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Gärtnerei holt Touristen zur Stippvisite nach Neustadt

Reisegesellschaften machen neuerdings einen Streifzug durch die Gewächshäuser der Familie Gruschwitz.

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Von Heidi Körner

„Wenn ich diese Blütenpracht sehen, geht mir das Herz auf“, schwärmt Ruth Richter aus Häslich bei Kamenz. Die Seniorin zwängt sich mit strahlenden Augen zwischen den Blumentischen im Gewächshaus der Gärtnerei Gruschwitz. Sie gehört zu einer Reisegruppe aus dem Raum Pulsnitz, die in Langburkersdorf eine Gärtnereibesichtigung auf dem Programm hat. „Wir waren jetzt schon öfter hier. Die Leute wünschen sich das, es ist für die älteren Herrschaften eine willkommene Abwechslung. Und es wird ja auch alles so angenehm erklärt“, sagt Reiseleiterin Simone Berg aus Gräfenhain.

Christel Miller verharrt inzwischen mit der Gruppe bei den Geranien. Die Gärtnerin, bis vor Kurzem Inhaberin des Betriebes, versteht es, ihre Besucher zu fesseln, sie für die Blumen und Pflanzen zu begeistern. „Sie ist Gärtnerin mit Leib und Seele, das merkt man ihr an“, sagt Ruth Richter. „Ich weiß, was da für schwere Arbeit dahinter steckt, habe selber mal in einer Gärtnerei gearbeitet.“ Von Duft-, Schatten- und Schmuckblattgeranien erzählt Christel Miller. Auch die Männer der Gruppe hängen an ihren Lippen. Vor allem, als sie aus DDR-Zeiten und dem Neuanfang nach der Wende berichtet.

„Eine Gärtnerei habe ich von dieser Seite noch nie gesehen. Das ist toll“, sagt Erika Häntzschel aus Häslich und begutachtet das Bewässerungssystem der Aufzuchttische.

Christel Miller bewegt sich locker unter den Besuchern und beantwortet deren Fragen. „Wir bieten ja schon lange Konzerte oder Kulturveranstaltungen in den Gewächshäusern an. Da lag die Idee, Reisegesellschaften durch unseren Betrieb zu führen, gar nicht so fern“, erklärt sie. Damit werbe die Gärtnerei zwar für sich, aber auch für die gesamte Region. „Die Leute besuchen ja auch noch andere Ziele.“