merken
PLUS Dynamo

Dynamo will Fans zurück ins Stadion holen

Der Verein begrüßt den Beschluss des DFB, im Pokal und in der 3. Liga vor Zuschauern spielen zu lassen. Das Dresdner Gesundheitsamt hat das letzte Wort.

Zum bislang letzten Mal war das Rudolf-Harbig-Stadion am 8. März ausverkauft. 30.753 Zuschauer sahen Dynamos 2:1-Sieg im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue.
Zum bislang letzten Mal war das Rudolf-Harbig-Stadion am 8. März ausverkauft. 30.753 Zuschauer sahen Dynamos 2:1-Sieg im Sachsenderby gegen Erzgebirge Aue. © dpa-Zentralbild

Dresden/Frankfurt am Main. Die Verantwortlichen bei Dynamo haben ein wenig Zeit gebraucht, um auf die hoffnungsvolle Nachricht zu reagieren. Zunächst hieß es, man wolle sich zu dem Vorstoß des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), im DFB-Pokal und in der 3. Liga Zuschauer zuzulassen, nicht äußern. Aber am Montagabend, 18.45 Uhr, gab der Verein dann doch  eine Pressemitteilung heraus.

"Wir begrüßen die Initiative des DFB ausdrücklich", erklärt darin Geschäftsführer Michael Born - und er verspricht: "Wir werden in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und Ämtern alles dafür tun, dass wir so schnell wie möglich wieder unsere Fans im Rudolf-Harbig-Stadion begrüßen zu können."

Anzeige
Hautpflege ist aktive Gesundheitspflege
Hautpflege ist aktive Gesundheitspflege

Die Haut ist Schutzschild und Klimaanlage unseres Körpers - mit diesen Pflegeprodukten zum Aktionspreis hält man sie nachhaltig in Balance.

Das wäre nun bereits in der ersten Pokalrunde gegen den Hamburger SV am 14. September sowie zum beim ersten Heimspiel in der 3. Liga gegen Waldhof Mannheim am Sonntag, dem 27. September, möglich. Die Politik hatte zwar Bundesligaspiele mit Zuschauern bis Ende Oktober untersagt und angekündigt, eine Arbeitsgruppe werde bis dahin einen Vorschlag unterbreiten, unter welchen Bedingungen die Fans in die Stadien zurückkehren können. Aber das Präsidium des DFB setzt mit seinem Beschluss auf flexible Lösungen je nach regionaler Infektionslage.

Born hatte bereits am Nachmittag auf Nachfrage der SZ bestätigt, bereits am vorigen Dienstag ein entsprechendes Hygiene- und Sicherheitskonzept beim Gesundheitsamt Dresden eingereicht zu haben. Man habe im Hintergrund seine Hausaufgaben für die Zuschauer-Rückkehr erledigt, heißt es nun in der Mitteilung. "Konkret werden wir in der Sache kommunizieren, sobald die letzten Details final geklärt werden konnten", sagt Born. 

Stehplätze in der 3. Liga grundsätzlich erlaubt

Auf ein für Dresden besonders wichtiges Detail aus dem DFB-Papier verweist Dynamo in seiner Stellungnahme bereits explizit: "Neben Sitzplätzen soll in der 3. Liga mit Saisonstart grundsätzlich auch der Verkauf von Tickets für den Stehplatzbereich erlaubt sein, sollte es die behördliche Verfügungslage dem jeweiligen Klub gestatten", heiße es in der Erklärung des DFB.

Im DFB-Pokal sind Stehplätze – je nach örtlicher Verfügungslage – nur auf Antrag bei der DFB-Zentralverwaltung zulässig, sofern die vorhandenen und im Rahmen des Hygienekonzeptes nutzbaren Sitzplätze die örtlich zulässige Gesamtzahl an Zuschauer*innen nicht abdecken können“, erklärte der Deutsche Fußball-Bund in einer Erklärung am Montag. Der K-Block macht mit rund 9.000 Fans fast ein Drittel der gesamten Zuschauerkapazität im Harbig-Stadion aus. Im DFB-Pokal sind Stehplätze nur auf Antrag beim DFB möglich, sofern die Sitzplätze nicht reichen, um die örtlich genehmigten Gesamtzahl an Zuschauern zu ermöglichen.

Definitiv keinen Zugang zu den Stadien bis zum Ende des Jahres erhalten Fans des jeweiligen Gastvereins. Dagegen kann auch das Alkoholverbot regional aufgehoben werden.

