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Fußballspieler geht wegen Verletzung gegen seine Anwälte vor

Eine Regressforderung gegen die Zittauer Sozietät hat vor Gericht aber keine Chance.

Die 1. Zivilkammer des Landgerichts Görlitz hatte jetzt in einem Rechtsstreit wegen einer Regressforderung gegen eine Zittauer Rechtsanwaltssozietät zu entscheiden. Die Klage wurde abgewiesen. Herr B. hatte gegen die Zittauer Rechtsanwälte Mengel, Schwitzky, Hitziger, Reuter GbR geklagt, weil er sich in einem Prozess durch die Rechtsanwälte falsch vertreten fühlte. Da sich B. am 19. Juni 2012 bei einem Fußballspiel verletzt hatte, machte er Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend. Seiner Meinung war er von einem gegnerischen Spieler derart gefoult worden, dass er erhebliche Verletzungen davontrug. Die Zittauer Kanzlei war durch B. beauftragt worden, Schadensersatz und Schmerzensgeld einzuklagen. Mit dieser Forderung konnte er sich aber vor dem Zivilgericht nicht durchsetzen. Die Klage wurde abgewiesen, da beim Verhalten des Gegenspielers kein grob fahrlässiges Verhalten festzustellen war. Nach dieser Entscheidung fühlte sich B. von seinen Rechtsanwälten falsch beraten, da keine Berufung gegen das Urteil eingereicht wurde. Medienberichten zufolge soll abgesprochen gewesen sein, dass eine Berufung dann eingelegt wird, wenn die Deckungszusage der Rechtschutzversicherung vorliegt. Diese Zusage soll aber bis zum Ablauf der Berufungsfrist nicht vorgelegen haben. B. geht aber davon aus, dass eine Berufung erfolgreich gewesen wäre. Seiner Meinung nach war in der ersten Verhandlung der Sachverhalt falsch beurteilt worden. Deshalb verklagte er seine Anwälte auf 9 500 Euro. In der jetzigen Verhandlung stellte die erste Zivilkammer des Landgerichts Görlitz fest, dass den Zittauer Anwälten kein Vorwurf zu machen ist. Einerseits lag kein Mandat für eine Berufung vor. Andererseits machte das Landgericht auch deutlich, dass eine Berufung nur Erfolg gehabt hätte, wenn das damalige Urteil falsch oder zumindest fehlerhaft gewesen wäre. Aber selbst aus heutiger Sicht gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass ein grob fahrlässiges Verhalten den Unfall und damit die Verletzungen von B. verursacht hat. Das geht auch aus den Schilderungen der Spielsituation hervor. In der entscheidenden Situation ist der Gegner in dem Moment von der Seite gekommen, als der Ball von B. abgegeben wurde. Der Klägeranwalt Bußmann folgert aber daraus, dass der Ball bereits gespielt war, als der Gegner angriff. Aber das Gericht sah genau darin die Bestätigung, dass der Gegner auf den Ball ging. Damit B. Forderungen geltend machen kann, ist es aber notwendig, nachzuweisen, dass der Spielzug des gegnerischen Spielers ausschließlich ihm und nicht dem Ball galt. Nach Rechtsauffassung der Zivilkammer des Landgerichts Görlitz konnte dieser Nachweis aber nicht geführt werden. (jrs)

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