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Was Dynamos Sieg für den Abstiegskampf bedeutet

Der 3:2-Erfolg beim Vorletzten Wehen Wiesbaden ist glücklich, aber enorm wichtig. Die erste Analyse und die Reaktion von Schmidt auf seine Gelb-Rote Karte.

Simon Makienok reckt die Faust zum Himmel. Der Däne erzielt Dynamos Siegtreffer zum 3:2 in Wiesbaden. Die Dresdner senden ein Lebenszeichen im Abstiegskampf.
Simon Makienok reckt die Faust zum Himmel. Der Däne erzielt Dynamos Siegtreffer zum 3:2 in Wiesbaden. Die Dresdner senden ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. © epa/Pool/Ronald Wittek

Wiesbaden. Diese 90 Minuten waren nichts für schwache Nerven. Teilweise lagen die buchstäblich blank – nicht nur bei beiden Trainern. Vorletzter gegen Tabellenletzter, schlechteste Heimmannschaft gegen schlechteste Auswärtsmannschaft oder Wehen Wiesbaden gegen Dynamo. Die Dresdner gewannen den Abstiegsgipfel mit 3:2. Es war ein schmeichelhafter und glücklicher Erfolg, weil die Hessen reihenweise Großchancen ausließen und Simon Makienok erst in der 89. Minute den Siegtreffer erzielte.

Doch das interessiert am Ende nicht. Es war auch ein Sieg des Willens. Für Trainer Markus Kauczinski könnte es sogar „ein Schlüsselmoment sein. Es war extrem wichtig zu zeigen, dass wir noch da sind. Wir glauben an uns, auch wenn es kein anderer tut.“

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Fünf Fragen und Antworten zum Kellerduell:

Was bedeutet der Sieg für die Tabelle?

Fest steht: Dynamo verkürzt den Rückstand auf den Vorletzten Wehen auf einen Punkt und hat noch zwei Nachholspiele. Vom Relegationsplatz trennen die Schwarz-Gelben drei Zähler – zumindest bis Sonntag, wenn der Karlsruher SC in Aue antreten muss. Bis zu einem Nichtabstiegsplatz sind es sechs Punkte. Fast noch wichtiger als für die Tabelle war der Sieg jedoch fürs Selbstvertrauen. Nach den beiden Niederlagen ohne eigenen Torerfolg gegen Stuttgart und Hannover macht das 3:2 im Kellerduell Mut für die restlichen sechs Spiele. „Wir haben mit unseren Mitteln das Optimale rausgeholt“, fand der Trainer.

Wieso gab die frühe Führung keine Sicherheit?

Nach der desolaten Leistung beim 0:3 in Hannover veränderte Kauczinski die Startelf gravierend. Mit Kevin Ehlers, Linus Wahlqvist, Chris Löwe, René Klingenburg, Ondrej Petrak, Patrick Schmidt, Godsway Donyoh und Simon Makienok bot er acht andere Spieler auf. Das zeigte zunächst die gewünschte Wirkung. Die Mannschaft war bissiger und zeigte sich auch spielerisch verbessert.

Kurz vor dem 1:0 hätte bereits Nikolaou treffen können, sein Schuss wurde jedoch von Kuhn geblockt. Nach dem Ausgleich wirkte Dynamo jedoch völlig konsterniert und verunsichert. Wehen erspielte sich Chancen beinahe im Minutentakt, nutzte die aber nur noch zu einem zweiten Treffer. Lediglich eine Minute nach dem zwischenzeitlichen 2:1 verfehlte Daniel Kyereh aus sechs Metern das leere Tor.

„Da haben wir den Faden verloren und Glück gehabt“, gestand Kauczinksi. „Wir haben auch gemerkt, dass wir noch nicht dieses Stehvermögen haben, noch nicht auf der Höhe der anderen Mannschaften sind.“ Und Dynamo strapazierte weiter das Glück. Kurz vor der Pause traf Sascha Mockenhaupt die Latte. In der zweiten Hälfte reagierte Torhüter Kevin Broll zweimal glänzend. Gegen Maximilian Dittgen (77.) rettete er ebenso mit einem Reflex wie gegen Daniel Kyereh (79.), als er gerade noch den Arm hochriss. Er hielt das Schlusslicht im Spiel. 

Wie fielen die Tore?

Es begann wie gewünscht für die Dresdner. Eine flache Eingabe von Godsway Donyoh verlängerte Dominik Franke ins eigene Tor (9.). Dem Ausgleich durch Kyereh ging ein eklatanter Fehler von Kevin Ehlers voraus, der erstmals seit Mitte Dezember wieder in der Startelf stand. Dynamos Innenverteidiger vertändelte den Ball im Spielaufbau (24.). Nur zwei Minuten später verwertete Moritz Kuhn eine zu kurze Faustabwehr von Broll zur 2:1-Führung. Der schmeichelhafte Ausgleich kurz vor der Pause war vor allem eine energische Einzelleistung von Schmidt, der sich nach einer Flanke von Löwe im Strafraum hochschraubte und gegen zwei Wehener behaupten konnte (44). Kurz vor dem Ende setzte Makienok seinen imposanten Körper geschickt ein und traf zum schmeichelhaften 3:2.

Die entscheidenden Szenen im Foto - hier durchklicken:

Warum spielte Dynamo beim 2:2 nicht Alles-oder-Nichts?

Es wirkte nach der Pause lange nicht so, als ob Dynamo zwingend auf den so nötigen Siegtreffer drängen würde. Auch die beiden Einwechslungen, Jannik Müller für Klingenburg und Marco Terrazzino für Donyoh, vermittelten nicht den Eindruck, dass der Trainer alles riskiert. Kauczinski hatte zur Pause umgestellt auf eine – im Ballbesitz – Dreier-Abwehrkette. „Vorher waren die Räume zu groß für uns. Dann hatten wir einen besseren Zugriff und haben nicht mehr so viel zugelassen“, erklärte Kauczinski. An dieser Ausrichtung wollte er durch Offensivwechsel offenbar nichts ändern. 

Wieso sah Patrick Schmidt kurz vor dem Abpfiff Gelb-Rot?

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Es lief die vierte Minute der Nachspielzeit, als ein Angriff der Dresdner nach einem Foul abgepfiffen wurde. Schmidt schoss trotzdem platziert und scharf aufs Tor. Das wertete Schiedsrichter Benedikt Kempkes als Zeitspiel. „Ich bin ein bisschen sprachlos und geladen. In dieser Szene höre ich den Pfiff nicht. Da erwarte ich auch ein bisschen Fingerspitzengefühl vom Schiri“, wetterte Schmidt, der sich deshalb „gar nicht richtig über den Sieg freuen“ konnte. Nach einer Viertelstunde war Schmidt nach einem Foul zum ersten Mal verwarnt worden.​

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