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So lief die Fusion zum Sportclub Freital

Aus drei mach eins: Mit dem Zusammenschluss entsteht der größte Sportverein im Landkreis. Die Mitglieder haben sich viel vorgenommen.

Daumen hoch für den Sportclub Freital: Jörg Schneider (links) vom Hainsberger SV, Gerd Lotze (Mitte) für Motor Freital und Lutz Niebel von Stahl Freital.
Daumen hoch für den Sportclub Freital: Jörg Schneider (links) vom Hainsberger SV, Gerd Lotze (Mitte) für Motor Freital und Lutz Niebel von Stahl Freital. © Egbert Kamprath

Es ist vollbracht: Seit Montagabend hat Freital den größten Sportverein im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Durch die Fusion von Hainsberger SV, FV Blau-Weiß Stahl Freital und Motor Freital, mit fast einstimmiger Mehrheit bei der entscheidenden Abstimmung im Freizeitzentrum „Hains“ beschlossen, wurde das wohl wichtigste Projekt im Sportgeschehen der Großen Kreisstadt seit der Wiedervereinigung umgesetzt. Und man gab dem Kind einen Namen: Sportclub Freital.

Es war keine schwere Geburt, aber eine Schwangerschaft mit Hindernissen. Zwar galt die Zustimmung der Mitglieder aus den drei bisherigen Vereinen nach monatelangen Planungen und erfolgreichen Vorab-Wahlen als nahezu sicher, doch durch die Corona-Krise war unklar, ob und in welchem Rahmen die finale Abstimmung würde stattfinden können. 

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Die jüngsten Lockerungen der Anti-Pandemie-Maßnahmen machten den Weg frei für die Versammlung auf der Freifläche des Freizeitzentrums „Hains“. Und dort wurden in sportlichem Tempo Fakten geschaffen: Nur etwas mehr als eine Stunde brauchten die rund 150 anwesenden Mitglieder, um die Verschmelzung ihrer Vereine umzusetzen. Fast alle stimmten für das Großprojekt, lediglich aus den Reihen des FV Stahl gab es eine Enthaltung.

Reichhaltiges Erbe aus den Vorgängervereinen

Ab 1. Juli wird der SC Freital offiziell die Nachfolge der Vorgänger-Klubs antreten. Rechtlich gesehen handelt es sich nicht um einen neuen Verein: Der Fusionsvertrag sieht vor, dass Stahl und Motor Freital zunächst dem Hainsberger SV beitreten, welcher dann in SC Freital umbenannt wird. 

Der Grund: Hätte man einen komplett neuen Klub geschaffen, hätten die Vorgänger ihre Vereinseigentümer mit finanziellen Nachteilen an diesen übertragen müssen. Neben dem Vereinsbesitz übernimmt der SC Freital auch, dies wurde betont, sämtliche weiteren bestehenden Ansprüche und Aufgaben. Dies schließt die Mitgliederrechte ein: An Bedingungen und Konditionen soll sich nichts ändern. Die neue Satzung des Vereins wurde einstimmig angenommen.

In der Chefetage sitzen die Vorsitzenden der Vorgänger: Jörg Schneider vom Hainsberger SV geht als erster Präsident in die Geschichte des SCF ein, Lutz Niebel (FV Blau-Weiß Stahl) und Gerd Lotze (Motor) als Vize-Präsidenten. Auf sie wartet eine Menge Arbeit: Sowohl die schiere Anzahl der rund 1.500 Mitglieder als auch die Qualität, welche die drei Teilvereine in den Großklub einbringen, macht den SC Freital aus dem Stand heraus zu einem regionalen Schwergewicht in Sachen Leistungs- und Breitensport.

Jeder der drei Vorgänger-Vereine bringt reichhaltiges Erbe mit. Schon jetzt sind Fußballer und Volleyballerinnen für Sachsens höchste Ligen qualifiziert, auch im Schwimmen, Bogenschießen oder der Leichtathletik ist beachtliche Expertise vorhanden. Darauf, so Neu-Präsident Schneider, wolle man aufbauen. Freital habe stärkere sportliche Strukturen verdient, die soll der Klub nun bieten. Die Zeit, so der Tenor, sei reif für den nächsten Schritt. Eines der Ziele: In Zukunft vielleicht auch Olympiateilnehmer ausbilden zu können. Dafür brauche es Glück, sagte Schneider, „aber das kann man sich erarbeiten“.

Manchen Beobachter dürfte überrascht haben, wie scheinbar reibungslos der Zusammenschluss der Klubs, die teils jahrzehntelange sportliche Rivalitäten teilen, letztlich abgelaufen ist. Schneider selbst gab zu, dass es ihn „fast schon verwundert“ habe, „dass alles so glatt ging“. Nachdem erste Fusionsideen zum Neujahrsempfang 2019 beim Bier zwischen einigen Vereinsvertretern geboren wurden, folgte eine intensive Phase voller Planungen und vereinsinternen Abstimmungen. Größere Stärke durch größere Strukturen – diese Formel überzeugte letztlich die Mitglieder.

Investitionen in die Sportstätten

Schon in der Vergangenheit, erinnerte der neue Präsident, sei es den Klubs gelungen, „trotz aller Schwierigkeiten eine gute Zusammenarbeit auf die Beine zu stellen.“ Wenn jeder seinen Ehrgeiz so zügele, dass es für die Gemeinschaft von Nutzen sei, wäre man auf dem richtigen Weg. „Ich hoffe, dass uns das auch im neuen Verein gelingt.“ Man habe den ersten Schritt gemacht: Zu einem gemeinsamen Verein zusammenzufinden. Der nächste „und viel wichtigere“ sei, ein erfolgreicher Klub zu werden. Dafür soll auch in die Infrastruktur investiert werden. Erste Planungen für ein „richtig gutes Nachwuchszentrum“, so Schneider, liefen bereits.

Keine neuen Infos gab es zur möglichen Erweiterung des Stadions des Friedens. Hier, in Freitals Mitte, soll das Herz des SCF schlagen. Auch der mögliche Verkauf der Sportanlage am Burgwartsberg – dort könnten Wohnhäuser entstehen – stand nicht zur Debatte. Schneider verwies aber bereits darauf, dass die weitere Entwicklung des neuen Vereins nicht nur mit eigenen Kräften gestemmt werden könne. Zwar seien die eigenen Mitglieder das größte Pfund des SCF, aber man benötige auch Unterstützung von Stadtrat und Land.

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Eine Botschaft hatte der neue Präsident zudem für jene, die nicht zur neuen Sportallianz in Freital gehören. Ziel sei, „das Aushängeschild der Stadt zu werden“, erklärte Schneider - ohne aber andere Vereine, von denen man auch lebe, in den Schatten zu stellen. „Wir wollen für den Sport in Freital etwas bewegen.“ An diesem Anspruch wird sich der größte Klub im Landkreis künftig messen lassen müssen.

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