merken
PLUS Meißen

Gästetaxe bringt 100.000 Euro ein

Mit dem Geld hat die Stadt bereits 47 Pflanzkübel gekauft. Weitere Vorhaben wie freies WLAN sollen folgen.

Ein Zimmermädchen macht in einem Hotelzimmer das Bett. Die aktuellen Gästezahlen in Meißen entwickelten sich trotz der Gästetaxe recht gut.
Ein Zimmermädchen macht in einem Hotelzimmer das Bett. Die aktuellen Gästezahlen in Meißen entwickelten sich trotz der Gästetaxe recht gut. © Oliver Berg/dpa (Symbolbild)

Meißen. Geldsegen für Meißen. Wie die Stadt mitteilt, hat sie mit der seit Jahresanfang erhobene Gästetaxe in den ersten sechs Monaten exakt 101.097 Euro eingenommen. Das Geld kommt komplett dem Tourismus zugute und darf beispielsweise nicht für Marketingaktivitäten verwendet werden.

Was die Stadt konkret vorhat, verrät Meißens Stadtmarketing-Chef Christian Friedel auf SZ-Anfrage: „Als erste Maßnahme haben wir mit dem Geld 47 Blumenkübel aufgestellt. Darüber hinaus planen wir kostenloses WLAN an öffentlichen Plätzen sowie Fahrradabstellboxen am Kändlerpark und an der Ecke Roßmarkt/Marktgasse“, sagt Friedel und ergänzt: „Ein weiteres Projekt ist zudem die Optimierung der Wanderwege. Wir möchten dort gern die Beschilderung verbessern und werden dazu eine Agentur beauftragen. Die Ausschreibung läuft gerade.“

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Im Februar hatten sich Meißner Gastgeber und Vertreter großer touristischer Einrichtungen zusammengesetzt und die verschiedenen Projekte mit der Stadtverwaltung vereinbart. „Es ist für uns wichtig, dass wir uns einmal im Jahr mit den Hoteliers und Vermietern von Ferienwohnungen zusammensetzen. Sie haben das Ohr besonders nah an den Gästen. Diese Vorschläge wollen wir gern aufgreifen“, sagt Christian Friedel. Bei der Umsetzung der Vorhaben stellt die Gästetaxe nach Angaben des Stadtmarketing-Chefs nur einen Teil der Finanzierung dar. Da die Gelder als Eigenmittel zählen, können zusätzlich Fördergelder beantragt werden.

Obwohl es am Anfang wegen der zusätzlichen Bürokratie ein gelegentliches Murren bei den Meißner Gastgebern gab, scheint es sich im Wesentlichen eingespielt zu haben. Am einfachsten funktioniert es laut Verwaltung, wenn der digitale Meldeschein verwendet wird.

„Der digitale Meldeschein macht es möglich, dass Meldedaten der Übernachtungsgäste mit wenigen Mausklicks auf den digitalen Meldeschein übertragen werden und die Zahl der Übernachtungen jeden Monat online an die Stadtverwaltung gemeldet wird. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Gäste schon bei der Buchung der Übernachtung über das Internet einen Online-Check-in machen und die melderelevanten Daten übertragen.“

Dennoch habe der Wunsch nach Vereinfachungen auch Grenzen: „Es ist richtig, dass der Meldeschein über eine Reihe von Feldern verfügt, in denen Daten wie Name, An- und Abreisedatum, Geburtsdatum, Mitreisende etc. einzutragen sind. Ich möchte darauf hinweisen, dass in Deutschland ein Meldegesetz existiert, welchem auch Gastgeber unterliegen“, so Friedel.

Alles in allem zieht der Stadtmarketing-Chef aber ein positives Resümee: „Um Meißen zukünftig touristisch auf ein noch ‚höheres Level‘ zu bringen, war die Einführung einer Gästetaxe unumgänglich.“ Die aktuellen Gästezahlen entwickelten sich trotz der Taxe recht gut. So habe man von Januar bis Mai ein Gästeplus von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Im Mai lag das Plus nach Angaben der Stadt sogar bei 14,2 Prozent.

Mehr zum Thema Meißen