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Fünfmal Geldautomaten in Einkaufstempeln ausgespäht

Wegen Skimmings in Dresden und Augsburg wurde gestern ein 26-jähriger Pole verurteilt. Er hat alle Vorwürfe gestanden.

Von Alexander Schneider

Geständiger Angeklagter, kurze Beweisaufnahme, schnelles Urteil – weil er fünf Geldautomaten manipuliert hatte, um die Konto-Daten von Bankkunden auszuspähen, muss der 26-jährige Marcin W. aus Polen für vier Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Bei den „Skimming“ genannten Angriffen auf fünf Automaten im April des Jahres 2011 entstand ein Schaden von über 116 000 Euro.

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Alle paar Tage hatte der Angeklagte im April 2011 ein unauffälliges Vorsatzgerät auf den EC-Karten-Schacht von Geldautomaten gesteckt, sodass die Kontodaten von EC- und Kreditkarten kopiert und die Kunden bei der Eingabe ihrer Pin-Nummer gefilmt wurden – jeweils zweimal an Automaten in der Altmarkt-Galerie und im Elbepark und einmal in Augsburg. Die so erbeuteten Daten verschickte der Angeklagte per E-Mail an seine Komplizen, die damit Kopien der Karten erstellten. Andere Bandenmitglieder, sogenannte Casher, plünderten damit dann im Mai 2011 die Konten der ausgespähten Kunden an Geldautomaten in Pakistan, den USA, Kanada und der Dominikanischen Republik.

Das Urteil des Landgerichts Dresden basiert auf einem Rechtsgespräch. Dem jungen Mann war für ein Geständnis eine Strafobergrenze von viereinhalb Jahren bis fünf Jahren und drei Monate zugesichert worden – je nachdem, wie viel er über die Hintermänner verrät. Marcin W. schwieg allerdings zu seinen Komplizen. Ein erfahrener Ermittler der Dresdner Kripo sagte, Skimming sei ausschließlich das Geschäft rumänischer und bulgarischer Gruppierungen. W. und ein weiterer polnischer Mittäter gehörten zu einer bulgarischen Bande – das sei außergewöhnlich.

Schon im Sommer 2011 fahndete die Polizei nach Marcin W. Die polnischen Behörden hatten ihn allerdings nicht ausgeliefert. Erst im August 2013 wurde W. verhaftet. Er war in der Schweiz nach der Einreise aus Frankreich mit Skimming-Technik und einem falschen Pass erwischt worden. Auch in Österreich wird gegen Marcin W. ermittelt. Seine DNA wurde an einem manipulierten Geldautomaten sichergestellt.