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Fünf Forderungen zur Hohnsteiner Burg

Die Stadt kann es sich vorstellen, das Ensemble zu übernehmen. Sie knüpft das gegenüber dem Landkreis aber an Bedingungen.

Von Anja Weber
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Hart umkämpft: Um Burg Hohnstein wird weiter gestritten.
Hart umkämpft: Um Burg Hohnstein wird weiter gestritten. © Dirk Zschiedrich

Beim Thema Burg-Übernahme müsse man für Hohnstein zuerst die Chancen sehen, sagt Nikolaus Drexler. Der Hohnsteiner Einwohner und ehemalige Landrat fürchtet, dass der Stadt die Hoheit über die Burg entgleiten könnte. Deshalb fordert er, dass die Stadträte nicht nur die Risiken diskutieren sollen, so wie sie es jetzt gerade tun. „Da wird sich nichts bewegen. Wir müssen auch Mut haben“, sagt er. Doch der Stadtrat setzt zunächst auf Rückversicherung.

Ein klares Votum, dass die Stadt die Burg übernehmen soll, gab es zur Ratssitzung am Mittwoch nicht. Vielmehr legte Bürgermeister Daniel Brade (SPD) einen Beschluss vor, welcher ihm ein Mandat für die weiteren Verhandlungen geben soll. Aus Hohnsteiner Sicht sind fünf Forderungen für die Verhandlungen und die Beschlussfassung im Stadtrat wichtig.

Erste Forderung: Die Stadt muss handlungsfähig bleiben

Die finanzielle, personelle und organisatorische Machbarkeit einer Sanierung der Burg durch die Stadt muss sichergestellt sein und darf den Haushalt sowie die Handlungsfähigkeit der Stadt nicht gefährden.

Zweite Forderung: Zuschüsse sollen vertraglich garantiert werden

Übernimmt die Stadt Hohnstein die Burg, ist eine umfassende Sanierung notwendig. Etwa 5,7 Millionen Euro Kosten werden geschätzt. Dafür muss die Stadt Kredite und Fördermittel akquirieren. Die Fördermittel, darauf legt der Stadtrat wert, müssen vertraglich zugesichert werden. „Wir wollen Verträge und keine mündlichen Zusagen“, sagt Ralph Lux (UWV). An dieser Festlegung gab es bereits Kritik. „Es ist fraglich, ob das überhaupt vertraglich zugesichert werden kann“, gab Stadtrat Stefan Thunig zu bedenken.

Dritte Forderung: Unabhängiger Gutachter soll Burg untersuchen

Die Übergabe der Burg an die Stadt Hohnstein bedürfe reiflicher Überlegungen, sagt Ralph Lux (UWV). Aus diesem Grund legte seine Fraktion mit Forderungen nach, die vor der eigentlichen Beschlussfassung im Stadtrat erfüllt sein müssen. Das Bauamt soll nun darstellen, welche baulichen Anlagen in der Machbarkeitsstudie betrachtet wurden und welche nicht. Dann soll die Stadt Hohnstein einen unabhängigen Gutachter beauftragen, der die tatsächlichen Sanierungskosten ermittelt.

Vierte Forderung: Kämmerei soll Finanzen stärker durchleuchten

Die Kämmerei soll die entstehenden Kosten für die Sanierung und die Ausstattung aufrechnen und prüfen, ob das für Hohnstein überhaupt machbar ist. „Wenn die Maßnahmen zum Beispiel insgesamt 20 Millionen Euro kosten, reichen die vom Landkreis avisierten 1,5 Millionen Eigenmittel nicht“, sagt Ralph Lux.

Fünfte Forderung: Stadtrat entscheidet erst später

Für die Betreibergesellschaft muss ein Konzept für die künftige Nutzung der Räumlichkeiten aufgestellt werden. Darüber hinaus soll dargelegt werden, wie die Ausstattung finanziert werden kann und wie die die Burg auch während der Bauphase wirtschaftlich arbeiten kann oder eben nicht. Liegen all die Konzepte, Berechnungen und das Verhandlungsergebnis des Landkreises vor, sollen diese dem Stadtrat vorgestellt werden. Erst dann soll eine Entscheidung fallen, so die Forderung.

Auswirkungen: Dieses Jahr rührt sich mit der Burg vielleicht nichts mehr

Der in Hohnstein gefasste Beschluss ist zunächst Grundlage für die weiteren Beratungen in der Kreistagssitzung am 8. April. Dem Vernehmen nach könnte die SPD-Kreistagsfraktion einen ähnlich lautenden Antrag einbringen. Ob der Vorschlag Hohnsteins und der SPD-Antrag dann eine Mehrheit finden, bleibt abzuwarten. Demgegenüber steht die Forderung der CDU-Kreistagsfraktion, dass Hohnstein die Burg übernimmt und Betrieb sowie Sanierung in Eigenregie ausführt. Der Landkreis würde rund 1,5 Millionen Euro aus dem Kreishaushalt locker machen, die die Stadt als Eigenmittel nutzen soll. Die derzeitige Konstellation lässt befürchten, dass so bald keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Burg Hohnstein fallen wird.

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