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Sebnitz

Funkmast-Pläne stoßen auf Widerstand

Der Handy- und Fernsehempfang bei Stolpen soll besser werden. Doch das hat auch seine Tücken.

So ähnlich wie dieser Turm bei Obercarsdorf könnte der Mast in Lauterbach aussehen.
So ähnlich wie dieser Turm bei Obercarsdorf könnte der Mast in Lauterbach aussehen. © Archivfoto: Egbert Kamprath

Im Stolpener Ortsteil Lauterbach soll ein Funkturm errichtet werden, 40 Meter werden die Stahlgitter in die Höhe ragen. 

Bauherr ist die Deutsche Funkturm GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Funkturm plant, realisiert und vermarktet Antennenträger. Welcher Anbieter künftig den Mast in Lauterbach nutzen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Allerdings stößt das Vorhaben offenbar nicht gerade auf Zustimmung.

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Im Stolpener Stadtrat war die Diskussion darüber schon einmal vertagt worden. Denn die Bedenken sind groß. Zur Ratssitzung am Montag stand der Funkturm wieder auf der Tagesordnung. Stadtrat Kai Hemmerlein (Wählervereinigung) befürchtet, dass an einen Stahlgitterturm künftig noch mehr Antennen angebaut werden. Deshalb favorisiert er einen – ebenfalls üblichen – Stahlbetonmast.

Stadtrat Ralf Steglich (CDU), selbst aus Lauterbach, plädierte dafür, den Standort des Mastes um wenige Meter zu verschieben. Denn so, wie es die Bauherren planen, wäre er nur 40 Meter von der Beyergasse und damit von Wohnbebauung entfernt. Außerdem solle der Turm einen Zaun erhalten, damit er kein Spielplatz werde. Doch das Problem ist: Das Gremium kann nicht entscheiden, ob ein Mast gebaut wird oder nicht. Das entscheidet die Baubehörde im Landratsamt. 

Und der Funkturm werde kommen, da ist auch Stolpens Bürgermeister Uwe Steglich (FDP) sicher. Einen Stahlbetonmast würde er auch besser finden. „Aber wir können das baurechtlich nicht beeinflussen. Und ich fürchte, wir werden mit den Forderungen nicht durchkommen“, sagt er. Einzige Möglichkeit wäre, die kritischen Punkte als Vorbehalt zu formulieren. Und so haben das dann die Stadträte beschlossen. Sie wollen einen Stahlbetonmast sowie einen anderen Standort. Allerdings hatte dies das Unternehmen in einer Stellungnahme bereits abgelehnt.

Wird der Mast verschoben, sei die Blickbeziehung zur Burg Stolpen beeinträchtigt. Außerdem bedeute das dann auch wieder einen höheren Aufwand. Und die Stahlgitterkonstruktion habe man bewusst gewählt. Sicherlich auch, um Geld zu sparen. Und nicht zuletzt, um eben auch unproblematisch die Anlage mit weiteren Antennen zu bestücken.

In Lauterbach selbst ist das Bauvorhaben offenbar noch weitgehend unbekannt. Doch Bedenken gibt es. „Mir geht es weniger um das Aussehen, sondern vielmehr um die Gesundheit“, sagte eine Einwohnerin mit Blick auf mögliche Strahlenbelastung. Aus der Erfahrung heraus würden auch da die geltenden Vorschriften eingehalten, sagte der Bürgermeister und er verwies darauf, dass die Errichtung von Funktürmen baurechtlich privilegierte Vorhaben seien. Und da auch die Technik immer weiter fortschreite und unter anderem auch besserer Empfang für Handy, Radio oder Fernsehen gefordert wird, würden künftig solche Funktürme häufiger und auch generell näher an die Ortschaften rücken, um maximale Leistung zu erhalten.