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Für die Ausdauer belohnt

Rosemarie Fleischer und Renate Mirle wandern für ihr Leben gern – engagieren sich aktiv im Kleindehsaer Wanderclub. Das tun sie seit Jahrzehnten.

© SZ Thomas Eichler

Von Marcus Scholz

Kleindehsa. Das Winterwetter der vergangenen Woche hat Rosemarie Fleischer und Renate Mirle nicht davon abgehalten, sich vor die Tür zu wagen. Schnee und Eis können die beiden Kleindehsaerinnen sowieso nicht beeindrucken. Denn ihre Heimat ist die Natur. So oft es nur geht stülpen sich die Frauen ihre Stiefel über und dann kann es losgehen, zu Fuß quer durch die Landschaft. Rosemarie Fleischer und Renate Mirle sind begeisterte Wanderer und aktive Mitglieder des 1. Wanderclubs Kleindehsa. Seit 1978 ist Frau Mirle mit dabei. Anfangs als stellvertretende Vorsitzende und später für 32 Jahre als Chefin der Kleindehsaer Wanderfreunde. Rosemarie Fleischer hat es erst 1991 zum Wandern gezogen. Bis vergangenen Sommer hat sie sich außerdem 13 Jahre lang um die Finanzen des Vereins gekümmert. Für ihr großes Engagement und ihre Verdienste rund um den Wandersport sind beide jüngst belohnt worden. Frau Fleischer darf sich nun stolze Besitzerin der Ehrennadel des Landessportbundes Sachsen in Silber nennen. Renate Mirle hat als Abschluss ihrer offiziellen Tätigkeit im Verein sogar die Ehrenmedaille des Sportbundes überreicht bekommen. Seit rund einem halben Jahr tritt auch sie kürzer und hat die Verantwortung als Vorsitzende weitergereicht. „Es sollte einfach mal jemand anderes ans Ruder“, sagt die 68-Jährige, die sich gern an die ersten Stunden des Wanderclubs zurückerinnert.

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Das ist Ende der 1970er Jahre gewesen. „Damals waren wir zu einer Einzugsfeier bei Freunden eingeladen. Beim Feiern kam uns dann der Gedanke, dass man doch mal wandern gehen könnte“, sagt Frau Mirle. Im Örtchen Kleindehsa ist vor besagter Feierrunde noch niemand auf so eine Idee gekommen. Damals habe es in Kleindehsa zwar den Verein BSG Traktor gegeben, so Ehemann Reinhard Mirle, allerdings nur mit den Sektionen Reitsport, Fußball und Frauengymnastik. 1979 haben sich die Wanderfreunde dann dem Verein angeschlossen und zwei Jahre später in der Sächsischen Schweiz einen eigenen Wandertag ausgerichtet. „Auf Anhieb waren gleich 200 Teilnehmer mit dabei“, sagt Renate Mirle. Vor der Wende sind Kleindehsas Wanderfreunde vor allem in heimischen Gefilden und Tschechien unterwegs gewesen. Mit Öffnung der deutsch-deutschen Grenze haben sie sich dann einen langersehnten Wandertraum erfüllt. „Wir haben uns immer gedacht, wenn wir als Wanderer mal die Möglichkeit haben in den Westen zu kommen, dann wollen wir in die Alpen“, sagt Frau Mirle. Als der Verein 1990 eine Einladung nach München bekommen hat, ist der Traum wenig später wahr geworden.

Rosemarie Fleischer und ihre Wanderkollegin sind auch heute noch regelmäßig auf Tour. Jeden ersten Dienstag im Monat wird bis zu zwölf Kilometer gewandert. „Hohe Berge versuchen wir mittlerweile aber zu umkreisen“, sagt Frau Fleischer. Außerdem seien im Alter die Ansprüche gestiegen, so die 70-Jährige. „Früher haben wir auf unseren Wandertouren mit teilweise über 100 anderen Wanderern in Turnhallen und Schulen übernachtet. Das brauchen wir heute aber nicht mehr“, sagt sie. Insgesamt zählt der 1. Wanderclub Kleindehsa 41 aktive Mitglieder. Das jüngste unter ihnen ist vier Jahre alt, das älteste stolze 85 Jahre. Gewandert wird je nach Leistungsstärke. Denn einige laufen 100 Kilometer am Stück, andere gehen es lieber etwas ruhiger an. Rosemarie Fleischer und Renate Mirle gehören zu letzterer Kategorie. Sie müssen nichts mehr beweisen. Das machen ihre Auszeichnungen deutlich.