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Frühstücken in Cossebaude?

Zu verschiedenen Beiträgen über den geplanten Bau der Niederwarthaer Brücke

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Alle Fraktionen im Kreistag Meißen haben mehrheitlich und wiederholt den Bau eines regionalen Straßenhauptnetzes zwischen Dresden und Meißen befürwortet. Zu diesem Konzept gehört auch eine Straßenbrücke parallel zur Eisenbahn-Fußgänger-Brücke bei Niederwartha.

Wird die Straßenbrücke einmal fertiggestellt, dann verbindet sie den Landkreis Meißen mit der Stadt Dresden. Die SPD-Grüne-Fraktion im Kreistag war bisher der Meinung, dass das auch die Bürger in Dresden-Cossebaude angeht. Mag sein, dass PDS und CDU das anders sehen, und für sie nur das eigene Votum zählt.

Als Grüner bin ich gemeinsam mit meiner Fraktion davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Bürger für eine Straßenüberquerung zwischen Radebeul, Coswig und Dresden-Cossebaude ist. Unsere Internet-Umfrage www.spd-gruene-meissen.de scheint das Gegenteil zu sagen, was mich, ehrlich gesagt, überrascht hat. Diese Umfrage wendet sich selbstverständlich an alle interessierten Bürger mit einer eigenen e-mail-Adresse, nicht nur an Bewohner des Landkreises Meißen.

Von den Bürgern und Mitarbeitern der betroffenen Stadtverwaltungen hörte ich Unverständnis und Unmut über das, was als Brückenplanung bisher vorgelegt wurde. Auf der Radebeul-Coswiger Seite endet die Brücke auf der Wiese. Wie es weitergehen soll, hätte man den Bürgern in einer Vorplanung erläutern können. Auf der Cossebauder Seite mündet die Brücke in die vorhandene Bundesstraße 6, die eng ist, und für die Cossebauder jetzt schon Ärgernis genug. Niemand kann sich richtig vorstellen, wie eine neue B6 in Cossebaude einmal aussehen soll und wie auftretende Belastungen minimiert werden. Die Cossebauder Bürger suchen bisher vergeblich eine vertrauensvolles Gespräch mit ihrer eigenen Stadtverwaltung, und die B6-Planung ist ein Buch mit sieben Siegeln.

Von daher ist die Ablehnung der Brücke verständlich. Es gehört zum politischen Geschäft, Pläne zu erläutern und unterschiedliche Interessen zu bündeln und auszugleichen. Mit der SPD-Grünen-Fraktion werde ich weiter auf Transparenz und saubere Planungen drängen. Leider ist das Straßenbauamt Meißen ein zäher Partner. Statt Buh zu rufen, wenn ein Umfrageergebnis nicht ins Konzept passt, werden wir das Gespräch mit den Bürgern und den Ämtern fortsetzen und, wenn nötig, auch die eigene Meinung korrigieren.

Werden die Radebeuler und Coswiger nun in Cossebaude frühstücken können? Ich sage ja. Es fährt jetzt schon die S-Bahn bei Niederwartha über die Elbe, und mit dem Rad kommt man auch hinüber.

Friedrich Naehring aus Radebeul, Kreisrat