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Für Sachsen ab 60 gibt es mehr zu tun 

Die Zahl älterer Beschäftigter ist deutlich gestiegen. Viele verdienen sich auch als Minijobber etwas dazu.

Von Georg Moeritz
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Immer mehr ältere Menschen in Sachsen gehen einem Beruf nach.
Immer mehr ältere Menschen in Sachsen gehen einem Beruf nach. © Patrick Pleul/dpa (Symbolbild)

Dresden. Jedes Jahr werden es mehr Sachsen, die auch im Alter ab 60 Jahren weiter zur Arbeit gehen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich ihre Zahl verdreifacht. Jeder elfte Beschäftigte in Sachsen ist älter als 60, berichtete am Montag die sächsische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Sie bestätigte Angaben der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann (Linke). Sie fordert, dass in den Betrieben eine „altersgerechte Arbeitsgestaltung“ eine größere Bedeutung bekommt.

Rund 143.000 Sachsen über 60 waren im Juni vorigen Jahres sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich aller Bundesländer liegt Sachsen auf Platz 2 hinter Baden-Württemberg, wenn es um die Beschäftigungsquote der 60- bis 65-Jährigen geht. Für Arbeitsagentur-Sprecher Frank Vollgold zeigt sich darin nicht nur, dass die älteren Sachsen fleißig sind, sondern auch, dass die Unternehmer häufig gute Arbeitsbedingungen bieten. Ein Übergang in die Rente müsse auch nicht abrupt sein, sondern könne mit Teilzeitarbeit vorbereitet werden.

Unter Minijobbern in Sachsen finden sich ebenfalls immer mehr ältere Menschen: Mitte vorigen Jahres waren es fast 79.000, davon die meisten über 65. Laut Arbeitsagentur arbeiten Menschen über 65 häufig im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Manche hätten Freude an der Arbeit und suchten Abwechslung, andere wollten niedrige Renten aufstocken – es gebe laut Umfragen nicht nur einen Grund.

Markus Schlimbach als Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen sagte der Sächsischen Zeitung, die Zahlen zeigten die gute Konjunktur der vergangenen Jahre und den Fachkräftemangel. Betriebe hätten ein Interesse daran, ihre Beschäftigten im Arbeitsleben zu halten. Vor zehn Jahren sei es noch üblich gewesen, ältere Beschäftigte zeitig in den Ruhestand zu schicken. Heute müssten sich die Chefs über betriebliches Gesundheitsmanagement Gedanken machen.

Schlimbach erinnerte aber auch daran, dass nicht jeder zum Arbeiten im Alter in der Lage ist. Die Anforderungen seien nicht geringer geworden. Trotz der Berichte über Pflege-Roboter gebe es bisher kaum welche. Ob in der Pflege oder beim Paketzustellen – körperlich und psychisch sei noch immer viel zu leisten.

Die Abgeordnete Zimmermann forderte, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Beschäftigten bei guter Gesundheit in Rente gehen. Stress und ständige Erreichbarkeit seien riskant. Ein gesetzliches Rentenalter von 67 Jahren oder mehr sei in vielen Branchen unrealistisch und nichts anderes als eine Rentenkürzung.

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