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Für Meißens Sportler wird es teurer

Die Nutzungsgebühren für Turnhallen sollen drastisch steigen – teils um mehr als das Dreifache.

Von Christoph Scharf

Meißens Sportvereinen drohen steigende Mitgliedsbeiträge: Die Stadt plant, die Gebühren für die Nutzung von Turnhallen und Sportplätzen teils um mehr als das Dreifache anzuheben (siehe Tabelle). Noch ist das Papier nicht vom Stadtrat beschlossen, der jüngste Sozial- und Kulturausschuss allerdings segnete die geplante Erhöhung ohne große Diskussion ab.

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Was für Pläne hat die Stadt

mit den Sportstätten-Gebühren?

Aktuell zahlen Meißner Sportvereine pro Turnhalle und Stunde zwischen drei und zehn Euro, wenn dort Erwachsene Freizeitsport betreiben. Das reicht bei Weitem nicht, um die städtischen Ausgaben für die Sportanlagen zu decken. „Meißen stellt jedes Jahr einen hohen sechsstelligen Betrag für die Unterhaltung ihrer Sportstätten für den Vereinssport bereit“, sagt Stadtsprecherin Katharina Reso. Die gezahlten Nutzungsentgelte decken derzeit nur fünf Prozent der Kosten ab – etwa für die Abschreibung, Reparaturen, Heizung, Hausmeister. Diesen Anteil möchte die Stadt mit der neuen Satzung verdoppeln. Künftig wären im Regelfall 14 Euro pro Stunde zu zahlen.

Wen trifft die geplante Erhöhung – und wen nicht?

Von der geplanten Erhöhung sind 19 Meißner Sportvereine mit etlichen Hundert Mitgliedern betroffen – mit einer Einschränkung: Meißen plant, die Trainingszeiten für Kinder und Jugendliche nach wie vor kostenlos zu halten. Wie bisher soll es auch künftig eine 50-prozentige Ermäßigung geben, wenn die Sportler einen Wettkampfbetrieb unterhalten und nicht nur Freizeitsport betreiben.

Zum Vergleich: In Coswig ist der Wettkampfsport für Coswiger Vereine komplett kostenlos, der Freizeitsport kostet je nach Halle zwischen 1,87 Euro und 3,50 Euro pro Feld. Riesa ist dagegen deutlich teurer und nimmt schon jetzt zwischen 18 und 21 Euro pro Stunde und Sporthalle.

Was sagen die Betroffenen

zu dem Vorhaben?

Jan Winter vom MSV 08 hält eine „angemessene Erhöhung“ für vertretbar. Wichtig sei, dass der Kinder- und Jugendsport kostenfrei bleibe: Drei Viertel der 340 Mitglieder sind unter 18. Am meisten träfen die Pläne die Tischtennis-Spieler. Die sind sommers wie winters auf die Halle der Pestalozzischule angewiesen. Und die gehört mit einer Steigerung von drei auf 14 Euro zu den Hallen mit dem größten Sprung. „Vielleicht finden wir einen neuen Sponsor. Sonst geht es an die Mitgliedsbeiträge.“

Deutlich weniger Verständnis findet das Vorhaben bei Andreas Wünsche, dem Vorsitzenden des Athletikclubs Meißen. Er ist nicht nur völlig überrascht von den Plänen, sondern kann sie auch nicht nachvollziehen. „Mehr als der dreifache Preis wäre ein Lacher für die Rumpelbude.“ Zumal der Verein die Gewichtheberhalle selbst vorgerichtet habe. „Außerdem gehört es sich, im Vorfeld die Leute an den Tisch zu holen, die es zu bezahlen haben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Schließlich müsse man schon jetzt etliche Hundert Euro pro Jahr durch Mitgliedsbeiträge aufbringen.

In welchen Schritten

geht es nun weiter?

Die Stadt verweist darauf, dass die neue Entgeltordnung noch in der Vorbereitungsphase ist – und am Mittwoch im Verwaltungsausschuss noch einmal diskutiert wird. Im April könnte der Stadtrat darüber abstimmen, so dass die neuen Preise zum 1. September in Kraft treten könnten.