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„Für Studium und Partys bleibt noch genug Zeit“

Lukas Ladig ist das jüngste Mitglied im Ottendorfer Gemeinderat. Der 23-Jährige verrät, warum er Politik machen will.

Die SZ trifft sich regelmäßig auf einen Kaffee mit interessanten Menschen aus dem Rödertal, die Wichtiges zu aktuellen Ereignissen zu erzählen haben. Heute sprechen wir mit Lukas Ladig. Er ist neu im Ottendorfer Gemeinderat und kann das noch gar nicht richtig glauben. Der 23-Jährige will sich für seinen Ort starkmachen. Die Sächsische Zeitung fragt nach:

Herr Ladig, ist Kommunalpolitik nicht eigentlich total langweilig?

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Noch habe ich ja kaum Erfahrung damit. Es ist sicher viel Klein-Klein. Mir ist bewusst, dass hier keine Entscheidungen getroffen werden, die das Land komplett verändern. Aber ich denke schon, dass man als Mitglied den Ort voranbringen kann.

Ist das auch der Grund, warum Sie sich zur Wahl gestellt haben?

Auf jeden Fall. Ich möchte mich auch für junge Menschen und die Kirchgemeinde starkmachen und ein Ansprechpartner für die Leute im Ort sein. Sie sollen mit ihren Problemen zu mir kommen können. Ich hatte vorher schon Verbindung zum Aktionsbündnis Parteilose. Und dann kam eines zum anderen.

Das klingt ja so, als hätte Sie das Ergebnis mächtig überrascht?

Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass ich so viele Stimmen bekomme und gleich im Ottendorfer Ortschaftsrat und im Gemeinderat sitze. Aber ich hoffe, dass ich beiden Aufgaben gerecht werden kann.

Einige Sitzungen werden jetzt auf Sie zukommen. Geht da nicht viel Zeit für zum Beispiel Partys verloren?

Nein. Es sind ja nur zwei, drei Treffen im Monat. Dann kommt noch etwas Zeit für das Lesen der Unterlagen hinzu. Für mein Studium und die Freizeit bleibt genug Zeit.

Im Ottendorfer Gemeinderat wird ja bekanntlich oft heiß diskutiert. Können Sie sich da überhaupt durchsetzen?

Durchsetzen ist das falsche Wort. Zur Politik gehört es dazu, am Ende Kompromisse zu finden. Ich bin ja auch nur einer von 18 Gemeinderatsmitgliedern. Natürlich habe ich schon viel von den Sitzungen gehört. Aber ich hoffe einfach, dass wir über Dinge im Ort streiten können, ohne dabei persönlich zu werden.

Waren Sie denn schon einmal bei einer Sitzung dabei?

Ganz ehrlich? Bis jetzt noch nicht. Irgendwie ist es bisher noch nicht dazu gekommen. Wie eine solche Sitzung abläuft, werde ich wohl erst dann sehen, wenn ich am 30. Juni mit den anderen Gemeinderäten am Sitzungstisch Platz nehme. Aber wenn man mitreden und mitentscheiden kann, ist das auch eine andere Sache.

Fünf Jahre im Gemeinderat, fünf Jahre in Ottendorf. Liegt hier ihre Zukunft?

Natürlich weiß ich nicht, was in fünf Jahren sein wird. Für mich ist das ein langer Zeitraum. Aber ich habe die Verantwortung übernommen und werde wenn möglich auch die nächsten fünf Jahre in Ottendorf wohnen bleiben. Aber falls nicht, gibt es schon einen Nachfolger.

Kann man denn als junger Mensch gut in Ottendorf leben?

Natürlich. Der Ort hat viel zu bieten. Auch für junge Leute. Stichwort: Vereine. Nur die Anbindung an Dresden könnte besser sein.

Noch ganz kurz: Was wollen Sie als Erstes verändern?

Ein großes Ziel von mir ist es, die Kommunalpolitik in Ottendorf insgesamt transparenter zu machen. Unsere Webseite ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Das Gespräch führte Marleen Hollenbach.

http://ap-ottendorf-okrilla.blogspot.de