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Gähnende Leere mitten in Strahwalde

Die Stadt Herrnhut entwickelt derzeit mit der Volksbank Löbau-Zittau eine Initiative zur Vermarktung des Eigenheimstandorts.

Von Cornelia Mai

Von rund 60 schicken Eigenheimen hatten die Gemeindeoberen geträumt, als sie in den 1990er Jahren den Wohnpark Strahwalde-Mitte an der B178 errichten ließen. Doch bis zum heutigen Tag stehen auf dem weitläufigen, voll erschlossenen Terrain gerade einmal fünf Häuser – viel zu wenig, um die hohen Erschließungskosten von rund 1,5 Millionen Euro refinanzieren zu können. Das will die Stadt Herrnhut, zu der Strahwalde seit der Eingliederung zum 1. Januar 2010 gehört, nun ändern. Gemeinsam mit der Volksbank Löbau-Zittau plant sie ein Vermarktungskonzept für den Eigenheimstandort.

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Denn der kleinen Gemeinde Strahwalde, die einst ein Viertel ihrer Einwohner im schicken Wohnpark beheimatet sah, fiel das Projekt hart auf die Füße. 2009 musste sie deswegen ihre Selbstständigkeit aufgeben. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von rund 2200Euro war sie nicht mehr handlungsfähig. Das Vorzeigeprojekt Wohnpark hatte sich zum größten Sorgenkind entwickelt. Um dieses kümmert sich nun die Stadt gemeinsam mit einem Immobilienberater der Bank. „Wir stehen dabei allerdings noch ganz am Anfang“, sagt Bürgermeister Willem Riecke. Aber es müsste ja nun endlich etwas passieren. „Natürlich werben wir für den Standort auf unserer Internetseite“, erzählt der Bürgermeister.

Mit der Volksbank glaubt er jetzt aber einen versierten Partner auf dem Immobilienmarkt gefunden zu haben. Sein Kontaktmann ist der Immobilienberater Jörg Rößler. Dieser hat bereits Erfahrungen mit der Vermarktung der Wohnungsbaustandorte in Großschweidnitz und in Ebersbach. Allerdings gäbe die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt wenig Grund zur Euphorie. „Es gibt zu viele Wohnungsbaustandorte in der Region und die Bevölkerung geht weiter zurück. Das wirkt sich natürlich eher negativ aus“, sagt der Immobilienfachmann. Chancenlos sieht Jörg Rößler den Standort Strahwalde allerdings nicht. Es ist ein kommunaler Wohnpark. Er ist voll erschlossen. Die Grundstückspreise könnten hier noch unter denen privater Anbieter liegen. „Genaue Angaben kann ich derzeit aber noch keine machen“, sagt er. Denn mit Bürgermeister Willem Riecke habe es bisher erst ein Gespräch gegeben. Jetzt müsse er zunächst einmal alle bautechnischen Unterlagen studieren und auch den Bebauungsplan anschauen. Erst danach könne ein Konzept erarbeitet werden, so Jörg Rößler.

Willem Riecke glaubt dennoch an eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Volksbank. Der Standort könne sich schließlich sehen lassen. Das Gelände ist voll erschlossen. „Die Medien sind zum Teil bis einen Meter aufs Grundstück verlegt“, weiß Jörg Rößler. „Wir haben hier ein starkes Internet, DSL liegt an“, sagt Willem Riecke. Einkaufsmöglichkeiten, wie der Netto-, der Aldi-, der Penny- und der Schleckermarkt, sind in der Nähe. Es gibt eine Bushaltestelle, Kindereinrichtungen, Schulen, Ärzte.