merken
PLUS

Riesa

Funkmast soll schnelles Internet nach Bobersen bringen

Ein Riesaer Unternehmen will den Zeithainer Ortsteil erschließen. Doch ein Detail könnte problematisch werden.

So oder so ähnlich könnte der Ortseingang von Bobersen gegenüber dem Reiterhof bald aussehen: Damit das schnelle Internet in den Ort kommt, soll dort ein zehn Meter hoher Funkmast installiert werden.
So oder so ähnlich könnte der Ortseingang von Bobersen gegenüber dem Reiterhof bald aussehen: Damit das schnelle Internet in den Ort kommt, soll dort ein zehn Meter hoher Funkmast installiert werden. © Fotomontage: Sebastian Schultz

Bobersen. Der Ortseingang von Bobersen könnte sich bald deutlich verändern: Damit die Einwohner des Zeithainer Ortsteils künftig schneller im Internet surfen können, will die NU Informationssysteme GmbH an der Lessaer Straße 47 gegenüber dem Reiterhof einen Richtfunkmast aufstellen.

Dieser ist rund zehn Meter hoch und soll das schnelle Internet per Funk von Riesa über die Elbe bis nach Bobersen bringen. Dort soll der Mast, der zunächst über eine Datenübertragungsrate von einem Gigabit pro Sekunde verfügen wird, das empfangene Signal über einen Adapter in den bereits vorhandenen Telefonkasten einspeisen. Geht es nach der NU Informationssysteme GmbH, könnte das schnelle Internet den Einwohnern von Bobersen bereits ab Juli zur Verfügung stehen.

Anzeige
Sparen wie die Schwaben in Sachsen 

Weil es zu Hause doch am gemütlichsten ist! Jetzt zu günstigem Gas und Strom mit Vertrauensgarantie der Stadtwerke Döbeln wechseln und Prämie sichern!

Das zumindest geht aus den Plänen hervor, die NU-Geschäftsführer Thomas Witt im jüngsten Zeithainer Gemeinderat vorgestellt hat. „Wir befinden uns in der Phase des Anbindens“, so Witt gegenüber den Gemeinderäten. Die Mastsetzung solle schon bald erfolgen, danach seien nur noch ein paar Montagen vorgesehen. Bleibe das Wetter gut, könne das Angebot wohl schon Mitte des Jahres zur Verfügung stehen. „Wenn wir die Ortslage erschlossen haben, können die Kunden dort dann mit bis zu 100 Megabit pro Sekunde surfen“, erklärt Thomas Witt.

Diskussionen um den Mast-Standort

Die Aussicht auf schnelles Internet dürfte in Bobersen durchaus für Freude sorgen. Denn die großen Anbieter sind dem Zeithainer Ortsteil bisher eher fern geblieben. Doch das Vorhaben sorgt auch für Skepsis, etwa bei Dieter Wamser. „Es ist immer gut, wenn man solche Sachen gemeinsam mit den Bürgern macht“, so der stellvertretende Bürgermeister und BIG-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat. Sein Augenmerk liegt dabei vor allem auf dem Funkmast, der in Bobersen errichtet werden soll. Wamser lobte zwar das Anliegen, schnelles Internet nach Bobersen zu bringen, merkte aber auch an: „Erfahrungsgemäß will nicht jeder einen solchen Funkmast in seiner Nähe haben.“

Laut Zeithains Bürgermeister Ralf Hänsel (parteilos) ist die Entscheidung über den Standort auf dem Papier aber bereits gefallen. Zwar liege in der Verwaltung kein Bauantrag, dafür aber ein Antrag auf Zustimmung nach Telekommunikationsgesetz vor, so Hänsel. Der sieht die Errichtung des Mastes an der Lessaer Straße 47 vor. In diesem Fall habe die Gemeinde wenig Mitspracherecht. Allerdings habe NU-Geschäftsführer Thomas Witt im Nachgang des Gemeinderates signalisiert, sich die Situation noch einmal mit Ralf Hänsel und Dieter Wamser vor Ort ansehen zu wollen. Wamser, der in Bobersen wohnt, könnte hier als Vermittler fungieren.

Die Diskussion um den Standort des Richtfunkmastes dürfte indes das Einzige sein, was die Bobersener von den Vorarbeiten der NU Informationssysteme mitbekommen. Was genau das Riesaer Unternehmen, das seit fast 20 Jahren in der Region zwischen Magdeburg und Dresden aktiv ist, künftig in Bobersen anbieten will, werde noch rechtzeitig kommunziert, so Thomas Witt. „Zum Start des Angebots wird ein umfangreicher Informationsflyer verteilt“, verspricht Witt.