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Furchtbarer Verdacht

Frank Grubitzsch über Argentinien und den Anschlag von 1994

Dieser Verdacht ist ungeheuerlich: Musste der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman sterben, weil er einer geheimen Abmachung zwischen der Regierung und dem Iran auf der Spur war? Besaß er tatsächlich Beweise dafür, dass Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner und Außenminister Héctor Timerman Täter und Hintermänner des Anschlags auf das jüdische Gemeindezentrum im Jahr 1994 vor Verfolgung geschützt haben? Hat sich der Iran im Gegenzug mit Öllieferungen zu Vorzugskonditionen erkenntlich gezeigt?

Noch sind das alles Vermutungen, für die es keine hieb- und stichfesten Beweise gibt. Doch wenn es ein Staatsanwalt wagt, die Staatspräsidentin anzuklagen, muss er mehr besitzen als nur Indizien. Anderenfalls würde er sich selbst und die Justiz der Lächerlichkeit preisgeben.

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Ob Nisman freiwillig aus dem Leben schied, in den Freitod getrieben oder gar ermordet wurde: Der argentinische Staat und seine Justiz müssen jetzt alles tun, um den Fall lückenlos aufzuklären. Das sind sie auch den Hinterbliebenen der Opfer von 1994 schuldig, die noch immer auf die Aufklärung der wahren Hintergründe des Anschlags warten.

Staatspräsidentin Kirchner tut gut daran, den schlimmen Verdacht aus der Welt schaffen. Dabei geht es nicht allein um ihre Glaubwürdigkeit, sondern vor allem um das Ansehen des Staates. Anderenfalls bleibt an Argentinien das entlarvende Etikett „Bananenrepublik“ hängen – ein Land, dessen Regierung die Aufklärung eines furchtbaren Verbrechens und damit Recht und Gerechtigkeit wirtschaftlichen Interessen opfert.

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