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Für die ehemalige Pulsnitzer Berufsschule gibt es mehrere Interessenten

Eigentümer des Schulgebäudes ist der Landkreis. Die Stadt würde gern ein Vereinshaus daraus machen.

Von Reiner Hanke

Einen Riesen-Span haben angehende Tischler schon lange nicht mehr im ehemaligen Pulsnitzer Berufsschulzentrum auf der Goethestraße gehobelt. Es ist aber auch lange noch nicht so weit, dass hier Spielleute den Ton angeben könnten oder die Tischtennisfreunde. Immerhin wird der Gedanke diskutiert, ein Vereinszentrum aus der Schule zu machen.

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Die steht nun schon seit vier Jahren leer. Damals zogen die Berufsschüler nach Kamenz um. Inzwischen hat der Vereinshaus-Gedanke auch in das Pulsnitzer Stadtentwicklungskonzept (Insek) Eingang gefunden. Der ist eng mit dem Schicksal der Sportstätte Kante verknüpft. Von der Kante sollen sich die Pulsnitzer langfristig verabschieden. Das wird zumindest diskutiert. Denn, um das Gebäude zu erhalten, seien erhebliche Investitionen nötig. Dennoch würde aus dem ehemaligen Ballhaus nie eine moderne Sportstätte werden. Über dem Gebäude schwebt also die Abrissbirne. Die kann aber erst loslegen, wenn für die vielen Vereine, die die Räume nutzen, ein adäquater Ersatz gefunden wurde. Hier kommt die Berufsschule ins Spiel. Eigentümer ist allerdings der Kreis. Hat die Stadt also überhaupt die Chance, das Gebäude zu nutzen? Und was kostet die Übernahme? Diese und ähnliche Fragen stellte bereits in der Diskussion um das Stadtkonzept der Pulsnitzer Grünen-Politiker Gerd Kirchkübel. Auch im Kreistag fragte er jetzt zum Thema Berufsschule nach. Denn grundsätzliche Dinge sollten geklärt sein, bevor Ideen ins Konzept geschrieben werden, so Kirchhübel. Die Stadt sieht das etwas anders. Das Insek sei eine Leitlinie, ein Strategiepapier, das Grundzüge der künftigen Entwicklung beschreibe. Ob und wie die Ideen umsetzbar sind, müsse nun im Einzelnen geprüft werden. Zum Beispiel in Sachen Berufsschule. Bereits im Kreistag ließ Landrat Michael Harig (CDU) durchblicken, das seine Behörde dem Verkauf des Gebäudes aufgeschlossen gegenüberstehe. Auf SZ-Anfrage teilte die Behörde nun weitere Details mit. So habe die Stadt Pulsnitz bereits Interesse an der ehemaligen Berufsschule bekundet. Daraufhin habe es sogar Besichtigungen gegeben, so Kreissprecher Gernot Schweitzer. Auch über die Bedingungen für einen Eigentümerwechsel sei gesprochen worden.

Äußerlich befinde sich das Gebäude in einem relativ guten Zustand, heißt es aus der Kreisbehörde. Davon abgesehen seien für eine öffentliche Nutzung aber noch große Investitionen erforderlich, schätzt das Landratsamt realistisch ein. Ein Beispiel sei der Brandschutz. Deshalb stehe derzeit das Angebot, das Grundstück samt Immobilie für den Wert von Grund- und Boden abzugeben, so Gernot Schweitzer. Zu welchem Preis genau, dazu wolle sich die Behörde nicht äußern. Allerdings habe die Stadt Ende 2013 vorläufig abgesagt, sagt Schweitzer. Deshalb sei der Kreis auch mit weiteren Interessenten im Kontakt. Das schließe eine spätere Kaufentscheidung der Stadt Pulsnitz nicht aus, räumt Schweitzer ein. Pulsnitz sei nicht aus dem Rennen.

Auch der Kreis gehe davon aus, dass das Stadtentwicklungskonzept eher strategisch angelegt sei. Dort seien die Erkenntnisse aus der Besichtigung der ehemaligen Berufsschule eingegangen, so Schweitzer. Selbst wenn es einen anderen Käufer gäbe, so würde der Stadt das Vorkaufsrecht eingeräumt, versichert der Sprecher, bevor die Schule den Besitzer wechsle. Es sei gute Praxis das Einvernehmen der jeweiligen Kommune zu suchen. Gernot Schweitzer: „Insofern besteht nicht die Gefahr, dass die Stadt zu spät kommt.“