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Gärtnern für alle!

Noch ist „Hedwigs Duftgarten mehr Traum als Wirklichkeit. Doch der Plan steht und erste Schritte sind gemacht.

Von Susanne Sodan

Wie soll man den Duft einer Rose mit Worten beschreiben? Kaum möglich. Ein echtes Dufterlebnis fehlte Jana Gebhardt, als sie vor einigen Jahren in einem Rosengarten unterwegs war. Der Grund ist simpel: Als Rollstuhlfahrerin kam sie nicht nah genug an die Beete heran, um die Rosen aus nächster Nähe zu betrachten und ihren Duft wahrzunehmen. Dieses Erlebnis brachte sie auf eine viel umfänglichere Idee. Jana Gebhardt plante einen Garten speziell für Rollstuhlfahrer mit barrierefreien Beeten. Die Idee für „Hedwigs Duftgarten“ entstand. Der Grundstein wurde bereits im Sommer gelegt, am Zeisigweg in Kurort Hartha. Am Wochenende kam das erste Hochbeet dazu. Es geht Jana Gebhardt bei dieser Aktion nicht nur um ihr eigenes Schicksal oder die Geschichte mit dem Rosengarten.

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Seit einem Verkehrsunfall ist sie querschnittsgelähmt. Mehrere Jahre lebte sie im Seniorenheim in Kurort Hartha. „Man merkt, dass den Menschen dort eine Aufgabe fehlt. Auch Ältere wollen sich einbringen“, erzählt sie. Je mehr Kontakte sie knüpfte, umso mehr Ideen kamen dazu. Selber kann Jana Gebhardt beim Bau eines solchen Gartens nicht mehr Hand anlegen. Was blieb, war, andere für das Projekt zu interessieren. Von Anfang an war zum Beispiel ihre Nachbarin mit dabei, „außerdem bin ich ein guter Freund von Google“, erzählt sie. Bei ihren Recherchen fand sie die Internetseite von Axel Jang. Er bietet Hochbeete an, rollstuhlgerechte Hochbeete – ein Zwischending aus großer Kiste und Tisch mit Beinfreiheit. Entwickelt wurden sie in Verbindung mit Behindertenverbänden der Region und der TU Dresden. Jang wiederum holte den Dresdner Landschaftsarchitekten Peter-Paul Petzold mit ins Boot. Petzold erstellte den Plan, der nun auf einem großen Schild auf dem ersten kleinen Stück von „Hedwigs Duftgarten“ steht.

Das Projekt findet Zuspruch. Bei den Arbeiten am Sonnabend waren Mitglieder des Rotary-Clubs Freital, des Geologievereins Tharandt und Schüler des Evangelischen Gymnasiums dabei. Gemeinsam wurde ein Portal aus Rohholz aufgestellt, rund um den kleinen Infobereich ein Erdwall aufgeschüttet, auf dem im November die ersten Frühjahrsblüher gesät werden sollen. Auf dem ersten Hochbeet sprießen seit dem Wochenende klassische Herbstpflanzen – Knospenheide, Fetthenne und Zierkohl.

Gestellt wird das Areal am Zeisigweg von Gunther Stehr. Er selber hatte für die Fläche keine Verwendung, für „Hedwigs Duftgarten“ schien sie passend – das Seniorenheim „Aventinum“ ist direkt in der Nähe. „Wo will man denn hin als Rentner, wenn man spazieren gehen möchte?“, fragt er. Der Forstbotanische Garten ist zwar ebenfalls in unmittelbarer Nähe, für Rollator und Rollstuhl aber kaum passierbar. Noch wirkt das neue Holzportal recht überdimensioniert für den kleinen Bereich. Ein Blick auf Petzolds Plan genügt, um zu wissen, dass aus der Idee für einen behindertengerechten Garten der Plan für ein Begegnungszentrum geworden ist. Einen Spielbereich für Kinder soll es geben, eine kleine Bühne, einen Rosenpavillon. Das wichtigste aber, bleiben die Beete. Die können, so der Plan, gepachtet werden – von jedem der gärtnern möchte, ob das nun Senioren aus dem „Aventinum“, Schulklassen oder Bürger der Region sind. Am besten alle zusammen, finden die Organisatoren. Mit dem Garten wollen sie den Austausch zwischen den Generationen fördern, das Miteinander. Bis der Garten seine geplante Größe erreicht hat, wird es noch Jahre dauern, schätzen die Planer. Aktuell sind sie auf der Suche nach weiteren Unterstützern. Ende November wird es deshalb eine Infoveranstaltung geben.