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Für die „Feldmäuse“ bleibt es eng

Große Hoffnungen hingen am Ausbau der Kindertagesstätte. Doch die große Investition scheiterte nun an einer Grenze.

Kindergärtnerin Bianka Naumann steht vor dem Bereich, um den die Kita erweitert werden soll. Platz für fünf zusätzliche Krippenkinder soll dort entstehen, doch daraus wird erst einmal nichts.
Kindergärtnerin Bianka Naumann steht vor dem Bereich, um den die Kita erweitert werden soll. Platz für fünf zusätzliche Krippenkinder soll dort entstehen, doch daraus wird erst einmal nichts. © André Braun

Waldheim. In Grünlichtenberg gibt es ordentlich Nachwuchs, der Platz in der Kindertagesstätte „Feldmäuse“ wird deshalb zunehmend knapper. „Momentan haben wir dort eine Auslastung von 95 bis 100 Prozent“, beschreibt Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) die Ausnahmesituation. Fünf Kinder aus Grünlichtenberg müssten deshalb bereits auf die Kindertagesstätte in Kriebethal ausweichen. 

„Einige Kinder gehen sogar in Hainichen oder Mittweida in den Kindergarten.“ Für die Eltern bereite das erhebliche Umwege auf dem Weg zur Arbeit und sei sowieso nur möglich, da Mittweida gerade mit rückläufigen Einwohnerzahlen zu kämpfen habe. Die aktuelle Kita-Situation sei auf jeden Fall kein Dauerzustand für die Gemeinde.

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Die Zahl der Krippenplätze soll deshalb von sechs auf zehn bis elf Plätze steigen. Mit dem geplanten Anbau können im gleichen Zuge auch andere Mängel behoben werden. „In der Kita fehlt es an Toiletten und vernünftigen Umkleideräumen. Es gibt dort nicht einmal einen Wickeltisch.“

Die erforderlichen Fördermittel waren bereits fest eingeplant. Noch in diesem Jahr sollte die Kita Grünlichtenberg erweitert werden. Doch die Pläne dafür rücken in weite Ferne – die erhofften Fördergelder sind nicht gebilligt worden.

Damit platzt die größte Investition im diesjährigen Haushaltsplan: 350 000 Euro würde der Anbau kosten, 90 Prozent der Bausumme hätte mit Fördermitteln aus dem Investitionspaket „Soziale Integration im Quartier“ finanziert werden sollen. Ein alternatives Finanzierungskonzept gibt es bisher nicht. Denn im Gegensatz zur Finanzierung aus dem erhofften Bundestopf, seien mögliche Landkreisfördermittel zu gering. Denn mehr als zehn Prozent der Baukosten könne die Gemeinde nicht übernehmen.

Warum es kein Geld gibt, ist ein bisschen verzwickt: Als kleine Gemeinde hat Kriebstein keinen Anspruch auf Städtebaufördermittel und ist deshalb vom Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ abhängig. Bei dessen Beantragung wurde der Schwerpunkt auf touristische Bauprojekte gesetzt und deshalb der Förderungsbereich lediglich rund um das Talsperrengebiet gezogen.

Diese Entscheidung wird der Gemeinde jetzt zum Verhängnis: Denn Grünlichtenberg und somit auch die Kindertagesstätte „Feldmäuse“ liegen außerhalb des eingetragenen Handlungsbereichs, der gleichzeitig auch die Grundlage für die Fördermittel aus dem „Soziale Integration im Quartier“-Topf bildet. „Wir hätten die Grenze einfach nur ein paar Kilometer weiterziehen müssen“, bedauert Euchler.

Doch die Bürgermeisterin möchte das Thema aufgrund des Rückschlags nicht ruhen lassen und versprach, sich nach anderweitigen Fördermitteln umzusehen. „Denn eins ist klar, wir brauchen die fünf bis sechs Plätze definitiv.“

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