SZ +
Merken

Für Riesa lohnt sich Erdwärme-Heizung

In Riesa-Merzdorf, in der Region südlich von Strehla und in Bobersen lohnt es sich für Eigenheimbauer, ihre neuen Häuser mit Erdwärme zu heizen oder zu klimatisieren. Das ergibt sich aus den Daten des neuesten Erdwärmeatlas des Freistaates.

Teilen
Folgen

Von Ulrike Körber

In Riesa-Merzdorf, in der Region südlich von Strehla und in Bobersen lohnt es sich für Eigenheimbauer, ihre neuen Häuser mit Erdwärme zu heizen oder zu klimatisieren. Das ergibt sich aus den Daten des neuesten Erdwärmeatlas des Freistaates. Das Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat darin aufgeschlüsselt, wo es unter der Oberfläche am wärmsten ist.

Demnach sind etliche Gebiete entlang der Elbe und südwestlich von Riesa besonders geeignet, um angebohrt zu werden. Wer in Riesa-Weida beispielsweise 40 Meter in die Tiefe bohrt, erreicht eine Heizleistung von rund zwei Kilowatt. Zur Relation: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus braucht rund zwölf Kilowatt. Diese Heizleistung kann durch sechs Erdsondenbohrungen à 40 Meter erreicht werden. Nur zwei Bohrungen bräuchte der Hausbauer am selben Standort, wenn er tiefer in den Boden dringt. Bei 115 Metern lässt sich eine Leistung von rund sechs Kilowatt erreichen. Das lohne sich schon, so Karina Hofmann, Sprecherin des Landesamtes. „Wir haben diesen Atlas herausgegeben, weil viele Anbieter ihren Kunden sagen, dass man pauschal 50 Watt pro Meter im Boden erreichen kann. So einfach ist das aber nicht. Es gibt auch Regionen, da ist nur mit 40 Watt pro Meter zu rechnen“, sagt sie. Die Leistung variiert bei jeweiliger Untergrundbeschaffenheit.

Die Behörde will aufklären, denn immer mehr Hausbauer entscheiden sich für diese erneuerbare Energie. 7000 sind es im gesamten Freistaat bereits, die mit Erdwärme heizen. 1990 waren es nur zwei, so Karina Hofmann. Von einem Boom könnte laut Steffen Hohmann von der HPH Heizungsbau GmbH aus Nossen jedoch nicht die Rede sein. Die Kunden seien sehr zögerlich, entscheiden sich lieber für Solartechnik, wenn es um erneuerbare Energien geht. Er jedenfalls installiere gerade mal zwei bis drei solcher Anlagen pro Jahr.

Auch Immobilienmaklerin und Bauherrin Ingeborg Reinacher aus Riesa scheut vor den Ausgaben solcher Erdwärmesysteme zurück. Der Kosten wegen. Laut Energieberater Diethard Heilig aus Riesa muss ein Hausbauer mit 30000 bis 40000 Euro für alles rechnen. Er hält es allerdings für die optimalste Lösung, wenn jemand auf erneuerbare Energien setzt. „Erdwärme ist konstant, was man hinsichtlich Sonnenstrahlung und Windstärke nicht sagen kann“, so Heilig. Eine Erdwärmeheizung rechne sich in acht bis zehn Jahren.

www.smul.sachsen.de/umwelt/geologie/