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Galerie-Mitarbeiter auf Zeit nicht optimal

Sieben Frauen und Männer sind in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Eigenbetrieb Kultur tätig. Ein hoher Anteil, gemessen an den zehn Dauerarbeitsplätzen des Betriebes. Menschen, die sich seit Jahren zum...

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Sieben Frauen und Männer sind in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Eigenbetrieb Kultur tätig. Ein hoher Anteil, gemessen an den zehn Dauerarbeitsplätzen des Betriebes. Menschen, die sich seit Jahren zum großen Teil ehrenamtlich für Kunst und Kultur in Bischofswerda engagieren, befürchten einen Niveauverlust, insbesondere in der Carl-Lohse-Galerie. Ängste, die er verstehe, sagt Bürgermeister Andreas Wendler (CDU).

Was würde ohne ABM bei der Kultur in der Stadt auf der Strecke bleiben?

Ohne ABM wäre es schwierig, das kulturelle Angebot im jetzigen Umfang beizubehalten. Die Zahl der Ausstellungen beispielsweise würde sich wohl halbieren. Denn eine Ausstellung vorzubereiten, ist ein großer Aufwand. Nicht jeder Künstler ist in der Lage, seine Ausstellung selbst vorzubereiten – sei es aus zeitlichen, gesundheitlichen oder anderen Gründen.

ABM werden in der Regel nur noch für ein halbes Jahr bewilligt. Ist damit Kontinuität überhaupt noch gegeben?

Das ist ja das Schwierige. Die Mitarbeiter müssen sich einarbeiten. Bei einer so komplexen Aufgabe wie Kunst und Kultur ist das halbe Jahr oft eher rum.

Leute, die sich seit Jahren für Kunst und Kultur engagieren, beklagen mitunter fehlende Kompetenz, mangelndes Kunstverständnis, zum Teil auch fehlende Motivation der ABM-Kräfte. Fehlt es an der Anleitung?

Vielleicht. Wir bekommen nun mal kein Fachpersonal vom zweiten Arbeitsmarkt. Es gibt zwar Anleitungen, aber die ABM-Kräfte müssen mit der Bedeutung von Carl Lohse und dem Inhalt der Ausstellungen besser vertraut gemacht werden.

Hat die Stadt Einfluss auf die Auswahl der ABM-Kräfte?

Wir können dem Arbeitsamt Vorschläge unterbreiten, und wir tun es auch. Wer eine Stelle bekommt, entscheidet aber das Arbeitsamt.

Ließe sich mit dem Geld, mit dem die Stadt ABM finanziert, nicht auch eine reguläre Stelle, vielleicht auch auf Stundenbasis, schaffen?

Zurzeit trägt die Stadt nur die Sachkosten, die Personalkosten übernimmt zu 100 Prozent das Arbeitsamt. Sollte sich das ändern, werden wir neu über AB-Maßnahmen nachdenken müssen. Dass wir eine feste Stelle schaffen könnten, kann ich mir bei der gegenwärtigen Haushaltslage nicht vorstellen.

Was kann die Stadt tun, um einem Niveauverlust in der Galerie entgegen zu wirken?

Wir werden versuchen, AB-Maßnahmen zeitlich versetzt durchzuführen, so dass neue Kräfte in die Aufgabe reinwachsen können, während ihre Vorgänger noch da sind. Und wir appellieren an kunstinteressierte Bürger, sich weiter ehrenamtlich zu engagieren. Eine so fundierte Arbeit, wie sie zum Beispiel der Museumsverein leistet, kann die Stadt nicht bewältigen.

Gespräch: Ingolf Reinsch