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Das vielleicht letzte Jubiläum

Vor 60 Jahren wurde der Funkturm errichtet. Am Sonntag wird er gefeiert. Mit einem bitteren Beigeschmack.

Von Annett Heyse

Er ist zu einem Erkennungszeichen Wilsdruffs geworden wie die Leuchttürme an der Ostseeküste – der Wilsdruffer Funkturm. 153 Meter hoch, rot-weiß lackiert und nun 60 Jahre alt hat die riesige Antenne samt umliegendem Funkamt nun ihr Rentenalter erreicht, nachdem sie am 8. Mai 1954 offiziell eingeweiht wurde.

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Anlässlich des runden Bestehens findet an diesem Sonntag, den 15. Juni, ein Symposium statt. Die Veranstalter, der Technikverein-Sender-Wilsdruff und Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff, haben sich prominente Gäste eingeladen.

Prominente Gäste

Als Gastredner werden unter anderem Bundestagsabgeordneter Klaus Brähmig, Mike Schmeitzner vom Hannah-Arendt-Institut-Dresden sowie der ehemalige Betriebsleiter Hans-Joachim Böhme, begrüßt. Die Veranstaltung findet im Stadt- und Vereinshaus am Kleinbahnhof, Freiberger Straße, statt. Beginn ist zehn Uhr.

Dem Verein geht es bei dieser Veranstaltung aber noch um ein bisschen mehr. Der Funkturm und seine Anlagen sollen möglichst erhalten bleiben. Denn der Mittelwellensender Wilsdruff stellte zum 30. April 2013 den Betrieb ein. Die Gebäude des Funkamtes, bis vor wenigen Jahren noch im Besitz der Telekom, sind inzwischen an einen Geschäftsmann verkauft worden.

Abriss ruht zurzeit

Der neue Eigentümer nutzt das Funkamt für seinen Pferdesport. Kenner des Funkamtes schwärmen allerdings von der letzten vollständig erhaltenen Sendeanlage aus den 1950er-Jahren in Deutschland. Auch gehöre sie zu den frühen Zeugnissen der DDR-Architektur.

Umso größer war in Wilsdruff die Unruhe im Sommer 2013, als bekannt wurde, dass für den Funkturm der Abriss beantragt wurde. Wilsdruffs Stadträte sprachen sich damals dagegen aus. Momentan ruhen die Abrisspläne.