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Fünf Tipps für Schulanfänger

Nächste Woche geht es los. 2.399 Kinder kommen in die Schule. Was Eltern nun noch wissen sollten.

Eigentlich keine neue Erkenntnis: Als Ausgleich zum Schulalltag sollen sich Kinder viel im Freien bewegen.
Eigentlich keine neue Erkenntnis: Als Ausgleich zum Schulalltag sollen sich Kinder viel im Freien bewegen. © Egbert Kamprath

Der Ranzen ist gekauft, die Zuckertüte gefüllt, alle Verwandten eingeladen. Am Sonnabend erleben 2.399 Mädchen und Jungen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ihre Schuleinführung, bevor es am Montag richtig losgeht. Viele Kinder freuen sich auf den nächsten Lebensabschnitt, wollen nun unbedingt richtig Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Doch ganz so unbeschwert ist die ABC-Schützen-Zeit nicht, sondern für viele Kinder auch ein Umbruch in ihrem noch jungen Leben. Wie können Familien diese Phase meistern? Was können Eltern von Vorschülern, deren Kinder nächstes Jahr in die Schule kommen, jetzt schon tun? Daniel Stadthaus, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Freital der Helios-Kliniken in Freital und Pirna gibt fünf Tipps für den erfolgreichen Schulstart. 

1. Tipp: Nicht zu viel Druck aufbauen

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In unserer Gesellschaft ist ein guter und qualitativ möglichst hoher Schulabschluss meist die Grundlage für eine erfolgreiche Berufskarriere. Aus diesem Grund sorgen sich viele Eltern bereits früh um die Zukunft ihrer Kinder und bauen, oft auch unbewusst, Druck auf. Schließlich wollen sie nur das Beste für ihren Nachwuchs, vergessen dabei aber möglicherweise manchmal, dass langfristig nur diejenigen erfolgreich sein können, die Schule, Hobbys oder ihren Job mit Freude und Leidenschaft ausüben. Das gilt auch für unsere Kleinsten. Stadthaus: "Mit der Einschulung in die erste Klasse endet für sie der unbeschwerte Alltag ohne Verpflichtungen, den sie bis dahin kannten. Dies ist eine große Umstellung, sowohl körperlich als auch geistig, bei welcher Eltern ihre Kinder behutsam und zugleich verständnisvoll unterstützen können." 

2. Tipp: Motorische Fähigkeiten trainieren

In der Schule sind Kinder zum ersten Mal wirklich auf sich allein gestellt. Ein gutes Körpergefühl hilft ihnen dabei, sich in der neuen Umgebung selbstbewusst zurechtzufinden und bei Spielen, Lernaufgaben oder gemeinsamen Aktivitäten mit ihren Klassenkameraden mitzuhalten. Doch nicht nur die Körperbeherrschung, auch die Feinmotorik ihres Nachwuchses können Eltern bereits vor dem Schulstart stärken. „Kleine Übungen wie das selbstständige Zähneputzen, Servietten falten oder Schleifen binden helfen den Kindern dabei, ihre Hand-Augen-Koordination zu schulen und bereiten sie auf das Schreiben in der Schule vor. Außerdem haben die meisten Kinder Spaß daran, eigenständig herauszufinden, wie Dinge funktionieren und erleben kleine Erfolgsmomente, wenn sie Alltagssituationen ohne die Hilfe ihrer Eltern meistern“, sagt Daniel Stadthaus.

3. Tipp: Ausgleich schaffen, am besten draußen

Vielen Kindern fällt es schwer, über einen längeren Zeitraum ruhig sitzen zu bleiben. Sind sie nicht ausgelastet, können und wollen sie sich nicht konzentrieren und suchen sich Beschäftigungen abseits des Unterrichts. Experte Stadthaus rät: „Eltern können ihr Kind dabei unterstützen, den neuen Alltag besser anzunehmen und dessen Energie richtig einzusetzen, indem sie am Nachmittag ein bis zwei Stunden für gemeinsame Aktivitäten, am besten an der frischen Luft, einplanen. Noch dazu können Kinder durch Hüpfspiele, Radfahren, Seilspringen oder Balancieren ihre Ganzkörper-Koordination und ihren Geschicklichkeitssinn schulen.“ Durch den Ausgleich von Pflicht und Vergnügen verliert man weniger schnell die Lust am Lernen und steigert das individuelle Leistungsvermögen – was übrigens auch auf Erwachsene zutrifft.

4. Tipp: Routinen etablieren und den Schlafrhythmus anpassen

Feste Routinen können nicht nur Erwachsenen, sondern vor allem auch Kindern dabei helfen, sich an neue Situationen besser und schneller zu gewöhnen. Daniel Stadthaus bestätigt: „Ein geregelter Tagesablauf gibt Kindern Halt und Struktur. Und da besonders Erstklässler am Vormittag viele neue Eindrücke sammeln und sich in der Schule konzentrieren müssen, sollten Eltern darauf achten, dass sie am Nachmittag und am Abend zur Ruhe kommen und den Tag verarbeiten können.“ Um eine Routine zu etablieren, hilft es beispielsweise, eine feste Uhrzeit für das gemeinsame Abendbrot und eine gemeinsame Gute Nacht-Routine ohne Fernseher, Tablet oder Spielekonsole festzulegen.

5. Tipp: Aus Misserfolgen lernen

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Da die Leistungsbeurteilung der Kinder in aller Regel anhand von Noten erfolgt, wird den Zahlen eins bis sechs eine hohe Bedeutung zugeschrieben. Mit einer etwas schlechteren Note geht damit oft Traurigkeit und Scham einher. Durch Enttäuschung oder Verärgerung der Eltern werde das Gefühl des Misserfolgs verstärkt, so Kinderarzt Stadthaus. Für alle Beteiligten, also Mütter, Väter und Kinder resultiert daraus also die Herausforderung, eine gesunde Einstellung zu Leistungen aufzubauen und die eigenen Erwartungen entsprechend anzupassen. „Misserfolge wie schlechte Noten gehören zum Leben dazu und stellen einen wichtigen Baustein in der kindlichen Entwicklung dar. Grundsätzlich gilt – niemand ist perfekt. Fördern Sie die Stärken der Kinder und ermutigen Sie sie, niemals aufzugeben.“

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