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Die Prämien steigen, die Einnahmen sinken

Der Dresdner Galoppklub erhöht das Preisgeld in kleineren Rennen und erwartet deutlich weniger Wettumsatz, weil er bei einer neuen Aktion durchs Raster fällt.

Bauyrzhan Murzabayev ist Kasache, in dieser Saison der beste Jockey in Deutschland und am Samstag in Dresden in allen neun Rennen im Einsatz.
Bauyrzhan Murzabayev ist Kasache, in dieser Saison der beste Jockey in Deutschland und am Samstag in Dresden in allen neun Rennen im Einsatz. © Matthias Rietschel

Dresden. Besitzer und Trainer von Rennpferden galoppieren seit dem Neustart nach der Corona-Zwangspause quasi mit halber Tankfüllung über die einheimischen Rennbahnen. Der deutsche Dachverband beschloss eine Reduzierung der Prämien um 50 Prozent, da Sponsorenbeiträge nicht mehr in dem Ausmaß wie unter normalen Umständen flossen und Zuschauereinnahmen ausblieben. Schließlich veranstalten die Vereine ihre Renntage seit dem 7. Mai ohne Besucher. Vor allem bei Starts auf fremdem Geläuf und den damit verbundenen Reisekosten bedeutete das für Besitzer und Trainer in kleineren Leistungsprüfungen, die vergleichbar mit der 3. Fußball-Liga sind: Erfolg oder Minus.

Dem wirkt der Dresdener Rennverein jetzt entgegen. Bei der Veranstaltung am Samstag hebt er das Preisgeld wieder ein bisschen an, „und zwar um 6.800 Euro in den acht Wettbewerben im Rahmenprogramm“, rechnet Klubgeschäftsführer Uwe Tschirch vor und nennt Beispiele: „In kleineren Rennen geht es um immerhin 5.500 statt nur 4.000 Euro wie meist in den vergangenen Wochen.“ Der Große Sommerpreis bleibt als mit 12.500 Euro vergleichsweise üppig dotiertes Listenrennen, das vergleichbar mit der Fußball-Bundesliga ist, davon unberührt.

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Dresdens Klubchef Michael Becker schützt sich mit diesem Visier vor dem Coronavirus.
Dresdens Klubchef Michael Becker schützt sich mit diesem Visier vor dem Coronavirus. © Matthias Rietschel

„Die Rahmenbedingungen für Besitzer und Trainer waren in den vergangenen Wochen mehr als schwierig“, sagt Vereinspräsident Michael Becker. „Wir wollen uns mit den etwas höheren Prämien bei ihnen dafür bedanken, dass sie keine Mühe gescheut und uns dennoch bei den bisherigen drei Veranstaltungen derart unterstützt und für sehr gut besetzte Felder gesorgt haben.“ Das machen sie auch am Samstag mit 90 Pferden in neun Leistungsprüfungen.

Die Dresdner konnten dank der besten Wetteinnahmen seit 1990 an den ersten drei Renntagen – zweimal beinahe 300.000 Euro in je neun und einmal fast 330.000 Euro in elf Rennen – einen „kleinen Überschuss“ erwirtschaften. „Den setzen wir in Prämien um“, sagt Becker. „Er ist bei Besitzern und Trainern gut aufgehoben.“ Außerdem bildet der Galoppklub eine Reserve. Die Phase der Rekorderlöse am Toto ist nämlich erst mal vorbei. Die exorbitant hohen Umsätze hingen mit der Aktion „Wetten, dass …“ eines Trios zusammen. Das brachte 118 Tipper und Gemeinschaften dazu, bei den Veranstaltungen bis Mitte Juni in jedem Rennen 50 Euro auf Sieg zu setzen. Allein dadurch kamen in Dresden 171.100 Euro zusammen.

Ein Mann füllt auf einer Galopprennbahn einen Wettschein aus. Das geht derzeit nicht.
Ein Mann füllt auf einer Galopprennbahn einen Wettschein aus. Das geht derzeit nicht. © dpa/Patrick Seeger

Die neue Variante zielt seitdem mehr auf die Viererwette und beschränkt sich auf Veranstaltungen am Sonntag. „Zwei Drittel fallen durchs Raster“, sagt Becker. „Für uns hat das keine Effekte.“ Die Dresdner erwarten am Samstag wieder klassische Rahmenbedingungen. „Wir kalkulieren die Veranstaltung sehr vorsichtig mit eingeschränkten Zahlen aus der Vergangenheit“, sagt Becker. Die Leipziger setzten am vergangenen Samstag gut 137.000 Euro in acht Rennen um. Becker rechnet bei einem Wettbewerb mehr mit etwa 150.000 Euro.

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