SZ +
Merken

Für Spielplatz Hertigswalde fehlt noch Geld

Sebnitz

Teilen
Folgen

Die Stadt Sebnitz hatte sich das Vorhaben recht einfach vorgestellt. Würden alle 5500 Sebnitzer Haushalte jeweils nur fünf Euro spenden, ließe sich der rund 25000 Euro teure Kinderspielplatz im Ortsteil Hertigswalde problemlos finanzieren. Im März startete das Rathaus die Spendenaktion, zum Kindertag wurde das von einer Hertigswalder Elterninitiative initiierte Kinderareal eingeweiht.

Doch in den vergangenen Wochen ist das Finanzierungskonzept etwas ins Stocken geraten. Zwar ist die Spendenbereitschaft laut der Stadt – trotz großer Sammelaktionen für die Sebnitzer Glocken und den Orgelspieltisch – weiterhin hoch. Erst kürzlich übergab Frank Hubald, Schatzmeister des Gewerbevereins Sebnitz, der Stadt einen Scheck über 400 Euro. Noch aber fehlen rund 4600 Euro, um den Spielplatz komplett zu finanzieren und das Projekt abzuschließen.

Die Stadt setzt nun weiterhin auf die Spendenbereitschaft der Einwohner. „Zugunsten der Kinder wurde entschieden, den Spielplatz zu bauen, obwohl die Gelder noch nicht alle beisammen waren. Folglich geht der Spendenmarathon weiter“, sagt Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU). In Aufrufen im Grenzblatt appelliert er regelmäßig an die Geberlaune der Sebnitzer. Um zu schauen, wofür sie ihr Geld anlegen, können potenzielle Geldgeber auf der Internetseite www.sebnitz.de einen Animationsfilm über den Spielplatz ansehen. Zum Ende des Jahres ist zudem eine große Aktion gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden geplant, um die derzeitige Finanzierungslücke zu schließen.

Ideen sind ausgegangen

Andere Projekte, das Geld einzutreiben, sind derzeit rar. „Mir sind ein wenig die Ideen ausgegangen“, sagt Spielplatz-Mitinitiator Stefan Montag aus Hertigswalde. Das familieneigene Bauunternehmen hat bereits viele Leistungen – Gelände profilieren, Mutterboden aufschütten, Fundamente gießen – in Eigeninitiative als Spende in das Kinderareal investiert. Nun ist guter Rat teuer. „Zwar identifizieren sich die Hertigswalder mit dem Spielplatz, aber es wird schwierig, anderweitig Menschen zu finden, die dafür zahlen“, sagt Montag.

Auch Maik Richter, Inhaber des Gasthofes Hertigswalde, ist mit seinem Latein am Ende. Ursprünglich wollte er im Sommer eine Sonnenwendfeier mit kleinem Basar auf dem Spielplatz gegenüber seines Lokals veranstalten, um den Erlös zu spenden. „Das wäre eine schöne Aktion gewesen“, sagt Richter.

Doch die Stadt lehnte das Ansinnen ab, wohl aber nicht wegen der Spendenaktion, sondern weil das Sonnenwendfeuer zu nahe an der vorbeiführenden Kreisstraße gebrannt hätte. „Veranstaltungen für den Spielplatz sind uns natürlich willkommen“, sagt Ruckh.

Allerdings bewegen sich Stadt und Elterninitiative dabei auf schmalem Grat – denn der Spielplatz lebt auch davon, dass ihn Anwohner akzeptieren. Schon mehrfach klagten Nachbarn über zu viel Lärm auf dem Spielplatz. „Auch deren Interessen müssen wir berücksichtigen“, sagt Ruckh. Daher genehmigt die Stadt nur Veranstaltungen, die sich in den Grenzen des Zumutbaren bewegen. „Dennoch haben wir die Ablehnung sehr bedauert“, sagt Richter.