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Fußballer sagen Wildschweinen den Kampf an

Bis zum Saisonstart soll der Platz am Glaubitzer Wald zwar wieder bespielbar sein. Doch die Sportler wünschen sich mehr.

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Von Antje Steglich

Die Furchen sind noch immer gut zu erkennen. Nachdem schon seit Jahren Maulwürfe ihr Unwesen auf dem Fußballplatz der SG Einheit Glaubitz getrieben haben, hat eine Rotte Wildschweine Anfang Dezember den Rasen endgültig verwüstet. Der ist seitdem nicht bespielbar, zum Glück ist eh gerade Winterpause. Verein und Kommune versuchen nun gemeinsam, den Platz bis zum Saisonstart im März wieder fit zu bekommen. Vor allem, um das zarte Pflänzchen Nachwuchssport nicht zu gefährden.

40 bis 45 Kinder kicken mittlerweile regelmäßig bei Einheit Glaubitz, erzählt Vereinschef Lutz Härtel stolz. Zwei neue Nachwuchsmannschaften starteten erst im vergangenen Herbst in den Punktspielbetrieb. Doch während die Glaubitzer Männermannschaft auch mal auf den Rasenplatz an der Sageritzer Straße ausweichen darf und die Alten Herren sowieso nur für den eigenen Spaß kicken, sind die offiziellen Punktspiele des Nachwuchses nur auf dem Stammplatz zulässig, sagt Lutz Härtel. Das habe der Kreissportbund so entschieden.

Sobald es das Wetter zulässt, will er deshalb mit seinen Vereinskollegen den geschundenen Rasen per Hand wieder richten. Mit größerer Technik könne man auf den aufgeweichten Platz derzeit auch gar nicht drauf, eine kleine Walze und Sand sollen die gröbsten Schäden beseitigen.

Die Gemeinde will zudem längs des Sportplatzes eine Drainage mit Abfluss Richtung Graupenmühle verlegen, kündigte Bürgermeister Lutz Thiemig (parteilos). Los gehen soll es, sobald es das Wetter erlaubt. Vielleicht im März. Dadurch erhofft man sich endlich eine Lösung für die Entwässerung des Areals, denn neben den Tieren machen dem 40 Jahre alten Platz vor allem die Pfützen zu schaffen, die sich hier bei jedem Regen anstauen.

Außerdem hat die Kommune bereits 3 000 Euro für Beratungsleistungen im aktuellen Haushalt eingeplant. „Wir wollen uns so überhaupt erst einmal einen Überblick verschaffen, was gemacht werden muss, um den Sportplatz wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen“, sagte Bürgermeister Thiemig. „Es muss aber jedem klar sein, dass ein grundhafter Ausbau nicht in einem Monat zu erledigen ist“, warnt Lutz Thiemig schon einmal die Sportler vor. Und dass diese Investition, die aktuell noch nicht im Finanzplan der Gemeinde für die nächsten Jahre auftaucht, zulasten anderer Maßnahmen gehe. Vor 2015 sei laut Bürgermeister Thiemig damit definitiv nicht zu rechnen.

Nach ersten Erkundigungen des Vereins kommen bei einer grundhaften Sanierung des Sportplatzes Kosten von etwa 300 000 Euro auf die Gemeinde zu, die Eigentümer des Areals ist. Dann müsse neben Drainage und Beregnungsanlage unbedingt ein Gitter unter den Rasen, um die Maulwürfe abzuhalten: „Wir haben viel versucht, das Problem in den Griff bekommen haben wir aber nicht“, sagt Lutz Härtel. Auch ein Zaun rings um den Platz sei dann geplant, um die Wildschweine abzuhalten. In den vergangenen Jahren sei der Vorfall vom Dezember zwar einmalig, und zudem gebe es auch nicht so viele Wildschweine im Glaubitzer Wald. „Aber wenn man so viel Geld in die Anlage steckt, sollte man sichergehen, dass das nicht noch mal passiert“, sagt Lutz Härtel.