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Fußweg-Etappe an Carolabrücke geschafft

Alle großen Fertigteile sind eingehoben. Wie es jetzt beim Bau an der Dresdner Brücke weitergeht.

Das Band des verbreiterten Fußweges zieht sich jetzt über die gesamte Länge der Carolabrücke.
Das Band des verbreiterten Fußweges zieht sich jetzt über die gesamte Länge der Carolabrücke. © René Meinig

Dresden. An der elbaufwärts liegenden Seite der Carolabrücke bietet sich jetzt ein neues Bild. Das Band des neuen Fußwegs hat sichtbare Konturen angenommen. Die großen Fertigteile sind eingehoben. Allerdings müssen noch drei kleine Stücke maßgerecht gefertigt werden, um sie einzufügen, teilt das Straßenbauamt mit. Damit wird sich das Betonband dann über die gesamte Brückenlänge von rund 400 Metern spannen. Insgesamt mussten dafür 200 Fertigteile eingehoben werden.

Dieser Brückenzug wird seit November vergangenen Jahres saniert, da es erhebliche Schäden gab. Schließlich ist die 1971 fertiggestellte Spannbetonbrücke noch nie grundhaft instandgesetzt worden. Seitdem ist sie ein Nadelöhr, da es nur eine Fahrspur in jede Richtung gibt. Radfahrer und Fußgänger müssen auf dieser Seite den Behelfsweg nutzen.

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Noch müssen Radfahrer und Fußgänger den schmalen Ersatzweg in der Brückenmitte nutzen. Im Oktober soll der breite neue Weg freigegeben werden.
Noch müssen Radfahrer und Fußgänger den schmalen Ersatzweg in der Brückenmitte nutzen. Im Oktober soll der breite neue Weg freigegeben werden. © René Meinig

Nach dem Abbruch hatten die Bauleute der Firma Hentschke Bau im Mai damit begonnen, den neuen Fußweg zu errichten. Bei der Sanierung wird er von 3,6 auf 4,25 Meter verbreitert. Möglich wird das, da erstmals beim Großbrückenbau leichter Carbon- beziehungsweise Basaltbeton zum Einsatz kommt. Das leichtere und flexiblere Material ist umfassend getestet und zugelassen worden. Die Carbon- beziehungsweise Basaltstäbe rosten nicht, sind gegen Streusalze resistent und eröffnen neue Möglichkeiten. Zwar ist das Material teurer als Bewehrungsstahl. Doch es ist deutlich fester, sodass viel weniger Beton für die schlankere Platte benötigt wird. Gemeinsam mit dem Institut für Massivbau der TU Dresden beschreitet die Stadt damit neue Wege.

Die jetzt eingehobenen Fertigteile sind aber nur die Basis des neuen Fußwegs. Darüber wird zuerst eine Lage Stahlbewehrung eingebaut. Darüber kommen Matten. Darin sind Stäbe aus Basalt oder Carbon, die von Kunststoff umhüllt sind. Insgesamt wird die schlanke Platte für den Geh- und Radweg nur zehn Zentimeter stark.

Die Basaltmatten für den Fußweg am Neustädter Ende der Carolabrücke liegen bereit. Die ersten sind schon eingebaut.
Die Basaltmatten für den Fußweg am Neustädter Ende der Carolabrücke liegen bereit. Die ersten sind schon eingebaut. © René Meinig

Im Juli hatten die Eisenflechter damit begonnen, ab der Neustädter Brückenseite die Stahlbewehrung herzustellen. Darüber kommen auf der Neustädter Seite Matten aus Basalt, auf der Altstädter Brückenhälfte aus Carbon. Am Neustädter Ende sind diese Matten schon auf zehn Metern ausgelegt. Noch im August rollt die Betonpumpe an, um die Konstruktion zu verfüllen. Im Oktober soll der neue Geh- und Radweg freigegeben werden, kündigt das Straßenbauamt an.

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