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Fußball-Talente im Leistungstest

SZ-Aktion. Ungewöhnlich war die Trainingsstunde im DFB-Stützpunkt für Talenteförderung. Montag trafen sich Nachwuchs-Kicker des Landkreises.

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Von Kerstin Unterstein

Für 23 Nachwuchsfußballer aus sechs Vereinen des Landkreises stand Montag der sportwissenschaftliche Test der Deutschen Sporthochschule Köln auf dem Programm, durch den der gesamte deutsche Fußballnachwuchs verglichen werden kann. Auch höhere Ambitionen wie Leistungszentrum oder Sportschule sehen als Grundlage Training an einem DFB-Stützpunkt und erfolgreiches Absolvieren dieses Tests vor.

Während die 12- und 13-Jährigen schon längere Zeit am Stützpunkt trainieren, sozusagen testerfahrene „alte Hasen“ sind, zeigten die Neunjährigen schon eine gewisse Nervosität. Nach einer gemeinsamen Erwärmung, bei der wie in der Samba-Schule sogar rhythmisch geklatscht wurde, warteten die Lichtschranken auf die Schnellsten. Aus dem stehenden Start wurden die Sprintzeiten über 10 und 20 Meter erfasst. Gewandtheit - noch immer ohne Ball - war im Anschluss im Schlängellauf durch einen Stangenwald gefordert. Erst im Anschluss kam das runde Leder hinzu. Am Fuß kleben sollte der Ball beim Dribbling über den selben Parcours wie vorher. Ballkontrolle war beim flachen Hin- und Herspielen zwischen zwei Bänken gefragt - da war schon höchste Konzentration notwendig. Den größten Knackpunkt, vor allem für die Jüngsten, stellte das Jonglieren über zehn Meter dar, bei dem der strenge Fußwechsel rechts/links vorgeschrieben war. Obwohl zwei Anläufe möglich waren, schafften einige Kicker diese Anforderung (noch) nicht - am Ende des Winters, wenn der Test erneut in der Sporthalle durchgeführt wird, kann das nach fleißigem Training schon ganz anders aussehen. Eine sechste Teststation, die sich dem gezielten Torschuss widmet, wird in der nächsten Woche durchgeführt. Außerdem wurden neben persönlichen Daten der Spieler auch deren Körpergröße und Gewicht erfasst, um neben der sportlichen auch ihre körperliche Entwicklung in den kommenden Jahren beobachten zu können.

Jetzt warten die drei Stützpunkttrainer Thomas Birus, Udo Schmuck und Gojko Sinde sowie natürlich die jungen Kicker auf die Auswertung der Ergebnisse in etwa zwei bis drei Monaten. Dann werden die Spieler innerhalb des Stützpunktes, aber natürlich ebenso mit anderen Stützpunkten verglichen. Auch die Stützpunkte in Sachsen werden mit denen in anderen Bundesländern in Relation gebracht. Bisher, so Gojko Sinde, lag der Kamenzer DFB-Stützpunkt im Querschnitt der Spieler meist im Mittelfeld. Hin und wieder schafften es aber Einzelspieler bis in die Spitzengruppe in Sachsen. So konnte in den letzten vier Jahren immer ein Spieler den Kamenzer DFB-Stützpunkt in Richtung Sportschule verlassen.

Allerdings ist man sich auch sicher, dass es im Landkreis Kamenz noch viel mehr Talente gibt, die bei regelmäßigem Training für eine Erhöhung der Gesamtqualität am Stützpunkt sorgen würden. Es sind also weiterhin alle Vereine und Eltern eingeladen, fußballbegeisterte Talente zwischen neun und zwölf Jahren am DFB-Stützpunkt vorzustellen. Training ist in den Wintermonaten von 16.00 bis 17.30 Uhr in der Sporthalle am Bildungszentrum in Kamenz. Und wie bereits erwähnt - der Traum in Richtung Sportschule und höherklassige Mannschaft führt nur über den DFB-Stützpunkt und die erfolgreiche Teilnahme an diesem sportwissenschaftlichen Test.