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Hoyerswerda

Für eine lebendige Sommer-Stadt

Das Citymanagement befasst sich mit dem nächsten „Boulevard Altstadt“.

Boulevard Altstadt im Juni 2019 in Hoyerswerda
Boulevard Altstadt im Juni 2019 in Hoyerswerda © Archivfoto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Nein, im Sommer fahren nicht alle weg. Eltern schulpflichtiger Kinder sind vielleicht zwei Wochen unterwegs. Wer von den Berufstätigen bekommt in der Hochsaison mehr als drei Wochen Urlaub am Stück? Und ist es nicht so, dass, wer es sich aussuchen kann, wann er wegfährt, schon aus Kostengründen eher Vor- und Nachsaison wählt? Zumal in der Hoffnung, es vor Ort mit weniger anderen Urlaubern zu tun zu haben. So ist es auch in Hoyerswerda – die Stadt ist im Sommer nicht ausgeblutet. Trotz Ferien und Urlaub gibt es genügend Menschen, die hier sind. Hinzu kommen die, die im Lausitzer Seenland Urlaub machen.

Es ist der Punkt, an dem das Projekt „Boulevard“ von Citymanagement und Gewerbering Stadtzukunft ansetzt. „Es kann ja nicht unser Ziel sein, die Stadt im Sommer zuzuschließen“, sagt Dorit Baumeister, einer der beiden Citymanager. Im Sommer 2018 gab es die erste mehrwöchige Boulevard-Aktion, im Sommer 2019 wurde das Ganze auf gut drei Monate ausgeweitet. So soll es auch im Sommer 2020 sein. Von Donnerstag, dem 4. Juni bis Sonnabend, den 22. August wird der Altstadtkern vom Schloss bis zum Markt durch die Kirch- und Friedrichsstraße bis hin zum fünfarmigen Knoten wieder zum Boulevard-Gebiet. Dann sollen über den Straßen wieder die Fahnen wehen. Die hölzernen modularen Stadtmöbel sollen in den kommenden Monaten noch instand gesetzt und dann möglichst schon ab Anfang Mai wieder aufgestellt werden.

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Ideenprozess läuft

Doch wie das Boulevard-Programm in diesem Jahr konkret aussehen soll, das muss erst noch erarbeitet werden. Fakt ist, dass nicht jeder Gewerbetreibende begeistert ist. Mindestens ein Gastronom schließt im Sommer, ein anderer Gewerbetreibender möchte von dem Projekt nicht behelligt werden und wünscht auch keine Dekoration in seinem direkten Umfeld. Andere haben bereits signalisiert, wieder mitmachen zu wollen, andererseits übersteigt die Dauerbespielung von Angeboten auch die Kräfte. Insofern denkt Dorit Baumeister, dass sich die Idee der sommerlichen Altstadtbelebung im übertragenen Sinne immer noch im Stadium des Trainingslagers befindet. Laut Citymanagement wurden bereits alle Beteiligten angeschrieben, um den Ideenprozess für den Sommer zu starten. Für den 3. März ist die nächste große Info-Runde im Bürgerzentrum Braugasse geplant. Dorit Baumeister sieht die Funktion des Citymanagements in der Rolle des Moderators, Ideen einzusammeln, zu koordinieren und für das Marketing zu sorgen. So soll es auf jeden Fall wieder ein Programmheft geben. Ein paar Fixpunkte existieren bereits: das Braugassentheater und der Kunstbus machen am ersten Juli-Wochenende Station in Hoyerswerda. Die Fête de la Musique ist auch in diesem Jahr am 21. Juni ein Teil des öffentlichen Lebens. Es wird wieder Filmvorführungen im Woyski-Park geben, Veranstaltungen im Kulturschalter der ehemaligen Post in der Friedrichsstraße. Ein musikalischer Schaufensterbummel ist ebenfalls wieder angedacht. Es existieren erste Überlegungen für zeitgemäß-moderne sorbische Elemente, die über das Thema Tracht und Folklore weit hinausgehen. Und natürlich wird es auch wieder um Gastronomie gehen. Die Sommerlounge im Fließhof soll dabei betriebssicherer werden. Langfinger hatten es zuletzt bei der Weihnachtslounge einmal mehr auf Zuleitungen des Stromanschlusses abgesehen. Jetzt soll ein extra Starkstromanschluss das Problem lösen. Und natürlich schaut das Citymanagement, aufgrund des vorgegebenen Projektgebietes nun mal ausschließlich für den Altstadtkern zuständig, auch auf den weiteren Jahresverlauf in der Altstadt. Ein Adventskonzept soll es auch für 2020 wieder geben. Und die Idee der Wiederbelebung des Nachtshoppings würde man gern begleiten. „Allerdings wäre es schon erforderlich, dass die Händler die Organisation selbst in die Hand nehmen.“