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Fundtiere gehören zunächst ins Tierheim

Die Leiter der Tierheime in Görlitz und Horka warnen davor, ein gefundenes Tier einfach zu behalten. Die Besitzer suchen dann nämlich vergeblich.

Peter Vater ist der Leiter des Görlitzer Tierheims "Krambambuli".
Peter Vater ist der Leiter des Görlitzer Tierheims "Krambambuli". © nikolaischmidt.de

Auf unserer Terrasse sitzt ein Hund. Mit diesen Worten empfangen die Töchter von Christine Müller ihre Mutter nach der Arbeit. Die Familie aus dem ländlichen Umland von Görlitz besitzt kein Haustier, aus der Nachbarschaft stammt der Hund auch nicht, also muss der Vierbeiner entlaufen sein. Frau Müller ruft im Görlitzer Tierheim "Krambambuli" an.

"Alles richtig gemacht", sagt Peter Vater. Er ist der Leiter des Tierheims. Er wäre froh, wenn alle Finder von Haustieren so handeln. Denn es ist verboten, ein Fundtier einfach zu behalten. "Die Besitzer suchen in der Regel nach ihrem Tier. Das Tierheim ist dabei meist der erste Ansprechpartner, wenn die Suche in der häuslichen Umgebung erfolglos blieb", erklärt der Tierheimleiter.

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Besitzer fragen im Tierheim nach

In den vergangenen Wochen musste Vater dreimal die Erfahrung machen, dass Finder die Tiere zunächst behielten. Nach ein paar Wochen, als sie bemerkten, dass sie mit dem Fundtier überfordert sind oder das Tier nicht mit in den Urlaub nehmen können, wurde es im Tierheim abgegeben.

Doch da hatte Peter Vater dem Besitzer des Tieres schon eine negative Antwort geben müssen. Gleich nach dem Weglaufen ihrer Haustiere hatten sich drei Besitzer im Tierheim gemeldet. Weder sie noch der Tierheimchef ahnten, dass der entlaufene Vierbeiner wohlauf bei einer Familie war, die ihn gefunden hatte.

"Wir führen keine Datei über Anrufer, die bei uns nach ihren entlaufenen Tieren fragen", erklärt der Tierheimchef. So könne er Wochen später auch nicht sagen, wem ein Tier möglicherweise gehört, wenn es dann doch als Fundtier dem Tierheim übergeben wird. Peter Vater bittet darum, dass Finder von Haustieren das Tierheim anrufen. "Die Chance, dass die Tiere wieder in ihr Zuhause kommen, ist so am größten." Erst wenn sich nach bestimmter Zeit kein Besitzer meldet und keiner ermittelt werden kann, gelangt das Tier in die Vermittlung.

Kleine Kätzchen im Tierheim Horka.
Kleine Kätzchen im Tierheim Horka. ©  Archiv/André Schulze

In Horka werden meist Katzen behalten

Das Tierheim Horka hat ein ganz ähnliches Problem. Allerdings sind es hier vorrangig Katzen, die als Fundtiere schnell mal behalten werden, berichtet Tierheim-Leiterin Rosemarie Zille. Sie verweist darauf, dass das gefundene Tier streng genommen kein Fundtier mehr ist, wenn es in Obhut genommen wird. "Bringen die Leute die Katze oder den Hund dann nach einiger Zeit doch ins Tierheim, wird ein entsprechender Obolus fällig", erläutert sie. Auch Frau Zille verweist darauf, ein Fundtier immer zunächst beim Tierheim zu melden. "Dann sind die Chancen wirklich am größten, dass sich Besitzer und Fundtier wiederfinden", betont die Tierheimleiterin.

Familie Müller jedenfalls erfuhr, dass ihr Fundtier später bei einer älteren Dame ein neues Zuhause fand.

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