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„Für Moritzburg ist das eine tolle Werbung“

Schloss Moritzburg ist wegen des G 6-Gipfels zwei Tage dicht. Die Museumschefin sieht das positiv.

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Frau Möbius, ein roter Teppich und Staatskarossen auf der Terrasse und rings um die Insel und den Teich ein Großaufgebot an Polizei. Vermutlich eine ganz neue Erfahrung für Sie?

In dieser Größenordnung tatsächlich. Aber ganz neu ist für uns der Umgang mit ausländischen Staatsgästen nicht. So konnten wir in den vergangenen Jahren schon die damalige Königin der Niederlande Beatrix, den schwedischen König Carl Gustaf mit seiner Familie und den ehemaligen Finanzminister Theo Waigel mit seinen Amtskollegen aus den Nachbarländern bei uns begrüßen. Auch da gab es Sicherheitsvorkehrungen. Eine zweitägige Tagung dieser Art ist natürlich etwas ganz anderes. Das hatten wir in der Tat noch nicht.

Sie haben den Termin auf der Internetseite des Schlosses angekündigt. Trotzdem waren gestern Touristen enttäuscht, weil das Museum geschlossen hat. Ist das schlecht fürs Image?

Wir haben versucht, dafür einen kleinen Ausgleich zu schaffen. An beiden Tagen kann das Fasanenschlösschen eine Stunde länger als sonst besucht werden. Und auch der Leuchtturm ist ausnahmsweise in der Woche geöffnet. Da der Schlosspark trotz des G 6-Treffen begehbar ist, haben die Besucher zudem die Möglichkeit, aus nächster Nähe etwas Gipfel-Atmosphäre zu schnuppern. Wir sind sehr stolz, Gastgeber für die Minister sein zu dürfen. Und die Bilder, die von der Tagung und damit auch vom Tagungsort in alle Welt gesendet werden, sind nicht zuletzt auch eine gute Werbung für das Schloss und für Moritzburg.

Dienstagnachmittag reisen die Gäste wieder ab. Gibt es am Mittwoch noch Einschränkungen im Schloss?

Wenn die Minister weg sind, beginnt sofort das Aufräumen. Mittwoch früh wird alles wieder so sein, als wäre nichts gewesen.

Gespräch: Sven Görner