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Frühwarnsystem gegen Raddiebstahl

Mit einer neuartigen Entwicklung für Diebstahlschutz bei Fahrrädern beteiligt sich der „Insti Erfinderclub Zittau“ beim diesjährigen Innovationspreis „i hoch 3“.

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Von Martin Schulze

Wem sperrige Bügelschlösser zu schwer sind oder nicht ausreichen, dem könnte mit einer neuartigen Alarmanlage für Fahrräder geholfen werden. Findige Köpfe des seit 1998 bestehenden „Insti Erfinderclubs Zittau“ erdachten ein raffiniertes System zur Frühwarnung bei Raddiebstählen.

Getreu dem Motto des Clubs, „Lösung für technische Probleme zu finden“, entwickelte der Leiter Hartmut Fournes gemeinsam mit zwei seiner Vereinskollegen ein sowohl einfach, wie auch nützliches Prinzip, um räuberisches Entwenden von Drahteseln zu unterbinden. „Das Problem war, dass einem von uns das Rad geklaut wurde und wir das beim nächsten Mal verhindern wollten“, erklärt Hartmut Fournes die Ausgangssituation. Der 52-jährige Leiter des Erfinderclubs war vor einigen Jahren beim Bau seiner Gartenbeleuchtung auf seine kreative Ader aufmerksam geworden. Aus Faulheit einen Graben für ein Kabel anzulegen, installierte er ein kleines Windkraftwerk in die Nähe der Lampen. Sein inzwischen auf elf Mitglieder angewachsener Club hat mit runden Schlüsseln, Rundkompostern und intelligenten Beleuchtungssystemen schon einige Innovationen hervorgebracht. Den Weg zur Serienreife schafften die meisten davon allerdings nicht, fehlen doch oft finanzkräftige Interessenten. Neue Hoffnung ruht deshalb auf der Alarmanlage. Gemeinsam mit Honza Kasala, einem der tschechischen Mitglieder, und einer weiteren Vereinskollegin hatte Hartmut Fournes die Idee, Bewegung oder Erschütterung eines Fahrrades registrieren zu lassen, um sie dann dem Besitzer per Signal zu melden.

Dazu erklärt er: „Natürlich muss unsere Sensorik sensibel genug sein, um Erschütterungen durch Wind von denen bei einem Diebstahl zu unterscheiden.“ Der Einsatz von Gravitationssensoren, die die Richtung der am Rad verursachten Bewegung erkennen, ließ die Tüftler aus Zittau das Problem lösen.

„Diese am Fahrrad getarnt angebrachten Sensoren lösen einen Alarm aus, sobald ein eingestellter Wert überschritten wird“, erzählt Hartmut Fournes. „Das Alarmsignal wird mit Hilfe eines ebenfalls am Rahmen befestigten Senders zum tragbaren Empfänger geschickt.“ Das nur begrenzt empfangbare Signal zeigt dem Besitzer, dass sein Fortbewegungsmittel gerade unautorisiert bewegt und womöglich entwendet wird. Um einen Diebstahl zu verhindern, muss der Fahrradfahrer möglichst schnell bei seinem Gefährt sein.

„Zum Patent anmelden können wir das nicht, ist doch alles Stand der Technik. Schützenswert ist bloß die Steuerungssoftware“, schätzt Hartmut Fournes die Vermarktungsaussichten der Alarmanlage ein. Mit dem gebauten Prototypen wollen die kreativen Köpfe beim diesjährigen Insti Erfinderclubpreis „i hoch 3“ auf sich aufmerksam machen.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Insti-Projekt, was so viel heißt wie Innovationsstimulierung, betreut neben den Clubs auch die Ausschreibung des Wettbewerbes. „Der Preis wird in den Kategorien Kinder, Jugendliche und freie oder unternehmerische Erfinder vergeben“, gibt Beate Treue vom Insti- Projekt Auskunft. „Teilnehmen können alle bei uns angemeldeten Clubs.“ Für den Zittauer Erfinderclub wäre der erste Platz mit 3 000 Euro Gewinnsumme das notwendige Kapital, um den neuen Clubraum einzurichten.