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Döbeln

Früherer Baustart am Kriebsteiner Hafen?

Diese Frage soll am Dienstag mit den Baufirmen erörtert werden. An der Seebühne wird 2020 definitiv nicht gebaut.

Jetzt könnten Baufirmen ungestört am Hafen arbeiten. Doch ein früherer Baubeginn ist nich so leicht zu realisieren.
Jetzt könnten Baufirmen ungestört am Hafen arbeiten. Doch ein früherer Baubeginn ist nich so leicht zu realisieren. © Thomas Kube

Kriebstein. Die Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus haben das Leben verlangsamt. Die Rückkehr zum Alltag soll langsam angegangen werden. „Könnten wir das nicht ausnutzen und schon früher mit der Renovierung des Hafens und der Seebühne beginnen?“ Das wollten mehrere Kriebsteiner Gemeinderatsmitglieder von Bürgermeisterin Maria Euchler (FW) wissen. Als Anliegerkommune ist Kriebstein Mitglied im Zweckverband Kriebsteintalsperre.

Dessen Geschäftsführer Thomas Caro sagt am Freitag, dass sich die Gedanken der Baubeteiligten schon seit mehreren Wochen um die Frage des Beginns drehen. Daher ist für Dienstag ein Treffen mit Vertretern aller schon beauftragten Baufirmen einberufen worden. Nach Einzelgesprächen ist Caro vorsichtig optimistisch, statt am 10. August schon am 20. Juli – also drei Wochen früher – mit den Arbeiten starten zu können. „So einfach ist das aber nicht“, sagt er. Die Firmen hätten im Vorfeld teilweise anderes abzuarbeiten. Manche seien durch Corona ins Hintertreffen geraten, weil Mitarbeiter ausgefallen sind.

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Im Prinzip würde sich der Geschäftsführer aber über jeden Tag freuen, den die Handwerker zeitiger anrücken. Selbst dann, wenn wieder mehr Besucher an den Stausee pilgern, weil sie aus welchen Gründen auch immer vielleicht nicht ins Ausland in den Urlaub fahren dürfen oder können und dann eben auf die Angebote vor ihrer Haustür zurückgreifen. „Wir haben hier eine schwierige Wasserbaustelle, denn der Wasserspiegel wird nicht abgesenkt“, erklärt Thomas Caro. Spezialtechnik muss zum Einsatz kommen. „Unter diesen Umständen kann immer etwas passieren. Deshalb sind wir für jeden Puffer dankbar. Denn der Zeitplan ist ohnehin schon straff. Im März 2021, zu Beginn der neuen Besuchersaison, soll der neue Hafen fertig sein“, nennt der Geschäftsführer als Ziel.

Wie berichtet, sollen beginnend ab dem Sommer der alte Fähranleger und die Promenade abgerissen sowie die Ufermauern zurückgebaut werden.
Dafür stellen die Fahrgastschiffe ihren Betrieb ein. Lediglich auf den beiden Fährschiffen können Besucher dann noch Schiffsflair genießen. Das Hafengelände wird völlig gesperrt. Im Bereich oberhalb muss es möglicherweise zur Lagerung von Baustoffen und Technik Einschränkungen geben. Keine Abstriche sind für die Gastronomie oder das Nutzen der Wanderwege rund um den Stausee geplant. Auf immerhin 30 Kilometern können Einheimische und Gäste die Natur an der Talsperre und in der näheren Umgebung auf Schusters Rappen erkunden.

Arbeiten auch an der Seebühne

Als zweites großes Bauvorhaben an der Talsperre stehen Arbeiten an der Seebühne, nur einen Steinwurf vom Hafen entfernt, an. Dort noch in diesem Jahr zu beginnen, hält der Geschäftsführer des Zweckverbandes für ausgeschlossen. Zwar hat CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann aus Berlin die tolle Nachricht mitgebracht, dass aus dem Bundeshaushalt etwas mehr als 2,5 Millionen Euro in die Sanierung der weit und breit einmaligen Seebühne in Kriebstein fließen sollen. Doch schriftlich hat der Verband das nicht. Darauf will und muss er erst warten, bevor die detaillierten Planungen starten können, sagt Thomas Caro zum weiteren Ablauf. Er geht davon aus: „Vor Herbst 2021 laufen die Sanierungen auf der Seebühne nicht an.“ Das bedauern die Kriebsteiner Gemeinderäte ein wenig. Denn eine Vielzahl der auf der Seebühne für 2020 schon avisierten Veranstaltungen wurden bereits abgesagt. Allerdings würden es die beengten Platzverhältnisse ohnehin nicht hergeben, in Hafen und auf Seebühne parallel zu arbeiten. „Das funktioniert nicht“, so der Geschäftsführer.

Abgesagt hat er in Absprache mit den Mitgliedern des Zweckverbandes jetzt auch das für den 25./26. Juli dieses Jahres geplante Talsperrenfest. Das beruht auf der Empfehlung des Bundes, von Großveranstaltungen bis 31. August abzusehen, um die Ausbreitung des Coronavirus unter Kontrolle zu behalten.

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Wenn die 2007 gebaute Seebühne angepackt wird, dann verbessert sich für Zuschauer, Darsteller und Bühnenmitarbeiter einiges. Mehr als die Hälfte des Geldes vom Bund soll in den Bau neuer Sanitäranlagen für die Seebühnen-Besucher, in Garderoben und weitere Räume für Darsteller und Personal hinter der Bühne fließen. Viel Geld wird außerdem für den Bau einer Überdachung der Zuschauerterrassen als Sonnen- und Regenschutz benötigt. Nicht zuletzt sollen zusätzliche Zuschauerplätze auf der Empore entstehen. (mit DA/br)

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