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Ein Denkmal für Rammenaus Dynamo-Legende

Siegmar Wätzlich gehörte zu den besten Fußballspielern in der DDR. Trotz seiner Erfolge blieb er seinem Heimatverein treu. Der bedankt sich auf besondere Weise.

Dynamo-Legende Siegmar Wätzlich bekommt in seinem Heimatort Rammenau ein Denkmal. Denn er hat sich um den Fußball im Ort verdient gemacht, sagt Enrico Sauer vom Sportverein Edelweiß.
Dynamo-Legende Siegmar Wätzlich bekommt in seinem Heimatort Rammenau ein Denkmal. Denn er hat sich um den Fußball im Ort verdient gemacht, sagt Enrico Sauer vom Sportverein Edelweiß. © Foto: SZ/Uwe Soeder

Rammenau. 110 Jahre wird der Rammenauer Sportverein Edelweiß in diesem Jahr. Das sollte Anfang Juli groß gefeiert werden. Weil auch die Spielstätte der Kicker, das Johann Gottlieb Fichte Stadion, am 1. Mai ihren 40. Geburtstag hatte, war zum Fest etwas ganz Besonderes geplant. Die Arena sollte den Namen von Siegmar Wätzlich, nach Fichte der bekannteste Rammenauer, bekommen.

Außerdem wollten die Fußballer ein Denkmal für ihren Wätzer – wie die Rammenauer ihren Ehrenbürger nennen – aufstellen. Der Edelstahlfuß dafür steht schon bereit, die Glasplatten mit dem Konterfei des Ausnahme-Kickers und seinen Lebensstationen ist in Auftrag gegeben. Und auch Weggefährte Ralf Minge, scheidender Sportdirektor bei Dynamo Dresden, hatte sein Kommen zugesagt. Doch dann kam Corona und damit das Aus für diesen schönen Plan. Vorerst.

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Schiefer Hartplatz: Wätzer hängte sich da rein

Denn der Verein hält an seinem Vorhaben fest. Siegmar Wätzlich habe das Fundament für die fußballerische Entwicklung im Ort gelegt, erklärt Vorstandsmitglied Enrico Sauer. „Das ist keine Floskel, sondern Tatsache“, betont er. „Ohne ihn gäbe es das alles hier nicht.“ Denn vor etwa 20 Jahren war der Rammenauer Fußball am Boden. Es fehlte nicht nur an Nachwuchs, auch die Trainingsbedingungen ließen arg zu wünschen übrig. So hatte beispielsweise der Hartplatz im Ort, auf dem viel trainiert wird, ein wahnsinniges Gefälle: 1,20 Meter auf die Länge des Spielfelds. 

Dynamo-Legende Wätzer hängte sich da rein. Obwohl er damals krankheitsbedingt selbst keine leichte Zeit hatte. Dank seiner Initiative und Kontakte konnte der Verein mit Fördermitteln den Platz schließlich begradigen lassen. Er bekam eine neue Flutlichtanlage und einen Fangzaun. Auch das Fichte-Stadion, das "Wohnzimmer" des Vereins, wurde damals auf Vordermann gebracht. Inzwischen nennen die Rammenauer einen der besten Rasenplätze in der Region ihr eigen. Sogar mit unterirdischer Bewässerungsanlage. 

Mit der DDR-Elf Olympia-Bronze geholt

Ohne Siegmar Wätzlich wohl kaum denkbar. „Sein Bekanntheitsgrad und seine bodenständige Art machten es möglich." Die Vita des bekannten Rammenauers ist beeindruckend, sein Name in Fußball-Kreisen bis heute unvergessen. 

Seine sportliche Laufbahn startete der Kicker im Edelweiß-Verein unter dem damaligen Übungsleiter Gerhard Kroker. Sein Talent fiel auf, und so wurde er schon 1965 zu Dynamo Dresdens Junioren delegiert. Nur zwei Jahre später wechselte er in die erste Mannschaft, spielte dort bis 1975 als Linksverteidiger. Seinem Heimatverein blieb er trotzdem verbunden – ab 1967 als ehrenamtlicher Übungsleiter.

Siegmar Wätzlich kickte aber nicht nur in Dresden. Er gehörte zu den besten Fußballspielern der damaligen DDR, stand 24-mal im Aufgebot der Nationalmannschaft, war 1974 WM-Teilnehmer und holte bei den Olympischen Spielen 1972 in München mit der DDR-Nationalelf die Bronzemedaille.

Abschied vom Profifußball schon mit 28

Bereits mit 28 Jahren musste sich Wätzer vom Profifußball verabschieden. Der Körper war dem nicht mehr gewachsen. In den Jahren danach erkrankte er schwer. Leber und Nieren streikten. Eine Organspende rettete schließlich sein Leben. Nachdem er genesen war, engagierte er sich wieder stärker im heimatlichen Fußballverein. „Er führte seinerzeit unsere erste Männermannschaft quasi aus dem Nichts in die Kreisoberliga, der höchsten Spielklasse der Westlausitz, “, erinnert sich Enrico Sauer.

All das verdiene unbedingt eine Würdigung. Dafür gebe es keinen geeigneteren Platz als das "Wohnzimmer" der Edelweiß-Kicker. Und so wird das Denkmal seinen Platz im Stadion finden, welches dann Siegmar Wätzlichs Namen tragen wird. Spätestens zum 111. Vereinsgeburtstag im Sommer nächsten Jahres. Corona zum Trotz. 

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