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Dynamo: Kein neuer Vertrag für Minge

Der Aufsichtsrat teilt am Montagabend mit, dass mit dem Sportgeschäftsführer keine Einigung erzielt werden konnte. Die Erklärung.

Im Februar 2014 war Ralf Minge als Sportgeschäftsführer zu Dynamo Dresden zurückgeführt, ist maßgeblich für die zunächst sehr positive sportliche Entwicklung verantwortlich.
Im Februar 2014 war Ralf Minge als Sportgeschäftsführer zu Dynamo Dresden zurückgeführt, ist maßgeblich für die zunächst sehr positive sportliche Entwicklung verantwortlich. © dpa-POOL/Robert Michael

Dresden. Das ist ein Paukenschlag, auch wenn es sich schon länger abgezeichnet hatte. Nur einen Tag nach dem 0:2 zu Hause gegen den VfB Stuttgart beim Neustart in der 2. Fußball-Bundesliga macht Dynamo Dresden die Trennung von Ralf Minge öffentlich. In einer Pressemitteilung des Aufsichtsrates vom Montagabend, 19:59 Uhr, heißt es: "Nach mehr als sechs sportlich und finanziell als historisch zu betrachtenden, aber auch kräftezehrenden Jahren bestand für beide Seiten nun nicht mehr die volle Überzeugung, den bisherigen Weg in der bestehenden Form gemeinsam fortsetzen zu wollen."

In drei Sitzungen am 4., 18. und 28. Mai 2020 habe sich der Aufsichtsrat der SGD in  Anwesenheit aller Mandatsträger "wiederholt sorgfältig über die Fortsetzung des Anstellungsvertrages mit dem Geschäftsführer Sport, Ralf Minge, entschieden". Von großem Einfluss seien dabei immer die Motive und Vorstellungen von Minge selbst gewesen. Man habe jedoch keine Einigung über eine Weiterbeschäftigung über seinen bis zum 30. Juni 2020 bestehenden Vertrag hinaus erzielt, auch nicht bis zur Berufung eines Nachfolgers.

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Die Stelle soll zeitnah neu ausgeschrieben werden. Ohne die Corona-Krise wäre Minges Vertrag nach dem Saisonende ausgelaufen, nun steckt die Mannschaft in der zweiten Liga mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Trainer Markus Kauczinski hatte sich noch am Freitag bei der Pressekonferenz vor dem Stuttgart-Spiel sehr positiv über die Zusammenarbeit mit Minge geäußert: "Er ist die Vertrauensperson im Verein, und auch in der Verbindung nach draußen ist er das Gesicht von Dynamo Dresden."

Vor dem Geisterheimspiel von Dynamo Dresden gegen den VfB Stuttgart am Pfingstsonntag gab Ralf Minge als Sportgeschäftsführer noch das obligatorische Interview für den Fernsehsender Sky. Sein Statement: "Es ist ohnehin eine Ausnahmesituation für alle Team
Vor dem Geisterheimspiel von Dynamo Dresden gegen den VfB Stuttgart am Pfingstsonntag gab Ralf Minge als Sportgeschäftsführer noch das obligatorische Interview für den Fernsehsender Sky. Sein Statement: "Es ist ohnehin eine Ausnahmesituation für alle Team © dpa-POOL/Robert Michael

In der Pressemitteilung heißt es zu den Verdiensten des Sportchefs: "Der Aufsichtsrat zollt den Leistungen und Verdiensten des Sportgeschäftsführers die allerhöchste Anerkennung. Er verbindet mit einer noch vorzunehmenden angemessenen Würdigung die Hoffnung, dass Ralf Minge dem Verein in einer geeigneten Form auch künftig eng verbunden bleiben wird."

Ausstieg vor der Corona-Krise angekündigt

Ralf Minge hatte das Amt bereits von 2007 zum 2. April 2009 inne, bevor er wegen der zu hohen Kosten durch die Verträge für die Stadionnutzung zurücktrat. Erst knapp zwei Jahre später, im März 2011, fand Dynamo mit Steffen Menze einen neuen Sportdirektor, den wiederum Minge bei seiner Rückkehr im Februar 2014 ablöste. Der 59-Jährige war maßgeblich verantwortlich für die zunächst positive sportliche Entwicklung sowohl der Profi-Mannschaft, die 2016 in die 2. Bundesliga zurückkehrte, als auch der Nachwuchsakademie. Zuletzt hatte er Fehler bei der Zusammenstellung der Mannschaft für diese Saison eingeräumt.

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Minge hatte im im Frühjahr 2018 eine Auszeit wegen eines Burn-outs nehmen müssen. Auch wegen der extremen Belastung hatte er schon länger darüber nachgedacht, seinen Vertrag bei Dynamo nicht zu verlängern. Im Aufsichtsrat soll er bereits vor der Corona-Krise seinen Ausstieg angekündigt haben.

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