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Eine Falle für den Fuchs

Das Tier ist auf einem Werksgelände in Wilsdruff unterwegs. Naturschützer glauben, es soll getötet werden.

Ein Fuchs hat sich in Wilsdruffer Gewerbegebiet eingerichtet. Der Grundstückseigentümer findet das aber gar nicht so gut.
Ein Fuchs hat sich in Wilsdruffer Gewerbegebiet eingerichtet. Der Grundstückseigentümer findet das aber gar nicht so gut. © Archiv/Ebgert Kamprath

Ein Fuchs sorgt in Wilsdruff derzeit für Gesprächsstoff. Das Tier hält sich Angaben des Nabu-Regionalverbandes Dresden-Meißen auf dem Gelände der Filterfabrik von B. Braun  im Gewerbegebiet Hühndorfer Höhe auf. Dort geht seit einiger Zeit ein Fuchs spazieren, teilt Büro- und Projektleiterin Arten-und Naturschutz, Marion Lehnert, mit. "Es handelt sich um ein gesundes schönes Tier, das wohl auch etwas angefüttert wurde und deshalb natürlicherweise das Gelände wiederholt aufsucht."

Nach Informationen des Nabu soll im Auftrag des Betriebsleiters eine Falle aufgestellt gestellt worden sein, um den Fuchs zu fangen. Das Tier soll dann getötet werden. Die Angestellten seien darüber entsetzt, so Lehnert. Keiner möchte, dass dieses Tier stirbt, nur weil es zur Nahrungssuche gelegentlich das Betriebsgelände aufsucht. Doch leider lasse das "mittelalterliche Jagdgesetz" es zu, dass Füchse ganzjährig geschossen werden dürfen. "Haben wir das Recht, nur weil Lebewesen uns oder einige von uns stören, sie brutal zu eliminieren?", fragt sie. Der Nabu schlägt vor, ein strenges Fütterungsverbot zu erlassen und das Tier an anderer Stelle zu füttern, um ihn aus dem Gelände wegzulocken. 

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B. Braun will das Tier nur umsiedeln

Felicitas Groll von B. Braun bestätigt, dass sich auf dem weitläufigen Betriebsgelände in Wilsdruff ein Fuchs angesiedelt hat und dass er offenbar von Mitarbeitern gefüttert wird. "Wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass die Fütterung des Tieres zu unterlassen ist", sagt sie. Leider könne ihr Unternehmen nicht ausschließen, dass das Tier weiterhin  gefüttert wird. Korrekt sei, dass der Fuchs eingefangen werden soll. Denn B. Braun stellt Medizintechnik unter Reinraumbedingungen her. "Wir müssen dementsprechend strengstens auf die Einhaltung der geltenden Hygienebestimmungen achten." Allerdings soll der Fuchs lebend gefangen und umgesiedelt werden.

"Sollte der Nabu uns hierbei gegebenenfalls sogar unterstützen können, würden wir uns sehr über eine Kontaktaufnahme freuen", sagt die Referentin der Geschäftsführung. Marion Lehnert hat die Einladung angenommen. Sie will sich mit B. Braun in Verbindung setzen.

Laut Deutscher Wildtier Stiftung ist der Rotfuchs die einzig vorkommende Fuchsart in Deutschland. Deshalb werde er im deutschen Sprachgebrauch nur als „der Fuchs“ bezeichnet. Er gehört zur Familie der hundeartigen Raubtiere. Da er sich  sehr gut anpassen kann, sei er dem Menschen bis in die Großstädte gefolgt. Die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. 

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