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Für neue Bahnlinie gibt’s Geld

Das Verkehrsministerium gibt die ersten Finanzen für die Zugverbindung von Döbeln über Roßwein nach Dresden frei. Doch für Euphorie ist es zu früh.

©  dpa / Symbolbild

Region Döbeln. Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr stellt 110 000 Euro für die Planung einer neuen Bahnverbindung zur Verfügung.

„Seit Jahren kämpfe ich für eine neue Bahnlinie zwischen Döbeln und Dresden, damit die Region Döbeln sich langfristig zum Speckgürtel der großen Städte weiterentwickeln kann. Zunächst vor Ort, damit viele Mitstreiter sich hinter das Projekt stellen. 

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Dann mit dem Koalitionspartner, um 14 Millionen Euro im Landeshaushalt für die Infrastruktur der Strecke einzustellen. Und nun für die konkrete Umsetzung. Schritt für Schritt geht es voran“, sagt der Döbelner Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD Mittelsachsen, Henning Homann.

Die Bahnstrecke

2013: Beschluss der Einstellung der Bahnlinie RB 110.

2015: SPD Mittelsachsen stellt Konzept für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) mit neuer Bahnverbindung vor.

2016: Doppelhaushalt des Landtages 2017/2018 mit ÖPNV-Paket.

2018: 5 Millionen Euro für die Jahre 2019/2020 im Landeshaushalt eingestellt – 14 Millionen Euro bis 2023.

Februar 2019: Erstes Treffen aller Beteiligten zur Zukunft der RB 110 in der Staatskanzlei.

Juni 2019: Variantenprüfung zur besseren Anbindung von Döbeln an Dresden in der Staatskanzlei vorgestellt.

August 2019: Freigabe der Planungsmittel für eine neue Bahnverbindung.

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Nun können die Planungen für eine neue Zugverbindung von Döbeln über Roßwein nach Dresden beginnen. Die Strecke ist derzeit schon für den Nahverkehr nutzbar. „Aber wir wollen eine möglichst schnelle Verbindung, die die Strecke zwischen Döbeln Zentrum und Dresden Neustadt in rund einer Stunde schafft“, so Homann. Dazu seien langfristige Investitionen nötig. Die Mittelfreigabe sei ein wichtiger Meilenstein und ein klares Bekenntnis der Staatsregierung.

Bekenntnis der Landräte fehlt

Für Euphorie sei es aber noch zu früh.„Wir machen Fortschritte, aber die endgültige Entscheidung liegt bei den Verkehrsverbünden und Landräten.“ Besonders die Landräte aus Bautzen und Meißen stellten sich gegen die neue Bahnlinie. „Die Landräte als Chefs der Verkehrsverbünde müssen ihre Blockadehaltung endlich aufgeben. Es kann nicht sein, dass in Bautzen über die Entwicklung unserer Region entschieden wird. Daher brauchen wir die Landesverkehrsgesellschaft, die diese Kleinstaaterei und den Egoismus überwindet“, so Homann.

Die Bahnverbindung ist ein Bestandteil der Zukunftsstrategie Döbeln 2030. „Was gehen kann, wenn die Region Döbeln in Dresden ordentlich vertreten wird, macht das Beispiel der Bahnlinie deutlich. Vor Jahren undenkbar, steht jetzt nicht nur die ganze Region hinter der Forderung, sondern auch die Landespolitik“, sagt Homann. (DA/rt)

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