merken
PLUS Döbeln

Für Obstland zählen nicht nur Schulnoten

Mit fünf Auszubildenden hat der Konzern am Montag weniger Lehrlinge als in den meisten Jahren davor begrüßt. Das hat verschiedene Gründe.

Fünf neue Auszubildende hat Obstland-Vorstand Jan Kalbitz (Mitte) am Montag im Konzern begrüßt.
Fünf neue Auszubildende hat Obstland-Vorstand Jan Kalbitz (Mitte) am Montag im Konzern begrüßt. © Foto: Lutz Weidler

Dürrweitzschen/Leisnig. Richard Schöne will in die Fußstapfen seines Vaters treten und Maurer werden.

 Alles, was er in diesem Beruf wissen und beherrschen muss, lernt er praktisch bei der Mildensteiner Baugilde, einem Tochterunternehmen der Obstland Dürrweitzschen AG. Deren Vorstand Jan Kalbitz hat am Montag neben Richard Schöne noch vier weitere neue Auszubildende im Konzern begrüßt.

Anzeige
Die Karriere in Fahrt bringen
Die Karriere in Fahrt bringen

Im Autohaus Dresden gilt: Wenn Mitarbeiter gute Leistungen zeigen, dürfen sie ihr ganzes Potential entfalten. Da ist so mancher schnelle Aufstieg möglich.

Zwei werden bei der Elektro-Mutzschen (Elmu) lernen – und dort reichlich Arbeit vorfinden. Denn bis Mitte nächsten Jahres sind die Auftragsbücher voll, wie Andy Polter sagte. Deshalb bilde das Unternehmen in der Regel auch zwei Auszubildende pro Lehrjahr aus. 34 Beschäftigte gehören im Moment zum Elmu-Team.

Baustellen auch in der Region

Gut zu tun haben auch die 38 Handwerker der Baugilde. Wie Firmenvertreterin Bettina Pistol sagte, sind die Mitarbeiter aktuell gerade dabei, in Hartha für die Spedition Kipping ein neues Logistikzentrum zu errichten. „Auch beim Archivdienstleister DMI in Leisnig haben wir noch eine Weile Arbeit.“ 

Das Gros bewältigt ist in Bockelwitz. Dort ist unter Federführung des Leisniger Unternehmens das neue Gerätehaus für drei Leisniger Feuerwehrabteilungen entstanden. Im Moment wird der Innenausbau abgeschlossen. Demnächst beginnt noch die Gestaltung des Vorplatzes.

Bei Richard Schöne und seinem Ausbildungsbetrieb, der Mildensteiner Baugilde, hat die Chemie gestimmt. Richard gehört zu insgesamt fünf Lehrlingen, die am Montag bei der Obstland Dürrweitzschen AG ins Team des Konzerns und der einzelnen Tochterunternehmen
Bei Richard Schöne und seinem Ausbildungsbetrieb, der Mildensteiner Baugilde, hat die Chemie gestimmt. Richard gehört zu insgesamt fünf Lehrlingen, die am Montag bei der Obstland Dürrweitzschen AG ins Team des Konzerns und der einzelnen Tochterunternehmen © Foto: Lutz Weidler

Auf Baugilde-Baustellen in Chemnitz und Leipzig ist Richard Schöne dabeigewesen, um sich den betrieblichen Ablauf anzuschauen und zu sehen, was alles zum Handwerk dazugehört.

 Einige Handgriffe hat er sich schon vom Vater abgeschaut. Aber auch ein Baugilde-Mitarbeiter, der in Richards Heimatort Döben bei Grimma lebt, hat gute Überzeugungsarbeit geleistet. „So bin ich zur Mildensteiner Baugilde gekommen“, sagte der junge Mann.

Kennenlernen ist gute Basis

Wie er haben sich alle über Praktika und/oder Ferienarbeit ihre künftigen Ausbildungsbetriebe schon vorab angeschaut – und umgekehrt, wie die Personalchefin Christiane Bley sagte. Dieses Kennenlernen vor Unterzeichnung des Lehrvertrages habe sich in den vergangenen Jahren bewährt, sagte auch Jan Kalbitz.

 Dabei habe sich herauskristallisiert, dass es längst nicht nur auf ordentliche Noten auf dem Zeugnis ankommt, sondern die Begeisterung für eine Branche und der Wille, in die Materie einzutauchen, genauso wichtige Voraussetzungen sind, die Auszubildende mitbringen sollten.

Weil Obstland eben nicht nur auf die Noten geschaut hat, sind es in diesem Jahr weniger Lehrlinge geworden als manch anderes Ausbildungsjahr vorher. Außerdem habe die Corona-Pandemie den einen oder anderen Plan durchkreuzt, sowohl bei den jungen Leuten als auch beim Konzern, sagte Jan Kalbitz.

Im Bereich Obstbau wird sich Ausbilderin Jana Reichelt um zwei junge Männer kümmern. Beide werden im Produktionsbereich Sornzig eingesetzt. Jana Reichelt hat selbst bei der Obstland Gärtnerin im Obstbau gelernt und seitdem manches Jahr geholfen, die Ernte einzubringen.

Von Birne bis Haselnuss

Tonnenweise Obst ernten, verkaufen und verarbeiten die Obstland-Mitarbeiter in der Kelterei Neugreußnig. Derzeit bringen Beschäftigte und Erntehelfer beispielsweise Pflaumen und in Leisnig in einer zweiten „Runde“ Erdbeeren ein.

 Bei Birnen ist Obstland der größte Produzent in Sachsen. Insgesamt ist etwa ein Drittel des gesamten im Freistaat geernteten Obstes in Obstland-Plantagen gewachsen.

Viele Früchte können Verbraucher mittlerweile in Bio-Qualität in den Einkaufskorb legen. Zu den Besonderheiten, die Obstland anbaut, gehören Haselnüsse. Die Bäume stehen auf einer Fläche von 40 Hektar in und um Böhlen.

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln