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Fundsachen kommen unter den Hammer

Zum Bierstadtfest werden die Fundsachen aus dem Bürgerbüro versteigert. SZ hat sich die Auktionsliste schon einmal angeschaut.

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Von Carmen Leuschel

Herrenlose Fahrräder, Handys, Goldketten und wertvolle Ringe haben in den Regalen des Fundbüros lange darauf gehofft, dass ihre Besitzer sie wieder abholen. Doch nun ist die Warterei zu Ende und die Fundstücke kommen beim Bierstadtfest unter den Hammer. Am Sonnabend, dem 7. August 2010, wird Oberbürgermeister Gerhard Lemm ab 18 Uhr als Auktionator die Versteigerung der Fundgegenstände auf der Hauptbühne am Marktplatz leiten. Vorher können Interessenten die Fundsachen in der Zeit von 16.30 bis 17.30 Uhr im Rathaus inspizieren.

Und der Blick auf die insgesamt 40 Fundstücke lohnt sich. „Ein Ring aus 585er Gold und eine Kette aus 333er Gold stehen zum Beispiel auf der Auktionsliste genauso wie 17 wertvolle Fahrräder“, sagt Ingrid Grobstieg, die Leiterin des Radeberger Bürgerbüros.

Kuriose Fundsachen

Die Fundsachen, die zum Bierstadtfest versteigert werden, stammen alle aus 2009. Insgesamt wurden im vorigen Jahr 156 Gegenstände im Fundbüro abgegeben. Davon sind 41 wieder von ihren rechtmäßigen Besitzern abgeholt worden. Und der Rest? „Wenn sich kein Besitzer meldet, kann der Finder nach einer Frist von sechs Monaten das Fundstück für eine kleine Verwaltungsgebühr erwerben“, erklärt die Leiterin des Bürgerbüros. Wenn der Finder den Gegenstand jedoch nicht haben will, geht das Fundstück ins Eigentum der Stadt über. „Angesichts der Masse an Fundsachen, die wir damals vom Meldeamt übernommen haben, kam der Stadt dann die Idee mit der Versteigerung“, erinnert sich Ingrid Grobstieg, die schon viele kuriose Fundstücke gesehen hat. „Bei uns wurde schon einmal ein Gebiss abgegeben, das aber niemand abgeholt hat. Und eine Geldbörse haben wir schon einmal zurückgegeben, bevor die Besitzerin überhaupt gemerkt hatte, dass sie fehlt“, sagt Ingrid Grobstieg lachend.

Volle Geldbörsen werden bei der Auktion zum Bierstadtfest allerdings nicht dabei sein. Die bleiben sowieso meistens nicht lange liegen. Anhand der persönlichen Dokumente kann das Fundbüro den Besitzer oft ermitteln. Und auch wenn das Geld meistens nicht mehr drin ist, freuen sich die Besitzer, wenn sie wenigstens ihre Dokumente wiederbekommen.

Bis die Fundsachen jedoch ins Fundbüro kommen, ist es manchmal ein langer Weg. „Viele wissen heutzutage gar nicht mehr, dass es im Bürgerbüro auch noch ein Fundbüro gibt“, sagt Ingrid Grobstieg. Andere ehrliche Finder geben die Gegenstände dort ab, wo sie sie finden, im Laden oder an einem Verkaufsstand. „Dann gerät das Fundstück in Vergessenheit und ist noch nicht im Fundbüro, wenn der Besitzer schon danach fragt“, erklärt die Leiterin des Bürgerbüros den Teufelskreis, der manchmal entsteht.

Den Finderlohn gibt es übrigens auch noch. Bis zu einem Wert von 500 Euro kann ein Finder fünf Prozent des Geldwertes bekommen. Für alles, was darüber liegt, kann sich der Finder über drei Prozent des Wertes freuen.

Ein Mountain-Bike war bei der letzten Auktion übrigens der Hit. Es war mit 17 Euro Anfangspreis angesetzt und ist letztlich für 63 Euro versteigert worden. Das ersteigerte Geld wird von der Stadt dann noch drei Jahre für eventuelle nachträgliche Ansprüche aufbewahrt und geht nach Ablauf dieser Frist endgültig in die Stadtkasse über. Wer noch Gegenstände aus dem letzten Jahr vermisst, hat noch bis zum Freitag, dem 6. August, im Bürgerbüro Zeit, seine Ansprüche geltend zu machen.