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Leben und Stil

Fünf Tipps, wie Sie vor Jahresende Steuern sparen

Der Lohnsteuerhilfeverein erklärt, wie man mit fristgerechten Anträgen und geschickter Umverteilung weniger zahlt.

© Hans-Jürgen Wiedl/zb/dpa

1. Zahlungen vorziehen oder aufschieben

Um die Förderung von Handwerkerausgaben oder Arbeitsmitteln ausschöpfen zu können, rechnen Steuerpflichtige am besten aus, welche Ausgaben angefallen sind. Für Handwerkerleistungen im Haushalt werden bis zu 6.000 Euro pro Jahr anerkannt. Für Gärtnerarbeiten und das Reinigen der Wohnung liegt die Fördergrenze dagegen bei 20.000 Euro. Davon senken 20 Prozent die Steuerschuld, also maximal 1.200 Euro beziehungsweise 4.000 Euro, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Ist der Betrag ausgeschöpft, zahlen Auftraggeber weitere Leistungen besser im neuen Jahr. Entscheidend ist, wann das eigene Konto belastet wird.

Für Arbeitnehmer werden bei der Ermittlung der Einkünfte außerdem automatisch Werbungskosten in Höhe von 1.000 Euro abgezogen. Was darüber hinausgeht, senkt die Steuerlast. Denkbar ist etwa, Fortbildungen für 2020 bereits jetzt anzuzahlen.

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Arbeitsmittel sind allerdings nur dann sofort in voller Höhe absetzbar, wenn der Kaufpreis einschließlich Mehrwertsteuer nicht mehr als 952 Euro (Nettopreis 800 Euro) beträgt. Teureres wird über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Für Menschen, die 2020 in Rente gehen wollen, lohnt es sich besonders, Ausgaben vorzuverlegen, so der Bund der Steuerzahler. Denn zahlt man künftig weniger oder keine Einkommensteuer, können Ausgaben unter Umständen nicht mehr zur Steuerminderung genutzt werden.

2. Freistellungsaufträge prüfen

Ob Girokonto, Anleihen oder Rentenfonds: Auf Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden wird die Abgeltungssteuer fällig. 801 Euro pro Jahr bleiben aber pro Person steuerfrei – wenn Sparer ihre Freistellungsaufträge richtig verteilen. Mindestens einmal im Jahr sollten sie dies prüfen, rät die Stiftung Warentest in der Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 12/2019).

Wer bei einer Bank beispielsweise 300 Euro Zinsen bekommt, erteilt dieser einen Freistellungsauftrag über 300 Euro. Bei einem anderen Institut können dann noch 501 Euro steuerfrei gestellt werden. Wird der Sparerpauschbetrag überschritten, behält das Finanzamt 25 Prozent der Erträge plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein. Mit der Anlage KAP der Steuererklärung kann zu viel gezahlte Abgeltungssteuer jedoch später zurückgeholt werden.

3. Verlustbescheinigung beantragen

Wirft das Wertpapierdepot bei einer Bank Gewinne ab und fährt bei einer anderen Verluste ein, können Anleger in der Steuererklärung die Verrechnung beantragen. In der Anlage KAP machen sie dazu entsprechende Angaben, so der BVL. So können einbehaltene Kapitalertragsteuern erstattet werden. Dafür muss man sich aber bei der Bank, bei der die Verluste entstanden sind, rechtzeitig eine Verlustbescheinigung ausstellen lassen. Der Antrag muss bis zum 15. Dezember bei der Bank eingehen, erklärt Erich Nöll vom BVL. Da dies in diesem Jahr ein Sonntag ist, verlängert sich die Frist dem Gesetz nach bis Montag (16. Dezember).

Auf Nummer sicher gehen Bankkunden, die vorausplanen. Denn wird die Ausschlussfrist versäumt, ist die Verlustverrechnung in der Steuererklärung für 2019 nicht mehr möglich. Später bescheinigte Verluste können aber im Folgejahr berücksichtigt werden. Gleiches gilt, wenn die Gewinne nicht zur Verrechnung ausreichen. „Nicht bescheinigte Verluste können nur vom depotführenden Institut automatisch mit künftigen Gewinnen verrechnet werden“, ergänzt Nöll.

4. Sonderabschreibungen nutzen

Für neu gebaute Wohnungen können Eigentümer seit August für begrenzte Zeit mehr Kosten abschreiben. Investoren dürfen vier Jahre lang bis zu fünf Prozent pro Jahr steuerlich als Sonderabschreibung geltend machen. Zusammen mit der linearen Abschreibung sind dies 28 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten – dreieinhalb mal so viel wie bislang.

Der Bauantrag für die neue Wohnung muss dafür zwischen dem 31. August 2018 und dem 1. Januar 2022 gestellt worden sein beziehungsweise werden, so der Verband Privater Bauherren. Zusätzlich zählen auch Wohnungen, die der neue Eigentümer bis zum Ende jenes Jahres erwirbt, in dem sie fertiggestellt worden sind.

Weitere Voraussetzungen: Die Wohnung muss mindestens zehn Jahre lang dauerhaft vermietet werden. Außerdem dürfen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen. Pro Quadratmeter werden maximal 2.000 Euro berücksichtigt.

5. Steuerklasse prüfen

Mit einer günstigen Steuerklasse bekommen Arbeitnehmer einen höheren Nettolohn ausgezahlt. Damit die Wahl noch für 2019 gilt, müsste der Antrag allerdings bis zum 30. November eingegangen sein. Sonst zählt sie normalerweise erst im Folgejahr, erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Alleinerziehende ohne andere Erwachsene im Haushalt können laut Rauhöft die günstigere Steuerklasse II wählen. Noch mehr Spielraum haben die meisten Ehepaare und eingetragenen Lebenspartner. Sie können etwa die Höhe staatlicher Leistungen beeinflussen: Das Arbeitslosengeld fällt mit Steuerklasse III am höchsten aus, bei Steuerklasse V am geringsten.

Entscheidend ist, welche Steuerklasse am 1. Januar des Jahres eingetragen war, in dem der Anspruch entsteht. Wird ein Partner voraussichtlich 2020 arbeitslos, kann sich ein schneller Wechsel also lohnen. Aber Achtung: Dadurch wird der andere in eine ungünstigere Steuerklasse eingeordnet. Sollte er unerwartet arbeitslos werden, ist sein Anspruch auf Arbeitslosengeld niedriger als zuvor. (dpa)

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