtlich eine gute Produktion. Gerade in der Gegend um Melnik wachsen Trauben. Mehr zur diesjährigen Ernte im Gespräch mit Vilém Kraus von der Mendel-Universität für Land- und Forstwirtschaft in Brno (Brünn).

Ist denn wirklich eine gute Ernte zu erwarten?

Das ist sehr verschieden. In den leichteren Böden, hauptsächlich in den steinigen, sandigen Böden, ist die Entwicklung sehr schlecht. In diesen Orten wird die Ernte durch die Dürre sehr beeinträchtigt, weil die unteren Blätter zeitig gelb wurden und abfielen. Dadurch können sich die Beeren in den Trauben nicht entwickeln. Andererseits werden höchstwahrscheinlich die roten Sorten in den nördlicheren Weinanbaugebieten in der Ernte nicht schlecht abschneiden. Hier verlief die Entwicklung normal, so dass später recht gute Weine in den Fässern lagern werden.

Und wie sieht es bei den Weißweinen aus?

Das hängt ganz von dem Erfahrungsschatz der Winzer ab und was er trotz der großen Hitze noch aus den Trauben heraus holen kann. In diesem Jahr geben die Weißweintrauben sehr wenig Säure her. Das führt dazu, dass die Weine flach sind und nicht viele Aromastoffe besitzen werden. Denn für die Weißweine sind solche Reifeperioden am besten, wo es auch kühlere Nächte gibt und sich damit genügend Wasser im Boden befindet. Wie gesagt: Der Jahrgang 2003 war also gut für Rotweine. Was er für die Weißweine gebracht hat, wird man sehen.

Waren die Winzer in diesem Jahr mehr gefordert?

Bestimmt, denn sie mussten die Entwicklung des Weines noch aufmerksamer als sonst üblich beobachten und das Datum der Ernte bestimmen. Dies musste genau abgepasst werden. Schließlich sollen die Verluste so gering wie möglich sein.

Seit wann läuft die Weinernte?

Seit zwei Wochen und damit gut vier Wochen früher als sonst üblich. Schon jetzt ist abzusehen, dass nicht besonders gute Bedingungen für die Qualitätsweine oder auch für die niedrigeren Stufen der Prädikatsweine herrschen. Allerdings wird es sehr schöne Prädikatsweine der höheren Stufen geben, wie Auslesen zum Beispiel.

Für die SZ fragte Gabriele Schrul.