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Gärtnergurken vom Fuße des Valtenbergs

Ganz am Rande Neukirchs entsteht eine neue Einkaufsgelegenheit – mit besonders gesundem Angebot.

Zierpflanzen muss man im Garten von Corina Cwolek lange suchen. Ihre Leidenschaft gilt dem Anbau und der Ernte von gesunden Lebensmitteln.
Zierpflanzen muss man im Garten von Corina Cwolek lange suchen. Ihre Leidenschaft gilt dem Anbau und der Ernte von gesunden Lebensmitteln. © Steffen Unger

Neukirch. Noch tobt Katze Chili über das frische Streifenfundament direkt an der Neukircher Harthstraße. Lange wird sie ihren neuen Spielplatz nicht genießen können, denn schon bald soll hier aus einer kleinen Bude heraus frisches Obst und Gemüse aus eigenem Anbau verkauft werden.

Das wächst nur wenige Meter weiter, auf dem Grundstück der Familie Cwolek ganz am Rande der Valtenberggemeinde. Auf einer Fläche von etwa 3 000 Quadratmeter baut Corina Cwolek hier allerlei gesunde Lebensmittel an – von der Gurke über die Erdbeere bis hin zu Kräutern und Gewürzen. Seit sie das Haus mit dem idyllisch gelegenen Grundstück vor drei Jahren gemeinsam mit ihrem Mann erwarb, hat sich das Erscheinungsbild des Geländes grundlegend gewandelt. Lachend erzählt sie: „Ich habe hier erst einmal alle Zierpflanzen rausgerissen.“ Auf ein schmales Beet im umzäunten Kräutergarten zeigend fährt sie fort: „Das ist alles, was es an Blumen in meinem Garten noch gibt.“

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Corina Cwolek hat keinen Sinn für farbige Blütenprachten. Ihre Hingabe gilt dem gesunden Essbaren. Bis in ihre Kindheit zurück reicht diese Leidenschaft. „Mein Opa hatte einen Schrebergarten, in dem er Lebensmittel angebaut hat. Dabei habe ich ihm immer geholfen“, erinnert Cwolek sich. Als Erwachsene hat sie dieses Hobby weitergeführt: „Mein Mann und ich bewohnten die Pestalozzischule. Dort haben wir in Hochbeeten begonnen, für den Eigenverbrauch anzubauen.“ Auf gesunde Ernährung legt Corina Cwolek wert. „Ich verwende nur biologischen Dünger“, sagt sie. Wenn sie für sich und ihre Familie einkaufe, dann nur Lebensmittel, die keine Chemie enthalten. Eine Lebensweise, die sie auch ihren Kunden näherbringen will.

Full-Time-Job statt Selbstversorgung

Seit sieben Jahren betreibt die gelernte Einzelhandelskauffrau den kleinen Optimal-Markt im Schirgiswalder Zentrum. Mit dem Umzug ins Eigenheim und den neuen Anbaukapazitäten steigerte sie ihre Ernteerträge so beträchtlich, dass sie dort neben Lausitzer Spezialitäten auch Selbstangebautes zu verkaufen begann. Das aber fordert seinen Tribut: „Früh um sechs muss ich raus auf’s Feld, abernten“, erzählt sie. Die Waren fährt sie anschließend nach Schirgiswalde. Am Abend pflanzt sie nach, zieht Unkraut. Ein Fulltime-Job.

Mit dem neuen Hofladen auf dem eigenen Grundstück, hofft sie, wird all das „viel unkomplizierter“. Und auch ihren Kunden bringt die unmittelbare Nachbarschaft von Garten und Verkaufsort einen entscheidenden Vorteil: „Frischer als hier kann man Obst und Gemüse gar nicht kaufen“, ist Cwolek überzeugt. Als Hauptgewerbe will sie ihren Hofladen nicht betreiben, stattdessen für 30 Stunden pro Woche arbeiten gehen – und nach Feierabend den Neukirchern bieten, was es hier bislang nicht gab: „Gärtnergurken sucht man in ganz Neukirch vergebens. Genau wie Gewürzgurken und Sauerkraut aus dem Spreewald“, hat sie beobachtet. Das will sie ändern. Damit das klappt, setzt sie auf die Unterstützung ihrer Familie – und auf die Erfahrungen aus der Selbstständigkeit.

Das Konzept aus ihrem Schirgiswalder Spezialitätenlädchen wird sie nach Neukirch importieren. Neben eigenen Produkten und liebevoll verpackten Geschenkartikeln verkauft sie im neuen Laden weiterhin Besonderes aus der Region: „Käse der Hofkäserei Vetter, Frischeinudeln aus Wehrsdorf, frischgemahlenen Kaffee aus Ebersbach, aus Burkau Eier aus Freilandhaltung“, zählt sie nur einen Bruchteil ihrer Produktpalette auf. Besonders gefragt: Das scharfe Gelb – ein Spezialeierlikör aus Ebersbach. Der, verspricht sie, darf zur Neueröffnung des Hofladens am 31. August genauso probiert werden, wie manch andere Leckerei aus dem Sortiment.

Den Optimal-Markt in Schirgiswalde gibt Cwolek an Maria Hocke ab. In ihrer Mitarbeitern hat sie die ideale Nachfolgerin gefunden. Die will das bewährte Konzept weiterführen, wohlwissend, dass vor allem Ältere dankbar für die Möglichkeit sind, in der kleinen Gemeinde auch nach dem Weggang von Corina Cwolek noch einen Lebensmittelladen vorzufinden.

Öffnungszeiten

Der Hofladen in Neukirch eröffnet offiziell am 31. August. Die regulären Öffnungszeiten gelten von April bis August.

Während der Saison öffnet der Hofladen Dienstag und Donnerstag zwischen 14 und 18 Uhr, an Sonnabenden zwischen 9 und 12 Uhr.

Der Optimal-Markt in Schirgiswalde wird weitergeführt und bleibt ganzjährig geöffnet.

In Schirgiswalde können Kunden Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr einkaufen. Mittwoch ist zwischen 8.30 und 12 Uhr, an Sonnabenden bis 11 Uhr geöffnet. Montag hat der Markt geschlossen.

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