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Garantiezinsen für Lebensversicherungen sinken

Neue Regelungen gelten erst ab 2021. Für Besitzer von Altverträgen ändert sich nichts – prüfen sollten sie die Unterlagen aber trotzdem.

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© Jens Büttner/dpa (Symbolbild)

Frankfurt/Main. Künftige Lebensversicherungskunden müssen sich auf einen geringeren Garantiezins einstellen. „Wir schlagen dem Bundesfinanzministerium vor, den Höchstrechnungszins ab 1. Januar 2021 für Neuverträge auf 0,5 Prozent festzulegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV), Guido Bader. Der Garantiezins – auch Höchstrechnungszins genannt – liegt seit 2017 bei 0,9 Prozent. Einst waren es bis zu vier Prozent. Die endgültige Entscheidung trifft das Bundesfinanzministerium auf Grundlage der DAV-Berechnungen und Empfehlungen der Finanzaufsicht Bafin.

Hintergrund des Vorschlags ist die anhaltende Zinsflaute am Kapitalmarkt. Versicherer dürfen Kunden weniger als den Höchstzins bieten – aber nicht mehr. Damit soll verhindert werden, dass sich die Unternehmen übernehmen. Sie sollen ihre Versprechen erfüllen können. Die Anpassungen gelten jeweils nur für Neuverträge, die nach der Änderung abgeschlossen werden. Für Besitzer mit lukrativen Altverträgen mit einem Garantiezins von bis zu vier Prozent ändert sich in diesem Punkt nichts.

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Der Garantiezins ist Teil der für Kunden wichtigen laufenden Verzinsung. Hinzu kommt die Überschussbeteiligung. Über deren Höhe entscheiden die Versicherer je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Anlagestrategie jedes Jahr neu. Auch diese sinkt aber wegen der Zinsflaute.

Die empfohlene Absenkung des Garantiezinses hat laut Petra Michael für Versicherte geringere Renditen zur Folge. „Das wird aber nur jene Verträge betreffen, die ab dem Zeitpunkt der Absenkung des Garantiezinses geschlossen werden“, so die Sprecherin des Landesverbands Sachsen und Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute. Um Wertverlust müssten sich Bestandskunden auch in Sachsen in der Regel nicht sorgen. „Die Rendite der Altverträge sollten individuell überprüft werden, bevor sie vorschnell gekündigt werden“, so Michael. Bei einer vorzeitigen Auflösung des Vertrages ginge der sogenannte Schlussüberschuss für Versicherte verloren, der durchaus vierstellig sein könne. „Außerdem können an Lebensversicherungsverträge gekoppelte Berufsunfähigkeitsversicherungen mit einer Kündigung auch wegfallen.“ Jeder Vertrag müsse einzeln geprüft werden.

Anders blickt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher vom Bund der Versicherten, auf das Thema Kündigung. Schon seit Jahren sei das Modell Lebensversicherung „ein Auslaufmodell“, sagt er. Nur in absoluten Ausnahmefällen könne sich der Abschluss für Neukunden überhaupt noch lohnen. Bereits Versicherten empfiehlt auch er, Verträge prüfen zu lassen – möglicherweise sei eine Kündigung oder Beitragsfreistellung möglich. Kündigungen seien aber oft einfach nicht rentabel. (mes/mit dpa)

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