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Fußweg am Questenberg ist für Schulkinder gefährlich

Besorgte Muttis fordern vom Meißner Rathaus schnelle Abhilfe.

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Von Jürgen Birkhahn

Der steile Berg zur Grundschule am Questenberg ist dunkel und hat jede Menge Schlaglöcher. Ann-Marie Braunsdorf, Mutter eines Zweitklässlers, hat es selbst getestet. „Ich bin nach einem Elternabend den Weg abgegangen. Dass war für einen Erwachsenen schon schwierig“, sagt sie. Deshalb forderte sie mit Mandy Hübner, die ebenfalls ihren Sohn in der Questenbergschule unterrichten lässt, auf der letzten Stadtratssitzung Abhilfe. „Es muss unbedingt etwas geschehen, unsere Kinder sind hier nicht sicher“, sagt Braunsdorf.

Worte, die Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) sauer aufstoßen, denn er habe auch gehört, dass die Schule in einem baulich schlechten Zustand sei. Da dies seiner Auffassung nach nicht sein könne, hat er seine Fachämter mobil gemacht und sah sich gestern vor Ort um. „Es ist nicht negativer, als bei meinem letzten Besuch vor zwei Jahren“, sagte er und wollte sich von den Eltern zeigen lassen, wo denn die Schule Mängel habe. Die fühlten sich falsch verstanden. „Uns geht es um den Schulweg und den Sportplatz“, erklärten Braunsdorf und Hübner.

Schlaglöcher verfüllt

In der Tat musste der OB bei seinem Kontrollgang am Questenberger Weg mehrmals anhalten und Festlegungen treffen. Sträucher müssen zurückgeschnitten werden, damit sich Kinder nicht verletzten und vor allem die Straßenlaternen wieder zum Vorschein kommen. Große Löcher im Straßenbelag fanden sich bei Raschkes Visite kaum. Wie auch, wurden sie doch kurz vorher gefüllt. Der Bitumen war noch warm, als der Oberbürgermeister den steilen Weg erklomm.

Noch gefährlicher ist es am Wasserweg, wie Frank Werrmann, Elternsprecher der Klasse 3 b, zeigte. Hier ist ein schmaler Weg für die Schulkinder abgegrenzt und mit Rollsplitt versehen. „Wenn zwei Kinder nebeneinander gehen, haben sie keinen Platz“, sagt er. Das zum Teil wacklige Geländer bietet zudem keine Sicherheit. Kleine Kinder würden durchrutschen und den Abhang hinunter sausen. „Abhilfe schafft hier nur eine neue Stützwand“, sagt Dirk Herr vom Stadtbauamt.

Die kostet viel Geld, wird wohl deshalb so schnell nicht gebaut werden können, zumal es für diesen Weg keine Fördermittel gibt. Eine Zwischenlösung soll her. Vermutlich wird zunächst das Geländer verstärkt.

Ann-Marie Braunsdorf und Mandy Hübner genügt das aber nicht. Der Schulweg ist weitaus größer und hat noch mehr Gefahren. Vor allem für die Kinder vom Plossen. Sie müssen in der Wilsdruffer Straße auf der Fahrbahn laufen. Eine weiße Linie kennzeichnet auf einem Stück den Fußweg. „Begegnen sich zwei Lkw, bleibt kein Platz für Fußgänger“, sagt Braunsdorf und bekommt Zustimmung von Schulleiterin Martina Wiatr. Sie muss den Weg selbst täglich fahren. „Dieser Weg ist gefährlich für die Kinder“, sagt sie. Doch der OB wiegelt ab. „Der Weg hinter der Trennlinie ist ein Bedarfsfußweg. Ich fahre selbst hier zweimal am Tag lang“, sagt er.

Diskussion um Standort

Forderungen der Eltern, den Schulstandort vom Questenberg in die Stadt zu verlagern, kann Raschke nicht verstehen. „Die Neumarktschule wurde erst saniert und liegt ganz zentral“, sagen die beiden Mütter. Dafür habe die Questenbergschule eine schöne Lage im Grünen, wo die Kinder unbeschwert spielen können, hält der OB dagegen.