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Görlitz

Garagen sind Lieblingsziel von Einbrechern

Hagenwerder und Ostritz stehen im Moment besonders im Fokus von Dieben. Die Polizei zeigt nun mehr Präsenz.

Garagen An der Alten F 99 in Hagenwerder. Hier befindet sich auch das Kieswerk. Die Gegend ist einsam und daher nachts beliebtes Ziel von Dieben.
Garagen An der Alten F 99 in Hagenwerder. Hier befindet sich auch das Kieswerk. Die Gegend ist einsam und daher nachts beliebtes Ziel von Dieben. ©  Nikolai Schmidt

Es liest sich wie ein schlechter Krimi: Garage auf der Robert-Koch-Straße aufgebrochen – Aktenvernichter und Langlaufski gestohlen, gewaltsamer Zugang zur Garage in der Radmeritzer Straße verschafft – Pkw-Anhänger, Winter- und Sommerreifen sowie zwei Bootsmotoren gestohlen, drei Garagen An der Alten F 99 aufgebrochen – nagelneuen Mercedes-Autositz erbeutet.

All das ist in Hagenwerder passiert, und zwar alles erst in den vergangenen Wochen – verstärkt im Juli. Die Einwohner und erst recht die Betroffenen können darüber nicht lachen, haben sie neben dem Stehlschaden häufig noch einen viel höheren Sachschaden zu beklagen. Vom unguten Gefühl oder der Angst vorm nächsten Mal ganz zu schweigen. Und Garageneinbrüche sind längst nicht alles. Die Kriminellen haben in den vergangenen Wochen auch des Öfteren das Gewerbegebiet von Hagenwerder heimgesucht. Hochwertige Prüfgeräte verschwanden genauso wie eine Kamera, Navi, Werkzeuge, ja sogar ein mobiler Kühlschrank. Im Zuge von Arbeiten der Flussmeisterei wurde des Nachts aus einem beteiligten Fahrzeug der Diesel gestohlen.

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Auch die ISG ist betroffen gewesen. „Bei uns haben sie in den Vereinsschuppen eingebrochen“, so der Chef des Sportvereins, Thomas Zimmermann. Auch hier: Der Wert der verschwundenen Gegenstände war niedriger als der Sachschaden von etwa 1 000 Euro.

Die Polizei bestätigt, dass Hagenwerder aktuell ein Schwerpunkt ist. „Das Gewerbegebiet war mehrfach Ziel von Dieben, aber die Tatorte verteilen sich auf die gesamten Gemeindeflächen“, so Anja Leuschner, Pressesprecherin der Polizeidirektion Görlitz. „Begünstigend wirken hierfür vermutlich die B 99 und der Grenzübergang Hagenwerder als Flucht- und Verbringungsroute.“ Um an der Grenze buchstäblich etwas Licht ins Dunkel zu bringen und Kriminellen die schnelle Flucht über die Grenze zu erschweren, soll die Grenzbrücke jetzt sicherer gemacht werden. Dazu gab es Anfang der Woche einen Vor-Ort-Termin, bei dem Polizei, OB Octavian Ursu und das sächsische Wirtschaftsministerium vertreten waren. Das Lasuv in Bautzen wird nun Konzepte zur Beleuchtung der Brücke erarbeiten

Inzwischen hat aber die Polizei ihre Kräfte in Hagenwerder verstärkt. Es seien mehr Streifen unterwegs, so Anja Leuschner. Vielleicht ist es Zufall, vielleicht aber auch dieser Verstärkung zu verdanken, dass vor einigen Tagen tatsächlich zwei Diebe gestellt werden konnten. Sie waren in das Gelände des Kieswerkes eingedrungen und hatten aus einem Container Metallschrott und Fahrräder herausgefischt, welche sie zum Abtransport bereitstellten. Als Fluchtauto stand ein BMW mit falschem Kennzeichen bereit. Doch eine Streife der Bundespolizei bemerkte die Männer, die daraufhin zu Fuß flüchteten und auf ihrem Weg noch drei Funk-Außenkameras abrissen und mitnahmen. Sie kamen allerdings nicht weit, sondern konnten festgenommen werden.

Ähnliche Probleme mit Dieben hat aktuell Ostritz – wie Hagenwerder an der Neiße und damit an der Grenze gelegen. Hier liegt die Kriminalitätsrate deutlich über der des Vorjahres. Während es 2017 insgesamt 82 Straftaten in Ostritz gab, waren es 2018 schon 121. Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor. Allerdings zeichnet sich jetzt schon ab, dass es nochmals eine Steigerung gibt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht zu Vorfällen kommt, berichten Anwohner und Betroffene. Diese Einschätzung wird von den Zahlen der Polizeidirektion Görlitz untermauert. Demnach hat die Eigentumskriminalität im Zeitraum Januar bis Juli deutlich zugenommen. Um etwa 227 Prozent gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres. Die Steigerungen beziehen sich auf alle Deliktfelder der Eigentumskriminalität, wie Polizeisprecher Philipp Marko erklärt. Lediglich bei den Diebstählen in und aus Wohnungen gibt es einen Rückgang. Im besagten Zeitraum wurden in 72 Fällen insgesamt fünf Verdächtige ermittelt. Dabei handelt es sich bei vier Tätern um polnische Staatsbürger, ein Verdächtiger ist Deutscher.

Die Grenzbrücke an der Bahnhofstraße wird vor allem von den Tätern aus dem Ausland genutzt, um ihr Diebesgut wegzubringen. Deshalb hatten die Stadt Ostritz, Landkreis, Polizei und auch die polnische Seite nun reagiert und den Fluchtweg erschwert, indem ein Findling vor der Brücke positioniert wurde und auch die abgerissenen Metallbügel am Brückengeländer wieder angebracht. Gleichzeitig hat die Polizei auch in Ostritz auf die Entwicklung reagiert. Seit März 2019 wurden die polizeilichen Maßnahmen verstärkt, teilweise ist auch die Reiterstaffel im Einsatz. Mit dem positiven Effekt: Mehrere Tatverdächtige konnten auf frischer Tat gestellt oder ermittelt werden.

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