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Die Relegation ist der Tod des Fußballs

Das sagt Wolfgang Wolf. Er setzt sich mit Lok Leipzig den Aufstieg in die 3. Liga zum Ziel und muss auf dem Weg dahin einige Hindernisse nehmen.

Trainer Wolfgang Wolf sieht für den 1. FC Lokomotive Leipzig sportliche und wirtschaftliche Hürden auf dem Weg zurück ins Profigeschäft.
Trainer Wolfgang Wolf sieht für den 1. FC Lokomotive Leipzig sportliche und wirtschaftliche Hürden auf dem Weg zurück ins Profigeschäft. © dpa/Jan Woitas

Wolfgang Wolf bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Doch wenn er auf die Aufstiegsrelegation angesprochen wird, gerät er in Rage. "Das ist der Tod des Fußballs und ein Treppenwitz des DFB. Wer Meister wird, muss aufsteigen und sollte nicht noch eine Relegation spielen. Das ist unmöglich", sagt der Trainer und Sportdirektor des Regionalligisten 1. FC Lokomotive Leipzig.

Der Aufstieg in die 3. Liga ist das große Ziel von Lok. Doch für die Rückkehr in den deutschen Profi-Fußball müssen die Leipziger noch einige Hürden überspringen. In der nach dem Rückzug des FC Rot-Weiß Erfurt bereinigten Tabelle rangiert Lok als Dritter mit 37 Punkten derzeit zwei Zähler hinter Energie Cottbus. Altglienicke führt mit 41 Punkten. "Diese drei Klubs machen den Kampf um die Meisterschaft unter sich aus", prophezeit Wolf vor dem Spiel am Samstag ab 16 Uhr in Cottbus, das der MDR live überträgt. Der Nordost-Staffel-Gewinner trifft in der Relegation auf den West-Staffel-Sieger.

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Sportlich liegen die Leipziger gut im Rennen. Die finanzielle Lage bereitet den Verantwortlichen mehr Kopfzerbrechen. Der Grund dafür ist der Rückzug des langjährigen Hauptsponsors ETL am Saisonende. Um das Loch zu stopfen und die wirtschaftliche Zukunft zu sichern, befindet der Verein sich mit potenziellen Investoren "in sehr guten Gesprächen", sagt Präsident Thomas Löwe. "Aus diesem Grund haben wir uns mit den Investoren entschieden, einen Lizenzantrag für die 3. Liga einzureichen."

"Seit der Mitgliederversammlung Ende Januar sind wir täglich einen Schritt vorangekommen", sagt Wolf, ohne Details zu nennen. Falls der Aufstieg in dieser Saison nicht gelingt, werde die Aufgabe in den nächsten Jahren nicht einfacher, betont er. "Andere Klubs wie Altglienicke oder Viktoria Berlin haben inzwischen den finanziellen Background, um in der Regionalliga dauerhaft vorn mitzuspielen. Auch Carl Zeiss Jena setzt im Abstiegsfall mit seinem starken Investor in der Hinterhand alles daran, gleich wieder aufzusteigen. Daher benötigen wir ebenfalls Großsponsoren", sagt Wolf und wirbt um eine noch breitere Unterstützung: "Die Anforderungen für die 3. Liga zu stemmen, ist nicht einfach. Da geht es in den Millionenbereich."

So viele verrückte Menschen arbeiten für den Klub

Der bundesligaerfahrene Funktionär spürt, dass sich die Anhänger und das Umfeld des Klubs aus dem Stadtteil Probstheida nach Jahren voller Tristesse wieder nach Profi-Fußball sehnen. Aus Lok Leipzig war nach der Wende wieder der VfB Leipzig geworden. In der Saison 1993/1994 spielte der Verein noch in der Bundesliga. Es folgten vier Jahre in der zweiten Liga. Anschließend kam der "Absturz bis zum Kollaps". So steht es in der Lok--Chronik. Die Zeit als VfB Leipzig war 2004 beendet und der damalige Oberligist zahlungsunfähig. Einige Fans ließen daraufhin Lok wieder auferstehen.

"Ich wusste, dass Lok ein Traditionsklub ist, aber dass so viele verrückte Menschen für den Verein arbeiten, hätte ich mir nicht träumen lassen", sagt Wolf, der im Sommer 2019 als Sportdirektors nach Leipzig kam. Seit Oktober sitzt er nach der Trennung von Teammanager Björn Joppe auch interimsmäßig auf der Trainerbank. Unabhängig davon, ob er mit der Mannschaft den Aufstieg schafft oder nicht: Wolf gibt die Aufgabe des Cheftrainers am Saisonende wieder ab. "Ich habe einige Kandidaten im Kopf, verpflichte aber keinen Trainer ins Blaue hinein. Ich muss auch wissen, welche Perspektive und finanziellen Möglichkeiten der Klub künftig hat."

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Sportlich kann Lok mit einem Erfolg am Wochenende in der Lausitz einen weiteren kleinen Schritt in Richtung 3. Liga gehen. Gut 1.500 Fans begleiten Leipzig. "Es soll ein Fußballfest werden. Für beide Mannschaften ist die Partie sehr wichtig, aber eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf fällt noch nicht. Dafür sind noch zu viele Spiele zu absolvieren", meint Wolf. (dpa)

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