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Frühling bringt geballte Arbeit im Hopfen

Auf dem Hopfenfeld vor dem Ortseingang von Schrebitz sind die Erntehelfer dabei, die Hopfenpflanzen anzuleinen. 17 Frauen und Männer hat die Hoob GmbH von Familie Joachim derzeit beschäftigt. „Spätestens bis zur nächsten Woche werden sie noch zu tun haben“, erklärt Katrin Joachim.

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Von Bärbel Schumann

Auf dem Hopfenfeld vor dem Ortseingang von Schrebitz sind die Erntehelfer dabei, die Hopfenpflanzen anzuleinen. 17 Frauen und Männer hat die Hoob GmbH von Familie Joachim derzeit beschäftigt. „Spätestens bis zur nächsten Woche werden sie noch zu tun haben“, erklärt Katrin Joachim. Gemeinsam mit ihrem Mann Reiner leitet sie den Landwirtschaftsbetrieb.

„Wir haben 2004 den Betrieb übernommen. Im Jahr zuvor bot sich uns die Chance, ihn zu kaufen und ein eigenees Unternehmen zu gründen“, erklärt die 34-Jährige. Zuvor hatte Reiner Joachim als Verwalter eines Landwirtschaftsunternehmens in der Oberlaussitz gearbeitet. Seine Frau wachte über die Qualität des Löbauer Bieres.

Mehr Helfer notwendig

Im Frühjahr fällt auf den Hopfenfeldern die meiste Handarbeit an. Als erstes müssen die einzelnen Pflanzen verschnitten werden. Im nächsten Arbeitsgang müssen die Drähte eingehangen und jeder einzelne an einer Hopfenpflanze eingesteckt werden. An ihnen werden die Pflanzen sozusagen angeleint. An den Drähten klettern die Ranken des Hopfens empor. „Während normalerweise die einzelnen Arbeitsgänge zeitlich versetzt über mehrere Wochen durchzuführen sind, fallen sie in diesem Jahr auf Grund der Witterung auf einmal, sozusagen im Paket innerhalb von drei bis vier Wochen an“, erklärt Katrin Joachim. Dadurch brauchten die Landwirte mehr Erntehelfer zur gleichen Zeit..

„Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur erfolgte ohne Probleme. Innerhalb eines kurzen Zeitraumes stellten sie uns 40 Erntehelfer zur Verfügung“, sagt Joachim. Inzwischen sind nur noch 17 auf den Feldern im Einsatz, da die meiste Frühjahrsarbeit schon getan ist.

Das sonnig-warme Frühlingswetter hat bei den Joachims in diesem Jahr die Hopfensorte Herkules besonders kräftig austreiben lassen. „Bei Nachttemperaturen ab zehn Grad Celsius wachsen die Ranken schon zehn bis fünfzehn Zentimeter pro Nacht“, sagt Katrin Joachim.

Erfahrungen weiter geben

„Herkules“ bauen die Schrebitzer im dritten Jahr an. „Das ist eine moderne Sorte, deren Blütenstaub einen besonders hohen Anteil an Bitterstoffen aufweist“, erklärt Reiner Joachim. In Bayern wird „Herkules“ schon länger mit Erfolg genutzt.. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, stiegen auch die Schrebitzer Hopfananbauer auf diese Sorte um. Am 26. Mai werden sie bei einer Fachtagung des Elbe-Saale-Hopfenpflanzer-Verbandes ihre Erfahrungen weiter geben.

Ein Sprichwort besagt „Derr Hopfen will jeden Tag seinen Herren sehen“. „Von einem Tag auf den anderen können sich die Bedingungen in den Hopfenanlagen ändern. Mal muss beregnet werden oder es ist etwas gegen Schädlinge zu unternehmen. Deshalb gibt es für uns im Sommer keinen Urlaub“, sagt Katrin Joachim. Ihre Kinder hätten isch daran geöhnt.