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Wegen Corona mit Abstand in die Saison

Mit einem Hygienekonzept im fremden Stadion: Der Bischofswerdaer FV startet unter ungewöhnlichen Umständen in sein drittes Regionalliga-Jahr.

Auf Abstand stehen Spieler, Trainer und Betreuer des Bischofswerdaer FV für das Mannschaftsfoto.
Auf Abstand stehen Spieler, Trainer und Betreuer des Bischofswerdaer FV für das Mannschaftsfoto. © RocciPix.de/Rocci Klein

Dresden. Diese Saison, das steht schon vor dem Anpfiff fest, wird erneut eine besondere. Und beim Bischofswerdaer FV liegt das nicht nur an den Umständen durch die Corona-Pandemie. Wenn die Oberlausitzer am Samstag ihr erstes Heimspiel in der Fußball-Regionalliga bestreiten, treten sie quasi auswärts an: In Bautzen empfangen sie den VfB Auerbach. Seit 2018 spielte der BFV mit einer Sondergenehmigung im heimischen Stadion am Wesenitzsportpark. Dort fehlt aber das geforderte Tribünendach. Zudem muss die Flutlichtanlage von 200 auf 400 Lux erhöht werden.

„Wir sind zuversichtlich, in der Rückrunde wieder in Bischofswerda spielen zu können“, sagt Präsident Jürgen Neumann. Der Rechtsanwalt stellt sich mit seinem Verein den neuen Herausforderungen. „Wir sind der Stadt Bautzen und der FSV Budissa dankbar, dass wir ins Stadion Müllerwiese ausweichen können. Es war unser Bestreben, der Region und ihren jungen Fußballern diese vierte Liga zu erhalten.“ Bis zum Mai 2019 gehörten auch Budissa Bautzen und der FC Oberlausitz Neugersdorf der Regionalliga an. Bautzen stieg sportlich ab. Der FCO zog sich aus finanziellen Gründen zurück. Bischofswerda lag in der Vorsaison am Tabellenende. Wegen der Corona-Krise wurde sie vorzeitig abgebrochen und der Abstieg ausgesetzt.

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Zugelassen sind in Bautzen maximal 1.000 Zuschauer. Das geforderte Hygienekonzept haben beide Vereine zusammen ausgearbeitet, da Budissa seine Landesliga-Punktspiele ebenfalls in dem Stadion austragen wird. „Allerdings gilt das Konzept erst einmal bis zum 31. August. Danach gibt es vielleicht die eine oder andere Lockerung“, hofft Frank Terks, Geschäftsstellenleiter beim Bischofswerdaer FV.

Mehrausgaben betragen pro „Heimspiel“ etwa 1.500 Euro

So oder so wird es logistisch ein Kraftakt für ihn und sein Team. Das Gesundheitsamt hat das Konzept nach einer Besichtigung inzwischen genehmigt. Es beinhaltet unter anderem das Mitführen eines Mund-Nasen-Schutzes für jeden Besucher. „Im Cateringbereich ist er verpflichtend zu tragen, weil hier eine Abstandsregelung nicht möglich ist. Das gilt auch für die Toiletten“, ergänzt Terks. „Im Kassenbereich müssen die Abstände markiert werden. Die Kontaktnachverfolgung ist zu gewährleisten. Sonst wird kein Eintritt gewährt.“

Der Verein muss zudem den Zugang und damit die Zuschauerzahl überwachen. Die vorhandenen 500 Sitzplätze werden auf ein Drittel reduziert. Im Bereich der Stehplätze ist auf eine Abstandsregelung zu achten oder eine Mund-Nasen-Bedeckung notwendig. „Die Vereine sind für die Umsetzung der Hygienemaßnahmen allein zuständig. Die Kosten haben wir zu tragen“, erklärt Neumann. So sind zusätzliche Ordner notwendig, um die Besucher für die Nachverfolgung zu erfassen.

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Neumann beziffert die Mehrausgaben pro „Heimspiel“ auf etwa 1.500 Euro. Der Verein plant mit durchschnittlich 400 Besuchern. Ab Bischofswerda wird ein Shuttle für zwei Euro pro Person für Hin- und Rückfahrt eingerichtet. Der Etat des Gesamtvereins beläuft sich auf rund 600.000 Euro. Damit rangieren die Schiebocker am Ende des 20er-Feldes. Schlusswort von Neumann: „Bautzen ist die Hauptstadt der Oberlausitz, und in dieser spielt nunmehr die erfolgreichste Mannschaft der Oberlausitz, der Bischofswerdaer FV.“

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