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Fusionieren die Abwasserzweckverbände Leisnig und „Untere Zschopau“?

Harthas Bürgermeister hält dies für sinnvoll. Der Verbandschef von Leisnig hält sich mit einer eindeutigen Aussage zurück.

Von Tina Soltysiak Und Sylvia Mende

Harthas Bürgermeister Gerald Herbst (CDU) setzt sich für einen sinnvollen Zusammenschluss der Abwasserzweckverbände ein. Er ist sowohl Mitglied im Abwasserzweckverband (AZV) Leisnig als auch im AZV „Untere Zschopau“ mit Sitz in Waldheim. Sein erklärtes Ziel ist es, ein homogenes Verbandsgebiet zu bilden. Das hat er auf der gestrigen AZV-Sitzung in Leisnig noch einmal bekräftigt.

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Zurzeit gehören Gersdorf und die Ortsteile der ehemaligen Gemeinde zum AZV Leisnig. Die Stadt Hartha und deren Ortsteile werden durch den AZV „Untere Zschopau“ vertreten. „Das ist nicht sehr praktisch. Deshalb soll Gersdorf dem AZV ‚Untere Zschopau‘ angegliedert werden. Der Stadtrat hat mich ermächtigt, entsprechende Vorkehrungen einzuleiten“, sagte Gerald Herbst kürzlich. Gestern Vormittag wurde er dann konkreter: „Im Februar werden wir die Herauslösung der Ortschaft Gersdorf aus dem Verbandsgebiet Leisnig bestimmen – unter der Voraussetzung, dass es keinen Zusammenschluss der Abwasserzweckverbände geben wird.“

Erschließung verzögert sich

Die Zeit drängt. Herbst tritt im Juli nicht wieder zur Bürgermeisterwahl an. Bis dahin will er diesen Sachverhalt möglichst geklärt haben. Er äußerte auch seine Unzufriedenheit über die bereits ein Jahr währende Übergangslösung bezüglich der Geschäftsführung beim AZV Leisnig. Eigentlich müssten Teile von Gersdorf und der Ortsteil Schönerstädt laut Abwasserbeseitigungskonzept bis Ende des Jahres erschlossen werden. Dass dies kaum möglich ist, machte gestern Fred-Gerrit Griepernau deutlich. Der Mitarbeiter der Oewa Wasser und Abwasser GmbH Leipzig wurde vom AZV Leisnig mit der Geschäftsbesorgung beauftragt.

Nicht nur in Schönerstädt und Gersdorf geht es nicht voran, sondern auch in Naunhof, Minkwitz, Seifersdorf und Leisnig. Es sei kaum zu schaffen, all diese Bauprojekte bis Jahresende fertigzustellen. Diese Frist ist jedoch vom Gesetzgeber festgelegt worden. Deshalb hat der AZV Leisnig gestern beschlossen, dass ein sogenannter öffentlich-rechtlicher Vertrag mit der Unteren Wasserbehörde geschlossen werden soll. Dann bliebe Zeit, die im Abwasserbeseitigungskonzept festgelegten Bauvorhaben bis Ende 2018 zu realisieren. „Unter Umständen könnte auch eine Verlängerung bis 2020 erfolgen. Das wollen wir eigentlich nicht. Unser Ziel ist es, die Maßnahmen 2016, spätestens aber 2018 fertigzustellen“, sagte Griepernau.

Leisniger Rat diskutiert später

Gerald Herbst sieht keine kommunalrechtlichen Probleme für den Anschluss von Gersdorf an den AZV „Untere Zschopau“. Die Gebührenerhebungen seien fast identisch, nur dass beim AZV „Untere Zschopau“ Gebühren für das Niederschlagswasser entsprechend der versiegelten Flächen erhoben werden. „Diese müssen nicht sofort angepasst werden. Dafür gibt es einen Spielraum von zehn Jahren“, so der Harthaer Bürgermeister. Es solle auch keinen Umweg nach Döbeln geben. „Gersdorf und Hartha gehören gemeinsam in den Abwasserzweckverband „Untere Zschopau“, so Gerald Herbst.

Verbandschef des Abwasserzweckverbandes Leisnig ist Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Er äußerte sich gestern dahingehend, dass er den Stadtrat demnächst nichtöffentlich informieren wolle. Für die Sitzung am Donnerstag sei das jedoch nicht vorgesehen. „Ich habe über das Thema aber bereits mit den Fraktionsvorsitzenden und dem stellvertretenden Bürgermeister gesprochen“, sagte er.

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