Sachsen lässt mehr als 1.000 Besucher zu

Die endgültige Zulassung von Fans und die Festlegung der maximalen Zuschauerzahl weiter den zuständigen Behörden und richtet sich nach den regionalen Verfügungslagen. In Sachsen sind unter bestimmten Voraussetzungen ab 1. September Groß- und Sportveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern erlaubt, sofern die "rote Linie" von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen nicht überschritten wird.

"Der Gesundheitsschutz steht unverändert an erster Stelle. Wir sind uns im Fußball der großen Verantwortung bewusst und wollen mit gutem Beispiel für den Sport vorangehen", sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius.

Was für die beiden Bundesligen gilt, nämlich dass es eine bundesweit einheitliche Regelung geben soll, wird damit nun durch den DFB ausgehebelt. Die flexiblen Lösungen könnten dazu führen, dass einige Spiele in der ersten Pokalrunde mit Publikum stattfinden, während andere Partien vor leeren Rängen ausgetragen werden müssen. Genauso dann 3. Liga. Davon würde außer Dynamo auch der FSV Zwickau profitieren.

Dynamo hatte zuletzt am 8. März vor ausverkauften Rängen gespielt und das Heimspiel gegen Erzgebirge Aue mit 2:1 gewonnen. Danach wurde die Saison wegen der Corona-Pandemie unterbrochen und im Juni mit Geisterspielen fortgesetzt. In den vier Spielen zu Hause vor leeren Rängen konnte die Mannschaft von Cheftrainer Markus Kauczinski keines gewinnen und verpasste am Ende den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga.

3. Liga beschließt: Nur drei Auswechslungen

Als Grundlage für die Saison 2020/21 gilt das im Zusammenspiel von DFB und Deutscher Fußball-Liga aktualisierte Hygienekonzept, welches das DFB-Präsidium am Montag für verbindlich erklärte. Die in dem von der Task Force "Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" optimierten Leitfaden festgeschriebenen Maßnahmen beziehen sich auf die Organisation und Durchführung des Trainings- und Spielbetriebs sowie die Arbeitsabläufe in den Stadien. Die DFL will das Papier auf ihrer Mitgliederversammlung am Donnerstag in Frankfurt durch die 36 Profivereine für die Bundesliga und 2. Bundesliga absegnen lassen.

Im Vergleich zu den vorherigen Versionen gibt es im aktualisierten Hygienekonzept drei Pandemiestufen, an denen sich die definierten Maßnahmen orientieren. Die Abstufung bietet die Möglichkeit zu regionalen Lösungen, die zielgerichtet auf die Gegebenheiten vor Ort eingehen.

Weiterführende Artikel

Dynamo-Neuzugang bricht sich die Nase

Dynamo-Neuzugang bricht sich die Nase

Paul Will wird beim 5:1-Testsieg gegen Köge erst ein- und dann wieder ausgewechselt. Eine Operation ist aber wohl nicht nötig.

Dynamos neuer Kapitän: Fünf Fakten zu Sebastian Mai

Dynamos neuer Kapitän: Fünf Fakten zu Sebastian Mai

Er ist Dresdner, jetzt kommt er mit dem Fahrrad zum Training und sein Bruder spielte schon für den FC Bayern – ein Porträt.

Damit verblüfft Dynamos neuer Torwart-Trainer

Damit verblüfft Dynamos neuer Torwart-Trainer

Wer bei den Dresdnern als Nummer eins im Tor steht, scheint längst klar zu sein. Plötzlich ruft David Yelldell einen Konkurrenzkampf aus.

Corona und der Kampf um die Zuschauer im Sport

Corona und der Kampf um die Zuschauer im Sport

Was bedeuten die Beschlüsse der Politik für die Vereine, was wird aus Sachsens Lockerungen? Ein Situationsbericht.

Wie schon bei der Fortsetzung der vergangenen Saison sind in allen DFB-Spielklassen auch künftig fünf statt drei Auswechslungen erlaubt - mit Ausnahme der 3. Liga. "Unser Ziel ist es, die Gesundheit zu schützen und eine Häufung von Verletzungen zu vermeiden", begründete DFB-Vizepräsident Peter Frymuth die Entscheidung. In der 3. Liga hatten sich die Vereine mehrheitlich gegen diese Corona-Regel ausgesprochen. (mit dpa)

Dynamos Neustart in der 3. Liga - alles Wichtige und Wissenswerte kompakt beantwortet jeden Donnerstagabend im Dynamo-Newsletter SCHWARZ-GELB. Jetzt hier kostenlos anmelden.

Mehr zum Thema Dynamo